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Ein Touch-Device aus Holz soll die Aufmerksamkeit zu Hause auf die richtigen Dinge lenken (Foto: Mui Labs)
Smarthome Design Björn Eichstädt

Zurück zur Natur via Smarthome

Minimalismus, Ausmisten, Natur tanken, Familienzeit haben – alles Dinge, die der moderne Großstädter derzeit für sich entdeckt. Denn dass das Anhäufen von Kram und das Stapeln von Tech-Devices nicht umfassend glücklich macht, spüren wir alle am eigenen Leib. Täglich.

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Aus Japan, der Heimat des Zen-Buddhismus und von Minimalismus-Königin Marie Kondo, kommt ein neuer Ansatz für das perfekte Interface zum Smarthome und zur digitalen Kommunikation. Ein Holzbrett namens Mui, das das in Kyoto ansässige Unternehmen Mui Labs derzeit auf Kickstarter im Rahmen einer Crowdfunding-Kampagne anpreist.

Warum entwickelt man ein smartes Brett? LEAD hat mit Co-Founder und CEO Kaz Oki über seine Arbeit gesprochen.

LEAD: Ein Holzbrett als Interface für Kommunikation und Smarthome – das klingt erstmal seltsam. Wie kommt man auf so eine Idee?

Kaz Oki: Die Entwicklung kam aus konkreten Problemsituationen: Wir alle bei Mui Labs sind alterstechnisch in den späten 30ern und frühen 40ern. Die meisten haben Familien. Und wir alle haben gespürt, dass die gegenwärtigen Touch-Devices mit ihren bunten Screens zu viel Aufmerksamkeit bekommen. Zuhause mit der Familie sollte der Fokus bei dieser sein. Aber zu oft hängen wir vor dem Smartphone. Dagegen wollten wir etwas tun und haben uns deshalb überlegt, wie man die Mensch-Maschine-Interaktion verändern könnte – damit weniger Aufmerksamkeit auf ihr liegt.

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Warum ausgerechnet Holz?

Oki: Wir wollten uns von der Idee eines schwarzen Displays an der Wand abwenden. Das ist wirklich kein schöner Einrichtungsgegenstand. Die Grundidee war es, ein ausdrucksstarkes Material zu verwenden, in dem der Informationslayer nach Gebrauch wieder verschwindet – die Idee dazu hatte unser Creative Director. Wir haben dann mit allem möglichen gearbeitet: Stein, Glas, Holz.

Tests haben uns gezeigt, dass für die Mensch-Maschine-Interaktion Holz tatsächlich das beste Material ist. Menschen sind dazu gemacht, mit natürlichen Materialien zu interagieren – und gerade für Stadtmenschen ist es sehr angenehm, wenn man natürliche Dinge berühren kann. Aber aus der Engineering-Perspektive gab es auch die größten Schwierigkeiten. Wir haben lange gebraucht, um tatsächlich das Display in Holz zu integrieren.

Wie funktioniert das denn technisch?

Oki: Mui hat ein Touch Panel und Display, die mit einer Holzoberfläche bezogen sind. Hinter dieser – eingebettet in das Brett – liegt ein Android-basiertes Device, das via Wifi mit der Cloud verbunden ist. Dadurch kann Mui mit sehr vielen Services verbunden werden und für diese als User Interface dienen. In der Basis sind einige Apps enthalten, die sich mit Themen für zuhause und Familie befassen, etwa Wettervorhersage, Musik abspielen, Licht steuern usw.

Lautsprecher und Mikrofon sind integriert, so dass man alles über Voice steuern kann, aber wenn man die Holzoberfläche berührt, wird das Holzbrett ein Touchdisplay. Plattformen wie Alexa, Google Home und Co. sind ebenfalls integriert.

Warum brauchen wir ein Mui zu Hause?

Oki: Erstmal sieht es je nach Einrichtung einfach viel besser aus als ein schwarzes Display an der Wand. Natürliches Holz fügt sich eigentlich in jede Innenarchitektur gut ein. Gerade auch im Hinblick auf das Smarthome, das ja derzeit immer noch in den Kinderschuhen steckt.

In wenigen Jahren wird es aber ganz natürlich sein, dass wir viele Dinge im Haus über das Internet of Things steuern. Dann brauchen wir ein gutes Interface – ich zumindest will nicht überall irgendwelche Screens hängen haben. Und auch nicht immer mein Smartphone rausziehen, wenn ich das Licht anmache, denn dann hänge ich wieder in irgendeiner anderen App.

Portrait
Mui Labs-CEO Kaz Oki (Foto: Mui)

Es geht also auch um Fokus – dabei hilft das andere Material?

Oki: Ja, absolut. Es geht um Bewusstsein und Aufmerksamkeit. Der Fokus sollte zu Hause auf der Familie sein. Je älter man wird, desto mehr merkt man: Zeit ist beschränkt und sie kommt nicht mehr wieder. Immer mehr Kinder beklagen sich offen darüber, dass ihre Eltern nur noch an ihren Techgadgets hängen. Das muss sich ändern, ohne dass wir gleich die großartige Technologie verbannen, die uns ja auch viel hilft. Aber diese sollte eben nicht unser soziales Leben zerstören. Immer einen Bildschirm vor der Nase ist nicht das Wahre.

Hat euer Unternehmensstandort im japanischen Kyoto dieses Projekt beeinflusst?

Oki: Ja, viele hier sind Minimalisten. Minimalismus ist bei uns im Zen-Buddhismus stark verankert und gerade hier in Kyoto gibt es viele Zen-Tempel. Mui ist als Device wie ein Zen-Garten gestaltet und auch der Name hat Bezüge zum Zen – das Wort beschreibt einen natürlichen Bewusstseinszustand, nicht aktiv und in sich gekehrt.

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Zum Autor: Björn Eichstädt ist Geschäftsführender Gesellschafter der Kommunikationsagentur Storymaker. Die Agentur fokussiert sich auf die Unterstützung von technologiegetriebenen Unternehmen im Bereich PR, Digitalkommunikation und Content-Entwicklung. Darüber hinaus ist Storymaker in Ostasien aktiv mit Schwerpunkten in China und Japan.

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