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Johannes Ceh (Foto: Thomas Dashuber)
Kommunikation Digitalisierung Unternehmenskultur

Wir müssen den verantwortungsvollen Umgang mit der Digitalisierung erst noch lernen

Die Wirkungsmechanismen der Digitalisierung beeinflussen nicht nur das wirtschaftliche, sondern auch unser menschliches Zusammenleben. LEAD-Kolumnist Johannes Ceh erklärt, warum digitale Verantwortung deshalb nicht auf Kommunikation reduziert werden kann.

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Vor einem Jahr habe ich geschrieben: "Wer kommuniziert, trägt Verantwortung" Was mich rückblickend erschreckt: In wie vielen Köpfen digitale Verantwortung als reines Kommunikationsthema abgestempelt wird.

Beispiel gefällig? In einem Panel wollte mir ein Chief Digital Officer vermitteln, er müsse sich damit nicht auseinandersetzen - dies sei ja ein PR- und Marketing-Thema. Ach ja, so einfach ist das? Wenn dem so wäre, dann würde es also ausreichen, dass Unternehmen freundlicher und menschlicher mit ihren Kunden und Mitarbeitern sprechen. Es ginge nach dieser Definition einzig darum, was wir sagen. Und nicht, welche Geschichte wir erzählen. Es ginge nicht um das, was wir wirklich tun.

Wie weltfremd muss man sein, eine derart zentrale Rolle wie die eines Chief Digital Officers einzunehmen und nicht zu verstehen, wie stark die Wirkungsmechanismen der Digitalisierung nicht nur das wirtschaftliche, sondern auch unser menschliches Zusammenleben beeinflussen? Natürlich macht es einen Unterschied, wie und wozu wir diese Werkzeuge einsetzen.

Schrader setzt sich tiefgreifend mit der Digitalisierung auseinander

Matthias Schrader hat mit einer Reihe von Co-Autoren das Buch "Digital Fix. Fix Digital" herausgebracht. Schrader hat in seinen Büchern schon immer Haltung gezeigt: Er setzt sich tiefgreifend mit der Digitalisierung auseinander und vermittelt uns, was diese mit uns macht.

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Während viele Unternehmen bei der digitalen Transformation erst mal an sich selbst denken, erobern Google, Apple, Facebook und Amazon den Alltag der Nutzer. Sie dringen erfolgreich in Branchen wie Banken, Versicherungen, Telekommunikation, Handel und Automobil vor. Sie verändern das Kaufverhalten, Geschäftsmodelle und die Wertschöpfung.

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Wie bitte?

Noch nie gab es so viele Möglichkeiten zu kommunizieren. Wie Unternehmen es dennoch schaffen, ihre Botschaft erfolgreich zu vermitteln? Das LEAD Bookazine 4/2018 gibt unter anderem Tipps für den Einsatz von Voice-Skills, UX und Change-Management im Arbeitsleben. So gelingt Kommunikation – ohne Missverständnisse.

Vielen Unternehmen droht dadurch, dass ihnen die Beziehungen zu ihren Kunden entgleiten, wie Schrader bereits in seinem vorherigen Buch "Transformale Produkte" beschrieben hat. In seinem neuen Buch geht er einen Schritt weiter und beschreibt die Wirkungsprinzipien dieser Plattformen für uns Menschen. Er beleuchtet den gesellschaftlichen Umgang und fragt nach Haltung, Ethik.

Es wäre naiv zu glauben, dass sich Plattformen wie Facebook und Amazon von selbst zum Besten für unsere Gesellschaft regulieren. Es wäre naiv zu glauben, dass sich die Schlagkraft solcher Unternehmen auf Kommunikation beschränkt. Es wäre naiv zu glauben, dass der Einsatz solcher digitaler Werkzeuge nichts mit uns Menschen macht. Er wirkt sich vielmehr darauf aus, wie wir unser Leben gestalten.

Der verantwortungsvolle Umgang mit den Werkzeugen der Digitalisierung

Den verantwortungsvollen Umgang mit den Werkzeugen der Digitalisierung muss unsere Gesellschaft erst lernen und sich damit auseinandersetzen. Wofür und wie sollen diese eingesetzt werden? Was soll daraus entstehen?

Eine besondere Rolle haben dabei Unternehmen. Unzählige Mitarbeiter setzen jeden Tag digitale Werkzeuge ein. Umso wichtiger ist die Frage: Wozu werden diese eingesetzt? Mit welcher Intention? Und mit welcher Haltung?

Es ist kein Zufall, dass Kolumnist Thomas Koch in der Wirtschaftswoche fordert, auf sämtliche Buzzword-Titel in Unternehmen zu verzichten, sondern Kunde und Haltung zu priorisieren. Und zwar nicht nur aus Marketing-Sicht, sondern auch für die Zukunft des eigenen Unternehmens. Und schlussendlich unserer Gesellschaft.

Auch interessant: Die Multiplikation des Kundenerlebnisses

Zum Autor: Johannes Ceh unterstützt Unternehmen, Digitalisierung an Kunden und Mitarbeitern auszurichten. Kundenzentrierung, neue Formen der Zusammenarbeit und digitale Verantwortung waren bereits während seiner Zeit bei Sport1, SKY, Springer & Jacoby, BMW, Daimler, JungvonMatt und Ogilvy Schwerpunkte seiner Arbeit. Heute gibt Johannes Ceh seine Erfahrungen als Berater und Autor weiter. Neben LEAD schreibt er unter anderem für das Technologie- und Marktforschungsunternehmen Gartner.

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