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LEAD-Kolumnist Matthias Mehner (Foto: Martin Kroll/Collage: Uli Kurz)
Messenger Marketing Datenschutz

World of Messenger: Die Datenschutz-Heros

Wer Messenger sagt, denkt oft erstmal an WhatsApp. Dabei eröffnen Nutzerbedürfnisse und -szenarien einer ganzen Reihe an Anbietern den Business-Markt.

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Letzte Woche gab es keine Kolumne von mir, da wir hier einen riesigen Berg an Arbeit hatten. Wir haben uns nämlich unbenannt – oder wie das im Marketing viel cooler klingt: „Wir hatten einen ReBrand“. Ich schreibe hier also nicht mehr als der Matthias von WhatsBroadcast, sondern der Matthias von MessengerPeople. Die Umbenennung war nötig, da Messenger-Marketing nicht nur aus Broadcast besteht und auch nicht NUR aus WhatsApp.

Und da wären wir schon beim Thema. In den nächsten vier Ausgaben möchte ich einen kleinen Überblick über Messenger-Apps geben, angefangen mit den Helden des Datenschutzes.

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Threema – Made in Switzerland

Threema ist ein Instant-Messaging-Dienst zur Nutzung auf Smartphones und Tablet. Seit Dezember 2016 gibt es auch eine Desktop-Lösung. Das Markenzeichen des Dienstes ist sein Anspruch, die höchste Datensicherheit und den besten Schutz der Privatsphäre zu bieten. Im Zuge des NSA-Affäre (“Abhörskandal”) zählte Threema deshalb im Sommer 2013 und Frühjahr 2014 zu den beliebtesten kostenpflichtigen Apps im deutschsprachigen Raum.

Entwickelt wurde Threema vom Schweizer Manuel Kasper. Im Frühjahr 2014 wurde die Threema GmbH mit Sitz in Pfäffikon (Schweiz) gegründet. Nach der Übernahme von WhatsApp durch Facebook konnte der Dienst im Februar 2014 seine Nutzerzahlen innerhalb eines Tages verdoppeln.

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Threema wird aktuell von rund 4,5 Millionen Menschen (Stand: Januar 2018) genutzt. Dabei macht der DACH-Markt (Deutschland, Österreich und Schweiz) den größten Anteil aus: Über 80 Prozent der Threema-Nutzer stammen aus dem deutschsprachigen Raum, gefolgt von den USA und Russland.

Device Messenger Special Threema Work
(Foto: Messenger People)

Alle Threema-Nachrichten werden ausschließlich End-to-end-verschlüsselt verschickt. Die Kommunikation zwischen den Threema-Servern und dem Endgerät ist zusätzlich durch eine Transportverschlüsselung gesichert. Mit Threema können Textnachrichten, Bilder, Videos, der eigene Standort und Sprachnachrichten versandt sowie Sprachanrufe getätigt werden. Unter Android und iOS können ab Version 2.4 Dateien beliebiger Art mit bis zu 50 MB versendet werden.

Bereits seit Januar 2015 gibt es auch die Möglichkeit, Umfragen innerhalb einer Konversation oder im Gruppenchat durchzuführen. Weitere Besonderheiten von Threema sind die Datensparsamkeit, die Möglichkeit, den Dienst anonym zu nutzen, sowie der sogenannte “optionale Adressbuch-Abgleich”. Das heißt, die Nutzung der App ist auch ohne Freigabe der Kontakte im Adressbuch des Nutzers möglich. Threema bietet zudem Unterstützung für Android-Wear-Smartwatches und Android Auto.

Threema für Unternehmen

Seit Mai 2016 bietet der Dienst mit “Threema Work” eine Chat-Lösung für Firmen und Organisationen, die Wert auf Datenschutz und Sicherheit legen.

Ganz neu seit August ist der Newsletter-Dienst für Geschäftskunden: “Threema Broadcast” bietet eine Lösung für Unternehmen, die via Messenger auf sicherem Weg an ihre Zielgruppe kommunizieren wollen. Threema Broadcast steht Kunden von Threema Work kostenlos zur Verfügung. Das Angebot ist aber auch als eigenständiges Produkt erhältlich und wird dann in einer Paketlogik je nach Anzahl der Abonnenten abgerechnet.

Zu den Kunden der Threema Business-Lösungen (Work und/oder Broadcast) gehören namhafte DAX-Konzerne und staatliche Verwaltungen: Seit März 2017 nutzt etwa Daimler Threema Work als internen Firmen-Messenger. Auch die Schottel GmbH, Die Grünen, die KBC Bank- und Versicherungsgruppe oder die Erasmus-Universität Rotterdam sind Threema-Kunden.

