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Wolff-Christoph Fuss ist Sportkommentator beim TV-Sender Sky (Bild: Sky)
Jörg Heinrich WM 2018 Fußball

Wolff-Christoph Fuss: Der schärfste Typ der WM

Sportmoderator Wolff-Christoph Fuss wird für Sky während der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland an 32 Tagen 25 Spiele kommentieren - außer seine Frau, Anna Kraft, bekommt das gemeinsame Kind. Ein Interview mit dem Marathon-Mann der WM 2018.

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Er ist der schärfste Typ der WM 2018. Wolff-Christoph Fuss kommentiert bei Sky innerhalb von 32 Tagen 25 Spiele live – alles im spektakulären UHD-Bildformat, viermal schärfer als bei ARD und ZDF. Der Marathon-Mann aus München ist damit der einzige deutsche TV-Kommentator, der alle Spiele von Jogi Löws Elf überträgt. Bei seinem "Spiel des Tages" sitzt Fuss im Sky-Studio in München-Unterföhring – denn es ist gut möglich, dass er zwischendurch mal weg muss. Seine Lebensgefährtin, ZDF-Sportmoderatorin Anna Kraft, ist schwanger – und das Kind wird am Tag nach dem WM-Endspiel am 15. Juli erwartet. Oder es kommt ein paar Tage früher. Spannende Themen für unser Social-Media-Interview mit Wolff-Christoph Fuss.

Herr Fuss, war der WM-Marathon Ihre Idee?

Wolff-Christoph Fuss: Nö, das war der Wunsch des Senders. Und dann verschließe ich mich nicht, ich mag ja Herausforderungen. Englische Wochen mit drei Spielen pro Woche kenne ich schon. Dann lerne ich jetzt eben russische Wochen kennen – jeden Tag ein Fußballspiel.

25 Tage in der dunklen Kabine – auch so kann man den Sommer verbringen.

Zwischendurch darf ich auch mal raus. Aber diese Kabine wird mein Wohnzimmer für die nächsten vier Wochen. Ich hoffe, die Kollegen stellen mir ein paar Blümchen hin. Das Handtuch über meinem Stuhl lasse ich auf jeden Fall liegen. Und dann werde ich jeden Tag aus dem dunklen Turm berichten.

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Aber Sie sind nicht auf der Flucht vor der Schwangerschaftsgymnastik?

Überhaupt nicht. Das war ja meine Grundbedingung, dass ich in der Lage sein muss, innerhalb einer halben Stunde im Krankenhaus zu sein, wenn's vorzeitig ernst wird.

Und dann sagen Sie: Liebe Zuschauer, ich muss leider weg, ich krieg' ein Kind.

Genauso wird's kommen. Ich habe das Telefon während der Spiele immer an, wenn auch auf lautlos. Und sobald ich merke, da tut sich was, lasse ich Stift und Headset fallen, und bin durch die Tür. Dann muss mein Assistent Michael Morhardt übernehmen, mein Fehlerflüsterer seit 14 Jahren.

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Anna Kraft ist Sportmoderatorin beim ZDF (Bild: ZDF)

Wir drücken Ihnen fest die Daumen! Bleibt da überhaupt Zeit für die WM-Vorbereitung?

Muss ja. Der größte Teil der Vorbereitung ist schon vor dem Turnier passiert. Da wird der Nährboden für die 90 Minuten gelegt. Da geht's drum, Statistiken zu bimsen, Saisonverläufe anzuschauen und Spielerporträts zu lesen.

Hilft Ihnen Social Media bei der Vorbereitung?

Klar, total. Zur Vorbereitung auf die Brasilianer habe ich mir zum Beispiel auf Instagram das Video von Fagner von Corinthians São Paulo angeschaut, der mit seiner ganzen Familie vor dem Fernseher seine Nominierung euphorisch gefeiert hat. Das sind einfach tolle Momente. Und wenn der Spieler mal bei der WM zu sehen ist, kann ich das wunderbar erzählen. Und das ist nur ein Beispiel.

Nutzen Sie die zahllosen Statistiken, die man im Internet findet?

Zum Teil schon. Ich staune immer wieder, welche unfassbaren Zahlen es über Fußballspiele gibt. Vor allem die Engländer liefern da über Twitter sensationelles Material. Das sind die Perlen, die mich jobmäßig weiterbringen. Da hinken wir in Deutschland hinterher. Hier geht es auf Twitter ja leider vor allem darum, sich mit 280 Zeichen über Leute lustig zu machen und auf Fehler zu warten. Ich finde, bei uns wird dieses Medium fast ein wenig missbraucht.

Lesen Sie die Tweets deutscher Fußballer?

