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Wordpress
Zu früh, zu ambitioniert: Mit Version 5 hat sich WordPress – bisher – keinen Gefallen getan (Foto: 123rf.de)
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WordPress 5: So geht es 2019 weiter

Gutenberg - so heißt der umstrittene Editor des neuen WordPress 5, der das erfolgreichste Redaktionssystem der Welt Ende 2018 in eine massive Krise gestürzt hat. LEAD beantwortet die fünf wichtigsten Fragen rund um WordPress 5 und erklärt, wie es im neuen Jahr weitergeht.

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Auf dem Papier – und im Video – sah alles großartig aus. Gut 15 Jahre nach ihrem Start hat die kostenlose Open-Source-Software WordPress, mit der laut Hersteller weltweit ein Drittel aller Webseiten laufen, mit Version 5 ihre bisher umfangreichste Überarbeitung erhalten. Die Aktualisierung mit dem Projekttitel Bebo – deren Namensgeber mit dem Kubaner Bebo Valdés wie immer ein Jazzmusiker ist – sollte das zuletzt durchaus renovierungsbedürftige WordPress in ein neues Zeitalter befördern. Doch das ging, zumindest bisher, gründlich schief.

Was bringen WordPress 5 und Gutenberg?

Kernstück der Runderneuerung ist der Gutenberg-Editor, der die WordPress-Inhalte in einzelne Blöcke aufteilt. Während der klassische Editor eher an Word erinnert, mit ganz ähnlichen und relativ simplen Bearbeitungsfunktionen, setzt Gutenberg den Inhalt aus beliebigen Blöcken zusammen.

Solche Blöcke sind beispielsweise Überschriften, Texte, Absätze, Bilder, Videos, Sounds, Zitate oder Listen. Diese Blöcke kann der Nutzer beliebig verändern, verschieben oder neu anordnen – und das sogar mehrspaltig. Wie das funktioniert, lässt sich auf der offiziellen WordPress-Webseite testen.

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Wordpress 5 Blocks
Beliebige Blöcke lassen sich zu einer Seite zusammensetzen – das ist das Prinzip von WordPress 5 (Foto: WordPress)

Wie bei einem Puzzle sollen so moderne, abwechslungsreiche und multimediale Webseiten entstehen, die sich für alle Bildschirme vom Smartphone bis zum großen Computer optimal skalieren. Generell ist das Konzept schlüssig und zukunftsweisend – und wird von WordPress entsprechend euphorisch angepriesen.

"Willkommen in der wundervollen Welt der Blöcke, in einer aufregenden Zukunft. Werde ein Baumeister!", heißt es da. Und: "Das sind deine neuen besten Freunde, die Blöcke." Doch nach dem offiziellen Start von WordPress 5 am 6. Dezember blieb die Freundschaft eher einseitig. Kein Bock auf Block.

Was lief schief mit WordPress 5?

Trotz mehrfacher Verschiebungen erschien das Update zu schnell und unausgereift. Während im Präsentationsvideo die Blöcke spektakulär über die Webseite fliegen, ist eine Vielzahl der Funktionen in Wahrheit noch gar nicht verfügbar. Und die erste Version von WordPress 5 steckte voller Bugs – von denen im aktuellen Update 5.0.2 wenigstens einige beseitigt sind. Wirklich zuverlässig brauchbar für Live-Webseiten (mit denen viele Nutzer ihr Geld verdienen müssen) ist WordPress 5 aber nach wie vor nicht.

Wordpress5
Hier ist WordPress 5 – doch die Begeisterung der Nutzer hält sich in engen Grenzen (Foto: WordPress)

Entsprechend verheerend fallen die Reaktionen zum Präsentationsvideo aus: "Das ist das lächerlichste Produktvideo, das ich je gesehen habe. Es ist komplett ausgedacht. Das tatsächliche Produkt funktioniert in keinster Weise wie im Video. Genau gesagt, funktioniert es überhaupt nicht", heißt es auf YouTube. Kürzere Statements: "Wie man sich selber in den Fuß schießt", und "Wir warten auf Version 6.0".

Neben dem unausgereiften Gutenberg-Editor ist vor allem die Kompatibilität mit über 60 Millionen bestehender WordPress-Webseiten das größte Problem. Grundsätzlich sollte das Update auf WP 5 die bisherigen Webseiten nicht beeinträchtigen oder beschädigen. Der bestehende Content soll als "Classic Block" angezeigt werden – der sich auf Wunsch in die neuen Blöcke aufteilen lässt. Doch das klappt mehr schlecht als recht.

Typische Klage im WordPress-Forum: "Ich habe nun ein Update auf WordPress 5.0 gemacht. Dabei ist der Gutenberg Editor ja quasi inbegriffen. Wenn ich Gutenberg dann allerdings deaktiviere, zerschießt das meine ganze Startseite." Millionen von WordPress-Nutzern warten deshalb bisher mit dem Update auf 5.0, aus Sorge um ihre mit viel Zeitaufwand erstellten Inhalte.

