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Thelen Frank Portrait 05
Frank Thelen engagiert sich dafür, dass Europa technisch nicht völlig abgehängt wird (Foto: Frank Thelen / frank.io)
OMR Technologien EU

"Wir haben in Europa großen Nachholbedarf"

Frank Thelen engagiert sich dafür, dass Europa technisch nicht völlig abgehängt wird. LEAD-Autorin Yvonne Göpfert hat ihn bei den OMR 2019 getroffen und unter anderem gefragt, wie er es schafft, neue Mitarbeiter zu gewinnen.

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LEAD: Hast du schon auf dem Schulhof Geschäfte gemacht?

Frank: Ja. Ich war auf einer weiterführenden Schule. Und dort hatten wir IT-Unterricht. Wir haben Programmieren in C gelernt. Aus Zufall habe ich ein stark herabgesetztes Buch zu diesem Thema im Kaufhaus entdeckt. Ich habe Bücher für die ganze Klasse gekauft und unseren Lehrer davon überzeugt, dass die ganze Klasse mit diesem Buch lernen müsse. Der Klasse habe ich das Buch dann mit einem Rabatt von 10 Prozent vom Originalpreis verkauft. So hat es sich immerhin für alle rentiert. Das war sozusagen das erste Risikokapital, das ich investiert habe.

LEAD: Wie hast du es geschafft, den Lehrer zu überzeugen?

Frank: Zum einen wusste ich damals schon mehr zum Thema Programmieren als der Lehrer. Er hat mir daher vertraut. Zum anderen war es wirklich ein gutes Buch.

LEAD: Heißt das, dass Qualität sich immer durchsetzt?

Frank: Nicht unbedingt. Nehmen wir das Beispiel Videokassetten. Beta war damals im Vergleich zu VHS technisch das bessere Video-System. Aber es gab mehr Pornofilme auf VHS. Und VHS hat einen besseren Vertrieb gemacht. Es ist also eine Kombination aus Marketing und guter Technologie, die zum Erfolg führt. Ein typisches Beispiel dafür ist Tesla. Deren Produkte sind innovativ, aber nicht perfekt. Aber ergänzt um gutes Marketing kann das Unternehmen überzeugen. Wir in Europa haben da großen Nachholbedarf.

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LEAD: Wie wichtig ist für dich Team-Arbeit?

Frank: Für mich ist das extrem wichtig. Ich kann allein wenig schaffen. Ich habe seit 20 Jahren ein Kernteam von rund 10 Leuten, mit denen ich zusammenarbeite. Die Basis dafür ist Vertrauen, das bringt Geschwindigkeit.

LEAD: Stichwort Team: Wie findest du die richtigen Mitarbeiter?

Frank: Das läuft bei mir wie bei allen anderen Unternehmen als normaler Prozess. Wir haben ein typisches Recruiting Prozedere. Und ich habe natürlich eine große Reichweite, mit der ich leichter Mitarbeiter gewinnen kann als andere Firmen. Aber auch für mich ist es schwierig, gute Mitarbeiter zu finden. Und teuer. Aber meine Erfolge nach draußen sind natürlich ein Türöffner.

LEAD: Hast du ein Beispiel dafür?

Frank: Mein Social Media Producer. Als er sich damals vorstellte, hatte er ein sehr schönes Anschreiben verfasst. Er wollte unbedingt für mich arbeiten, notfalls auch kostenlos. Denn er wollte unbedingt wissen, wie ich arbeite. Normalerweise mache ich sowas nicht. Doch seine Hartnäckigkeit und eine Arbeitsprobe haben mich überzeugt und ich habe beschlossen, mir anzuschauen, wie er performt. Und ich erwarte herausragende Leistungen. Das Experiment ging gut. Er arbeitet bis heute für mich.

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LEAD: Findest du es wichtig, dass man heute selbst zur Marke wird?

Frank: Ein schwieriges Thema. Aber faktisch bin ich eine Marke, weil ich meinen Namen als Marke habe eintragen lassen. Denn ich habe völlig unterschätzt, wie bekannt die Marke Frank Thelen ist und auf welchen Wegen sie missbraucht werden kann. Hier der wichtige Hinweis: Ich empfehle keinem Bitcoins oder Schlankheitspillen zu kaufen, das ist Betrug unter meiner Marke.

LEAD: Und wie wird man zur Marke?

Frank: Du musst eine klare Botschaft haben. Du musst wissen, wofür du stehst. Willst du für stylische Kleidung stehen? Bist du der Geek? Oder bringst du Stimmung auf jede Party? Wenn du mit deiner Botschaft nach außen gehen willst, ist es wichtig, dass du dir überlegst, was du für ein Typ bist und wofür du stehst und das entsprechend kommunizierst.

LEAD: Wofür stehst du, Frank?

Frank: Ich stehe für Technologie in Europa.

LEAD: Und was ist hier für dich der Treiber? Geld? Macht?

Frank: Geld treibt mich nur beruflich an. Privat habe ich keine Wünsche mehr offen. Aber ich würde gerne mehr Geld in Europa investieren. Denn seit SAP hat sich im Technologiesektor in Deutschland nicht mehr viel getan. Die USA haben GAFA. Aus China kennen wir Baidu, Tencent und Alibaba. In Europa sind wir auf dem absteigenden Ast und es wird schwer, wenn man erst einmal unten ist. Ich möchte Europa technologisch voranbringen. Dazu fördere ich Schulen und Universitäten und dazu spreche ich mit Ministern der Bundesregierung. Leider kann ich nur einen ganz kleinen Teil dazu beitragen, dass Europa ein Gegengewicht zu Asien und den USA bildet, aber wenn mehr die Notwendigkeit erkennen, kann Europa auch in Zukunft stark bleiben.

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