Telegram - in einigen Ländern blockiert

Telegram ist ein kostenloser, cloudbasierter Instant-Messaging-Dienst. Der Dienst wurde 2013 von den Brüdern Nikolai und Pawel Durow gegründet, die bereits das meistgenutzte russische soziale Netzwerk “Vk.com” gegründet hatten. Die Gesellschaft Telegram Messenger LLP ist nach eigenen Angaben ein unabhängiges Non-Profit-Unternehmen. Im März 2018 verzeichnete Telegram 200 Millionen aktive Nutzer weltweit, besonders beliebt ist er in Osteuropa und dem mittleren Osten.

Device Messenger Special Telegram Wash Post
(Foto: Messenger People)

Telegram unterstützt prinzipiell zwei Arten von Chats. Die cloudbasierten sind die Standardeinstellung und werden lediglich über das MTProto-Protokoll zwischen dem Endgerät und dem Server verschlüsselt. Geheime Chats werden zwischen den Endgeräten beider Chat-Teilnehmer Ende-zu-Ende-verschlüsselt und können zusätzlich nach einer vorgegebenen Zeitspanne (bspw. 30 Sekunden) von beiden Endgeräten gelöscht werden.

Damit ist der Austausch über Telegram verdammt sicher. So sicher, dass der Dienst in Russland, Iran, Indonesien und in China von der Regierung blockiert wurde.

​Telegram für Unternehmen

Telegram verfügt über eine sehr umfangreiche API, mit der Unternehmen eigene Bots erstellen können. Außerdem biete Telegram eine gute Newsletter-Funktion und sogar Kanäle für Unternehmen an.

Die Washington Post hat so einen Kanal und bereits 6739 Abonnenten. In Deutschland nutzt zum Beispiel die Hamburger Hochbahn Telegram sehr innovativ, um aktuelle Informationen und Störungen im Streckennetz automatisiert zu kommunizieren.

Signal – der wirklich private Messenger

Signal wurde maßgeblich von dem Sicherheitsforscher Moxie Marlinspike entwickelt und ist ein freier verschlüsselter Krypto-Messenger, der aufgrund seiner Datensparsamkeit und seiner End-to-end-Verschlüsselung vor allem von Datenschützern empfohlen wird. Open Whisper Systems, das Unternehmen hinter Signal, finanziert sich durch private Spenden, WhatsApp-Gründer Brian Acton steuerte ein Startkapital von 50 Millionen US-Dollar bei. Ziel der Stiftung ist es, mit Signal eine Open-Source-Software zur sicheren Kommunikation zu entwickeln und dadurch die Meinungsfreiheit zu fördern.

Ähnlich wie der Messenger-Dienst Telegram gilt Signal als “Messenger der ersten Wahl” in repressiven Staaten: So erzielte Signal den Großteil seines Wachstums im Jahr 2017 aus Ländern, die an der Spitze des Korruptionswahrnehmungsindexes von Transparency International standen (Wachstum in diesen Staaten: 147 Prozent). Dazu zählen etwa Venezuela, Nigeria, Kenia, Russland und die Ukraine.

Device Messenger Special Signal
(Foto: Messenger People)

Was Signal so besonders macht: Nutzer können sich sicher sein, dass ihre private Kommunikation privat bleibt und nicht mitgelesen wird. Jede Nachricht zwischen Signal-Nutzern ist verschlüsselt. Zudem ist die von Signal verwendete Verschlüsselung unter einer Open-Source-Lizenz verfügbar, so dass jeder mit dem nötigen technischen Verständnis die App testen und nach Fehlern durchsuchen kann.

Wer besonders darauf bedacht ist, dass Nachrichten nicht in die falschen Hände gelangen, hat bei Signal die Möglichkeit, den Selbstzerstörungsmodus zu aktivieren: Unterhaltungen löschen sich dann nach einer bestimmten Zeit. Auch Sprachnachrichten sind bei Signal verschlüsselt: “Niemand kann mithören”.

Signal für Unternehmen

Signal bietet bislang keine eigenen Business-Lösungen – und das wird wohl auch kurz- bis mittelfristig so bleiben: Eine “Kommerzialisierung” der Messenger-Kommunikation entspricht weder dem libertären Geist der Signal-Stiftung, noch dem der Signal-User, die sich meist mit der Rolle des ideologisch und/oder datenschutzrechtlich motivierten “Messenger-Rebellen” identifizieren.

Signal unterscheidet sich, was die Funktionsweise betrifft, nur marginal von anderen Messenger-Apps.

Zum Autor:Matthias Mehner ist Vice President Strategy & Innovation bei MessengerPeople. Für LEAD schreibt er über das Thema Messenger.

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Threema Telegram Signal
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