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Guen Aydemir Cc15 Sxsw 1
Gün Aydemir, Creative Director der Agentur CC15, auf der SXSW (Foto: CC15/Aydemir)
SXSW Marketing Agenturen

Wir brauchen mehr Spektakel - auch für unsere Gedankenexperimente

Gün Aydemir, Creative Director der Agentur CC15, ist der einzige Deutsche in der Jury der Interactive Awards der SXSW in Texas. Er findet: Understatement mag ja eine deutsche Tugend sein, aber einer ganzen Nation bei der digitalen Depression zuzusehen hilft ja auch niemandem.

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Auf der SXSW ist nicht alles Gold, was glänzt, aber es glänzt alles. Ziemlich sogar! Die ganze Welt glänzt - und Deutschland wird im Glanz-Game ganz schön von der internationalen Konkurrenz abgehängt.

Bei genauerem Hinsehen fällt aber auf, dass die anderen einfach nur die bessere Politur verwenden. Das brasilianische Haus ist inhaltlich nicht besser als das deutsche, strahlt aber in bananigem Gelb und die Leute an der Tür lächeln einen mit ihrem Copacabana-Grinsen entgegen. Im skandinavischen Compound ist eigentlich auch nicht viel mehr geboten, aber es ist eben ein Compound und kein Haus.

Die anderen haben weniger zu bieten, machen aber ein größeres Spektakel

Ein Compound mit klaren Linien und vielen gut angezogenen Däninnen und Dänen. Das deutsche Haus wartet mit fein kuratierten Talks, guter Musik und (wen wundert‘s) tollem Bier auf. Inhaltlich tipptopp. Aber der Look – Jesus. Ein Sammelsurium an Dienstagmittagsanzügen und abgewetzten Übergangsjacken.

Jeder eher am Grummeln, die Luft eher feucht und klamm – der Deutsche hat ja auch keine Lust auf Klimaanlagen. Keine Screens, kein Bling, kein Glanz. Man bleibt mit einem großen WARUM davor stehen – oder wie man hier in Austin sagt: Why?

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Understatement mag ja eine deutsche Tugend sein, aber einer ganzen Nation bei der digitalen Depression zuzusehen hilft ja auch niemandem. Die anderen haben weit weniger zu bieten, machen aber ein wesentlich größeres Spektakel darum. Und genau da sollten wir ansetzen - Spektakel kreieren. Spektakel rund um unsere fertigen Produkte, aber vor allem auch Spektakel um unsere Tests, Prototypen und Gedankenexperimente.

Showcars auf den Automessen dieser Welt haben wir perfektioniert. Wenn Mercedes-Benz in Pebble Beach seine Visionen für Bling-Bling-Kutschen der Extraklasse präsentiert, dann fragt sich ja auch keiner, wann der Hobel in den Läden steht.

Auch interessant: Die digitalen Trends der SXSW 2019

Lead 4 Usability Ux 1200X1200
Kunden lieben es bequem

Längst reicht es nicht mehr, Kunden nur zu begeistern. Man muss sich auf die Gewohnheiten des Nutzers ausrichten, um erfolgreich zu sein. Können dabei Chatbots, Dashbots und Wearables helfen? Ja, aber nicht allein. Die User-Experience muss einfach besser werden. Wie das geht, zeigt das LEAD Bookazine 4/2018!

Erwarte Inszenierungen, die um die Welt gehen

Würde der schwäbische Maschinenbauer Festo seine bionischen Pinguine, Quallen und Möwen von vor zehn Jahren hier in Austin ausstellen – die digitale Weltelite würde ausrasten. Technisch auf dem höchsten Niveau, süß und instagrammable. Aber vor allem ungesehen spektakulär. Diese Tech-Tiere sind selbstverständlich nie auf den Markt gekommen, ein Byton wird es nicht und auch dezentralisierte Social-Media-Plattformen werden es nicht.

Aber sie promoten eine Vision: Showcases wie diese sind wie früher die Formel 1 – digitale Hochleistungsschauen, die mehr Strahlkraft für die Marke haben, als eine Kampagne je haben kann.

Auch wenn es montags mit dem Tagesgeschäft weitergeht - was bleibt, ist der Flash. So wie man früher aus Cannes zurückgekommen ist, mit dem klaren Anspruch, im nächsten Jahr den Löwen zu holen. So kommt man heute mit dem klaren Ziel aus Austin zurück: Nächstes Jahr soll ein koreanischer Werber einen Artikel schreiben, in dem er die koreanischen Unternehmen flammend dazu auffordert, mehr stattzufinden.

Also fordere deine Agenturen heraus, zwinge deine Werbeagenturen dazu, Cases zu schaffen, mit denen dein Unternehmen im Rampenlicht steht. Erwarte von deinen Eventagenturen Inszenierungen, die um die Welt gehen. Lass deine Praktikanten Gedankenexperimente realisieren und zeige sie.

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Minimal-Onliner oder Technik-Enthusiast?

Tinder ersetzt die Bar, Alexa die Sekretärin. Die digitale Welt ist mit der realen Welt längst eins geworden. Nur will die Realität nicht jeder wahrhaben. Wie souverän bewegst du dich im vernetzten Leben?

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