Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Refinery29 Getty Images
In Bildagenturen sollen auch Frauen gezeigt werden, die dem amerikanischen Durchschnitt entsprechen. (Foto: Refinery29/Getty Images)
Werbung Marketing Werbevideos

Wie Werbung die Welt verbessert

Für die einen eine Branding-Maßnahme, für die anderen endlich mal ein Grund, mit dem Marketing-Budget etwas Gutes zu tun. Wie Werbung positive Botschaften verbreiten kann, zeigen diese aktuellen Beispiele aus den USA, frisch von der Digital Summit in Tampa, Florida.

Anzeige
Anzeige
Anzeige

MGM Resorts liefern Lebensmittel an Hungrige und Popsongs an Verliebte

Die MGM Resorts klimatisieren riesige Hotelanlagen mitten in der Wüste, ziehen alten Damen in Casinos die Rente aus der Tasche und halten Delfine bis zum Stresstod im Hotelpool. Aber welches Unternehmen hat keine (Delfin-)Leichen im Keller? Um das Image ein wenig aufzupolieren, unternimmt die Hotelkette so einiges.

Im ­­armutsgeplagten Las Vegas muss einer von sieben Menschen um sein nächstes Mittagessen bangen. Auch einige MGM Mitarbeiter kommen aus solchen Verhältnissen. „Die meisten unserer Mitarbeiter gehören zu einer Minderheit“, sagt MGM Content Strategin Beverly Jackson.

Um den armen Communities im Schatten der Leuchtreklame etwas zurückzugeben, spendet MGM Lebensmittel und Mitarbeiter helfen bei der „Three Square Food Bank“ aus.

Doch der größte Coup bislang gelang MGM mit einer cleveren Kampagne rund um LGBT-Hochzeiten. Mit dem wichtigen Standort Las Vegas liegt es für das Unternehmen nahe, von der legalisierten gleichgeschlechtlichen Ehe zu profitieren.

Um Paare anzulocken, die in einem seiner Resorts die Flitterwochen verbringen wollen, veröffentlichte MGM ein inklusives Liebes-Album. Da sich die Songs auf klassischen Kuschelrock-Platten meist um Hetero-Paare drehen, verpflichteten die Marketing-Verantwortlichen musikalische Größen wie Kesha und Bob Dylan, um Hetero-Botschaften in Hochzeits-Songs umzudrehen. Das minimal gebrandete Album landete 5 Löwen in Cannes und einen echten gesellschaftlichen Beitrag.

Anzeige

Refinery29 zeigt Marken die weibliche Realität

Das Online-Magazin Refinery29 schreibt nicht nur über die besten Haarpflegeprodukte, sondern unternimmt auch ernstzunehmende Studien zu gesellschaftlichen Themen.

Um auch Frauen an das angebliche Sportgetränk zu führen, wandte sich der US-amerikanische Getränkehersteller Gatorade an die Frauenmagazin-Strateginnen. Gatorade wollte wissen, warum gerade junge Frauen im Alter von 15 und 16 Jahren ihre Sportvereine verließen.

Die Antwort war nicht wie erwartet Mobbing oder ein verändertes Körpergefühl. R29 fand heraus, dass die jungen Frauen einfach zu beschäftigt sind und ihre Prioritäten nicht auf Sport legen.

Aus diesem Einblick heraus entstand die Kampagne #SistersinSweat, in der Tennisspielerin Serena Williams ihre kleine Tochter nicht zu Höchstleistungen anspornt, sondern sanft auf die Vorteile von Sport hinweist. Eine realistischere Botschaft für vielbeschäftigte junge Frauen.

Bekleidungs-Hersteller Aerie und Lane Bryant setzen zusammen mit R29 ein Zeichen gegen unrealistische Frauenkörper in den Medien. Das R29-Team fand heraus, dass 67 Prozent aller Frauen in den USA eine Größe L aufwärts tragen. In Modemagazinen findet man allerdings hauptsächlich retuschierte XS-Körper.

Um das Normalmaß von Frauen ins richtige Licht zu rücken, fotografierte R29 einen kompletten Stockfotografie-Katalog von Frauen in allen Formen. Die Bilder stehen auf Getty zur Verfügung und sollen das tun, was der Hashtag fordert: #Seethe67.

Realität abbilden und die Diskussion um echte Probleme voranbringen: Diesen Ansatz verfolgte R29 auch bei der Kooperation mit der Warenhauskette TJ Maxx, die sich mit einer Online-Plattform besonders an Mütter richten wollte.

R29 fand heraus, dass sich Mütter in feste Rollen gedrängt fühlen und ihre Realitäten nicht in den Medien repräsentiert sehen. Deshalb schreiben R29-Redakteure jetzt auf einer speziellen Nachrichtenseite für Mütter über Themen wie Beyoncés Schwangerschaftsprobleme.

„Marken sollten nicht zu Strategieberatungen gehen, um Einblicke zu erhalten, sondern zu demjenigen, der ihre Zielgruppe am besten kennt“, sagt Brand Strategy Direktorin bei Refinery 29, Finola Austin.

The Economist recherchiert gesellschaftliche Einblicke für Marken und Medien

Auch der respektable Economist bietet Marken seine journalistischen Dienste an. Um den schwedischen Möbelhändler IKEA in US-amerikanische Wohnzimmer zu bringen, veranstalteten die Economist-Strategen eine Umfrage unter mehr als 2.000 Amerikanern zu ihrer Lebensrealität.

Die Ergebnisse führten zu einem Online-Portal, das im Stil eines Instagram-Feeds den aktuellen Stand des „American Dream“ dokumentiert. Die Marke selbst, aber auch Verbraucher und Medienvertreter können die produzierten Informationshäppchen nutzen, um zu verstehen, wie US-Amerikaner heute leben.

Auch wenn ein eigennütziger Zweck dahinter steht: Wenn Marketingbudgets für positive, realistische, inklusive Botschaften ausgegeben werden, glauben nicht zuletzt auch kritische Millenials ein kleines bisschen mehr an das Gute in der Marke.

Und wenn schon Delfine im Hotelpool sterben, kann ein kleines bisschen Karmaausgleich nicht schaden.

Anzeige
Anzeige
Verlagsangebot
Anzeige
Anzeige
Aktuelle Stellenangebote
Alle Stellenangebote