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Johannes Ceh/Strength And Balance
Foto: Johannes Ceh/Strength And Balance
Special leadfaces Event Ethik

Zukunftskompetenz Gastgeber

Was genau ist es, was dich an einem Event wie OMR fasziniert? Dich wiederkommen lässt? Sind es die Speaker? Die Cocktails? Sind es die wilden Partys? Die informativ charmanten Podcasts? Alles zusammen? Johannes Ceh hat eine bezeichnende persönliche Antwort.

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Vor ein paar Tagen schrieb meine LEAD-Kolumnen-Kollegin Tijen Onaran über die Zukunftskompetenz Storytelling Folgendes: "Analoge Formate, wie Veranstaltungen, werden in Zeiten digitaler Kommunikation wichtiger denn je und entscheiden über den Erfolg einer Geschichte." Ich stimme dem zu 100 Prozent zu und glaube, dass es sich lohnt, diesen Punkt genauer zu betrachten.

Ich bin beruflich und privat oft auf Veranstaltungen. Es ist jedoch ein großer Unterschied, ob ich hingehe. Oder ob ich dort bleibe. Oder sogar wiederkomme. Für mich spielen hierbei weniger die Location, spektakuläre Innovationen und ein super heldenhaftes Speaker Line-Up eine Rolle. Es geht darum, dass ich mich wohl fühle. Worum es mir zentral geht, sind die Menschen, die dort sind, der Austausch mit diesen Menschen und was wir voneinander lernen. Ja, natürlich ist ein Keynote-Speaker wie Gary Vaynerchuk spektakulär, eine tolles Buffet ein Hingucker, der Auftritt einer Band erfrischend. Doch was hilft mir all das, wenn ich keine Gelegenheit habe, mich zu entspannen. Zuzuhören. Mich auszutauschen. Das Ganze bei mir ankommen zu lassen. Zu verarbeiten. Ein Event ist ein Gesamtorchester, nur für alle Sinne. Und in digitalen Zeiten wird dieses auch noch über alle Kanäle hinweg verlängert. Es überrollt uns entweder wie eine Flasche Wodka neben dröhnenden Discolautsprechern - mit Kater, Taubheit und Arbeitsunfähigkeit am Morgen danach. Oder es berührt uns in unseren Herzen. Und bleibt. Beginnend von der charmant geschriebenen Einladung, über das orchestrierte Hauptevent bis hin zum dezenten Gastgeschenk. Oder auch nicht. Für mich sind alle Maßnahmen einer Veranstaltungsplattform - egal ob Online oder Offline - vor allem eines: Ausdruck des Gastgebers. Und seiner Kultur. Seines Handelns.

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An dieser Stelle möchte ich drei Gastgeber von Veranstaltungen hervorheben. Alle arbeiten sehr hart für ihren Erfolg - eine Qualität, die bei allem Hype um ihre Veranstaltungen oftmals vergessen wird. Doch für sie ist das Anpacken und Kümmern völlig selbstverständlich, denn sie sind vor allem eines: gute Gastgeber.

Andreas Bruckschlögel, Bernd Storm van's Gravesande, Felix Haas und Magdalena Rogl: Bits and Pretzels

Bevor ich 2017 erstmals die Bits and Pretzels besuchte, war ich skeptisch. Kevin Spacey, Richard Branson. Schnelles Wachstum und großer Hype um die Konferenz. Als ich dort war, war ich einfach nur baff. Ich hatte zuvor noch keine Plattform erlebt, die derart für Lust an Wissenstransfers steht. Und alle Teilnehmer genau daran Freude haben. Etwas ist mir besonders in Erinnerung geblieben: Auf dem Oktoberfest begrüßten die Gastgeber persönlich jeden einzelnen Teilnehmer der Bits and Pretzels. Weil es für sie ganz selbstverständlich und eine Freude ist.

Magdalena Rogl selbst ist zwar nicht Veranstalter der Bits and Pretzels, aber Teil des Kernteams. Ein Dejavu hatte ich Wochen später, als ich Magdalena wieder bei einem Event bei Microsoft traf. Analog zu Bits and Pretzels war es für sie eine Selbstverständlichkeit, selbst die Tickets an die Teilnehmer auszugeben.

Philipp Westermeyer: Online Marketing Rockstars

Wenn es um eine Veranstaltung im Deutschen Marketing einen Hype gibt, dann ist es wohl OMR. Als ich hörte, dass dieses Jahr 40.000 Gäste erwartet werden, war ich erstaunt. Ich bin gegenüber Hypes sehr kritisch, so schnell, wie sie verpuffen können. Und doch gibt es bei all dem Trubel jemanden, der mich sehr beeindruckt: Philipp Westermeyer.

Exemplarisch war für mich die Situation, als ich mich mit Philipp auf einer OMR-Party unterhielt, um ihn herum einige CMOs und CEOs der Deutschen Marketingbranche, bis etwas Unerwartetes passierte: Einer der Top-Musik-Acts an diesem Abend schimpfte laut vor sich hin. Philipp stand auf, und nahm ihn in den Arm. Er hörte seinem Gast zu, so lange bis dieser sich wieder beruhigte und er ihn sicher in eine Limousine zur Heimfahrt gesetzt hatte.

Jesper Laursen und Stine Holmgaard: Native Advertising Days

Als nicht-deutscher Veranstalter in Deutschland ein Event zu stemmen, ist immer eine Herausforderung. Kontakte, Kultur, Glaubenssätze sind nicht so geläufig wie in der eigenen Heimat. Umso größer die Integrationsleistung, wenn dies gelingt.

Die Native Days sind das Klassentreffen der Spitzenliga im Native Advertising. Und dies im Herzen Berlins. Ein kleines schlagkräftiges Team aus Kopenhagen überzeugt hierbei nicht nur jedes Jahr begehrte Speaker wie Jason Miller (LinkedIn) oder Brandon Keenan (CNN) nach Berlin zu kommen. Das Team fördert und lebt den interkulturellen Austausch. So wird nach einer Masterclass wie selbstverständlich bei einem Drink mit dem Creative Director der New York Times das Rezept für Käsespätzle mit Röstzwiebeln ausgetauscht.

Veranstaltungen fallen in digitalen Zeiten besonders ins Auge. Aus einem einfachen Grund: Sie lösen ein Produktversprechen ein. Sie sind anfassbar. Handfest. Realität. Oder anders gesagt: Was interessieren mich die bunten bewegten animierten Sound- Klickbanner und Red Bull-Fake-Dosen einer DMEXCO, wenn ich von den Menschenmassen vor Ort fast zu Tode getreten werde? Gute Gastgeber brauchen kein Feuerwerk. Keine Special Effects. Keinen Energy Drink. Sie stehen nicht im Mittelpunkt, sondern das gemeinsame entstehende Erlebnis ist alles, was zählt. Damit sich Gäste wohlfühlen. Es ist ihr Handeln. Es ist ihr Sein, ihre Liebe zum Detail, der wenn nötig volle Körpereinsatz, die den Unterschied machen. Kleine wahrhafte Gesten, die exemplarisch sind für ihre Leidenschaft.

Johannes Ceh ist gelernter Journalist und arbeitete als Digital- wie Content-Stratege für Unternehmen wie Sport1, SKY, Springer & Jacoby, BMW, Daimler, JungvonMatt und Ogilvy. Heute unterstützt er als strategischer Berater Unternehmen an der Schnittstelle von Customer Experience, Digitalkultur und Organisationsentwicklung. Außerdem arbeitet Johannes Ceh derzeit an einem Buch zu Customer Experience und dem damit verbundenen Wandel in Organisationen.

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