Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Audio Voice Transformation

"Wir treten gerade in das goldene Audiozeitalter ein"

Cornelius Ringe ist geschäftsführender Gesellschafter der Agentur Wesound und berät Marken wie Bayer, DFL, Manner, Seat oder Real bei ihrem akustischen Auftritt. Im Interview mit LEAD erklärt er, warum jetzt das Primat des Visuellen in der Kommunikation aufgelöst wird.

Cornelius Ringe ist geschäftsführender Gesellschafter der Agentur Wesound (Bild: Cornelius Ringe)
Anzeige
Anzeige
Anzeige

LEAD: Sie sprechen lieber von Audio Branding statt von Sound Branding. Was ist der Unterschied?

Cornelius Ringe: Sound ist das Mittel, Audio ist der Kanal. Wenn man von Audio Branding spricht, gibt man dem Hören eine wesentlich größere Bedeutung – und das ist richtig so. Denn es kommt darauf an, was die Hörer aufnehmen und wie das Gehörte ankommt. Branding entsteht im Kopf.

Darauf hat man aber nur begrenzt Einfluss

Gelungenes Branding ist multisensorisch. Die auditive Wahrnehmung findet nicht losgelöst von den anderen Sinnen statt. Ein Beispiel: Platzregen und Applaus klingen sehr ähnlich. Aber je nachdem, ob ich Ihnen ein Bild vom Regenwald oder von einem Konzertsaal zeige, werden Sie das gehörte anders interpretieren.

Der Siegeszug der Sprachassistenten verändert aktuell die Kommunikation enorm. Wohin wird sich das noch entwickeln?

Wir erleben gerade, wie ein ganz neuer Kanal entsteht. Durch die Künstliche Intelligenz im Hintergrund wird die Kommunikation wieder sehr viel intuitiver und verändert die Interaktion zwischen Menschen und Maschinen, das Human-Machine-Interface. Da herrschte lange das Primat des Visuellen, das jetzt mit Audio komplementiert wird.

Anzeige

Smart Speaker sind nur der Anfang. Sie sind das, was früher die ersten HTML-Seiten waren, als das Internet entstand. Die Sprachsteuerung im Auto ist bereits recht weit entwickelt und wir werden erleben, dass auch andere Geräte, etwa Küchenmaschinen, auf Sprachbefehle reagieren. Dann werden wir ein Internet of Voice kennenlernen. Wir treten gerade in das goldene Audiozeitalter ein.

Und wenn es soweit ist, müssen Marken sich bereits gefragt haben, wie sie dabei stattfinden wollen.

Ja, das wird sich rasend schnell entwickeln. Die Voice-Anwendungen, die wir jetzt kennen, sind vergleichbar mit einer dreiteiligen Text-Anzeige in einem Anzeigenblatt. Doch auf dem Niveau wird es nicht lange bleiben. Marken werden lernen, Audio zu denken.

Im Corporate Design gibt es Guidelines mit Schriften, Farben und so weiter. Übertragen auf Audio heißt das, wir brauchen einen Brand Sound, der auf allen Kanälen funktioniert und erkennbar ist. Es ist schließlich die eine Sache, Werbung im Audio-Umfeld zu machen. Radio-Spots kennen wir schon lange. Eine ganz andere Sache ist es, in einer Audio-Umgebung als Marke überhaupt hineinzugelangen.

Da gibt es bereits interessante Ansätze mit Skills oder Native Advertising auf Alexa.

Ein Skill ist momentan noch die einfachste Lösung. Es gibt einige Beispiele, die einzelne Aspekte ganz gut umgesetzt haben, aber es geht um sehr viel mehr als Skills. Mastercard hat gerade eine spannende Kampagne umgesetzt, in der es nebenbei um nichts Geringeres geht, als um die Frage, wie Bezahlen klingt.

Immer, wenn in den Clips bezahlt wird, hört man den Mastercard-Sound. Dieser Klang hat das Potential, zum Sound für das digitale Bezahlen allgemein zu werden, so wie der Begriff Tempo für Taschentücher allgemein steht.

Große auditive Flächen liegen momentan noch brach. Das ist eine ganz neue Welt, in der die Claims noch abgesteckt werden können.

Mehr zum Thema Audio Branding erzählt Cornelius Ringe auf der Munich Marketing Week, die vom 4. bis 6. Juni 2019 in München stattfindet. Holen Sie sich inspirierende Ideen für morgen, lernen Sie Technologien kennen, die sich nach Zukunft anhören, aber jetzt schon Realität sind. Mehr Informationen zum Programm und den Referenten finden Sie hier.

Lead 4 Voice 1200X1200
Licence to skill

Voice-Skills gelten als die neuen Apps. Doch was können Sprachassistenten wirklich leisten? Das LEAD Bookazine 4/2018 zeigt den Nutzen von Voice-Programmen und wann sich der Aufwand für ein Unternehmen tatsächlich lohnt.

Anzeige
Anzeige
Verlagsangebot
Anzeige
Anzeige
Aktuelle Stellenangebote
Alle Stellenangebote