Ich lese sie schon. Aber mir kommt das oft chemisch gereinigt vor. Ich finde es zwar ganz nett, wenn Mats Hummels an seinem freien Tag in eine Möhre beißt. Aber der daraus resultierende Erkenntnisgewinn ist überschaubar. Da bin ich wohl die falsche Zielgruppe. Wobei man bei Mats wenigstens das Gefühl hat, dass er da selbst schreibt. Bei den meisten sind es ja Tweets ihrer Agentur, von denen die Spieler wahrscheinlich gar nichts wissen.

Unter @wolfffuss twittern Sie selbst, und kein Management?

Das bin immer ich selbst. Das Passwort kriegt niemand, da lass ich keinen ran. Genau wie bei meinen Accounts bei Facebook und Instagram. Und deshalb kann es auch mal sein, dass zwei Wochen lang nichts passiert. Mittlerweile ist es ja schon so weit, dass sich dann Bekannte melden und fragen: Geht's Dir gut? Ich les gar nichts von Dir. Hiermit stelle ich offiziell klar: Wenn ich zwei Wochen nichts poste, bin ich meistens im Urlaub. Aber ich lebe noch. Danke der Nachfrage.

Sie setzen die Kanäle ganz unterschiedlich ein.

Das stimmt. Instagram, das sind die Wohlfühl-Bilder und der Blick hinter die Kulissen, der für die Leute offenbar sehr spannend ist. Da gibt es Bilder aus Fußballstadien, oder auch mal aus der Freizeit – wobei mir wichtig ist, dass es nicht zu privat wird. Facebook und Twitter sind mehr die Kommunikationstools, wenn ich das Gefühl habe, dass ich etwas loswerden oder klarstellen muss. Aber es ist immer ungefiltert 1:1 Fuss.

Es geht nix über generöse Eisverkäufer 😅 #bleibensiesportlich #SkyWM #wm2018

Ein Beitrag geteilt von Wolff Fuss (@wolfffuss) am

Das ist die positive Seite von Social Media. Und die negative?

Die gibt's auch. Wenn ich zum Beispiel auf Facebook meine Meinung zu einem Transfer poste, muss ich im Nachgang gut aufpassen, was dann passiert. Da kann es sein, dass ich eine Stunde später eine ausufernde Diskussion darunter stehen habe, mit "Scheiß-Dortmund" und "Scheiß-Bayern", die mit meinem Post überhaupt nichts mehr zu tun hat. Ich weiß genau, wenn ich auf Facebook meine Meinung zum Thema Gündogan und Özil zum Besten gäbe, würde es dramatisch ausufern.

Haben Sie schon Shitstorms gegen sich erlebt?

Ich selbst nicht, bisher bin ich recht gut davongekommen. Es findet nicht jeder gut, was ich mache, was auch vollkommen okay ist. Ich finde auch nicht jeden gut, bei dem ich im Wohnzimmer zu hören bin. Aber wie die Leute gerade auf Twitter oder Facebook miteinander umgehen - von Rechtschreibung und Stil mal ganz abgesehen - bestürzt mich zum Teil. Und bei Twitter frage ich mich oft, schaut ihr eigentlich das Fußballspiel auch an, über das ihr vermeintlich twittert? Oder geht es nur darum, irgendjemandem einen ätzenden Tweet reinzudrücken?

Nutzen Sie während der Spiele Social Media? Schauen Sie aufs Smartphone, über was Twitter gerade lästert?

Davor und danach immer wieder, um keine Themen zu verpassen, selten in der Pause, und während der Spiele nie. Wenn während der WM beim Spiel wirklich etwas passiert, was ich auf dem Fernseher nicht mitbekomme, flüstern mir das die Kollegen aufs Ohr. Der bedeutungsschwangere Mittelfinger von Robbie Williams während der Eröffnungsfeier beispielsweise, wurde im Verlauf der ersten Hälfte des Eröffnungsspiels von ihm via Social Media erklärt. Das wurde an mich weitergereicht und ich konnte im Verlauf der Übertragung davon berichten.

Ihre Lebensgefährtin Anna ist ja auch fleißig am Instagrammen. Aber Sie sprechen schon noch persönlich miteinander? Und wünschen sich nicht über Instagram alles Gute zum Geburtstag, auf Deutsch und Englisch? Auch das gibt es ja bei modernen Paaren.

Bei uns nicht. Wir sprechen noch, ja, sonst wäre es mit dem Kinderwunsch auch schwierig gewesen. Aber wir folgen uns – reell und virtuell. Wobei, gute Idee. Das nächste Mal gratuliere ich ihr auch auf Englisch zum Geburtstag - persönlich. :-)

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