Was sollten WordPress-Nutzer jetzt tun?

Beste Idee ist es, vorerst mit dem Upgrade auf Version 5 zu warten. Letzte Version des bewährten WordPress, die bedenkenlos verwendet werden kann, ist die 4.9.9. Ein Zwangsupdate oder gar eine automatische Aktualisierung auf Version 5 gibt es nicht. Denn selbstständig aktualisiert WordPress nur kleinere Sprünge, beispielsweise von 4.9.8 auf 4.9.9. Nutzer können also bedenkenlos bei der 4.9.9 bleiben oder auf die 4.9.9 updaten – und in Ruhe abwarten, wie sich die Lage in den nächsten Wochen und Monaten weiter entwickelt.

Gutenberg
So sieht der neue Gutenberg-Editor aus – doch er lässt sich abschalten (Foto: WordPress)

Wer freiwillig oder versehentlich auf WordPress 5 aktualisiert hat, kann Gutenberg abschalten und wieder durch den klassischen Editor ersetzen. Dafür bietet WordPress das kostenlose Plugin "Classic Editor" an, das bereits über zwei Millionen Mal installiert wurde und von seinen Nutzern mit der Bestnote von fünf Sternen bewertet wird. Zum Vergleich: Der Gutenberg-Editor, der sich als Plugin auch separat laden lässt, wird mit zwei Sternen abgestraft.

Es ist sogar möglich, beide Editoren parallel zu installieren, und dann im Menü "Schreiben" zu entscheiden, welchen man verwendet. Nach dem Deaktivieren von Gutenberg sollte die bisherige Webseite wieder wie gewohnt aussehen – was aber bei Weitem nicht in allen Fällen funktioniert. Hier ist dann hoffentlich ein Backup vorhanden, um zum alten Stand zurückkehren zu können.

Wie mache ich mich mit WordPress 5 vertraut?

Wie gesagt: Generell ist der neue Editor ein klarer Schritt nach vorne – wenn er denn irgendwann funktioniert. Er ermöglicht viele Funktionen, für die bisher Plugins erforderlich waren. Er vereinfacht das Bearbeiten und sorgt für vielseitigere, modernere Inhalte. Um sich einzuarbeiten, ist ein frisch installierter Blog zum Üben und Testen ideal. WordPress 5 kommt standardmäßig mit dem neuen Theme Twenty-Nineteen, das bereits auf Gutenberg abgestimmt ist.

Wordpress Twenty Nineteen
Mit Themes wie dem neuen "Twenty-Nineteen" sollen WordPress-5-Seiten auf allen Bildschirmgrößen perfekt funktionieren (Foto: WordPress)

Bekannte Themes wie Hestia oder Neve funktionieren ebenfalls schon mit dem neuen Editor. Und auch bei Themeforest, dem größten Marktplatz für WordPress-Themes, werden immer mehr Inhalte für Gutenberg optimiert. Wer den Mut hat, seine bestehende Webseite jetzt auf Version 5.0.2 zu aktualisieren, sollte in jedem Fall vorher alle Plugins auf den neuesten Stand bringen und danach ein Backup seiner WordPress-Installation erstellen, um notfalls zur alten Version zurückkehren zu können. Für eine Neuinstallation ist auch WordPress 4.9.9 nach wie vor zum Download verfügbar. Beim Zurücksetzen auf eine ältere Version hilft häufig das Plugin WP Rollback.

Wie geht es 2019 mit WordPress weiter?

Mitgründer Matt Mullenweg hat gerade in seiner jährlichen Keynote "State of the Word" die Zukunft von WordPress skizziert. Trotz aller Startschwierigkeiten wird langfristig an WordPress 5 und an Gutenberg kein Weg vorbeiführen. Während bisher nur der Contentbereich von den Neuerungen betroffen ist, sollen 2019 – neben zweiwöchigen kleineren Updates – auch die Mini-Programme Widgets sowie die WordPress-Menüs in das neue System einbezogen werden und als Blöcke verfügbar sein. 2020 und später stehen dann neue Lösungen für Mehrbenutzer-Umgebungen und für mehrsprachige WordPress-Webseiten an.

Matt Mullenweg
Sein "Baby" macht gerade Probleme: WordPress-Gründer Matt Mullenweg (Foto: WordPress)

Bis dahin sollten dann die Startschwierigkeiten von Gutenberg in Vergessenheit geraten sein. Und wenn nicht? WordPress verspricht mittlerweile, dass der "Classic Editor", momentan die letzte Rettung für Millionen von Nutzern, "mindestens bis 2022" unterstützt wird – "oder solange er eben notwendig ist". Wer vom neuen WordPress abgeschreckt ist, kann also noch einige Jahre praktisch das alte WordPress nutzen.

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