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Weibliche Perspektive Getty Images Westend61 735934621
(Foto: Getty Images/Westend61)
diversity Gender Innovation

Wie weibliche Perspektiven technische Innovation fördern

Wenn Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven mit am Tisch sitzen, werden mehr Ideen eingebracht, als wenn der gleichgesinnte Stammtisch tagt. Das führt zu Innovation. Klingt logisch und wird von IT-Projekten bewiesen, die erst durch weibliche Perspektiven möglich sind.

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1. Menschenkennerin baut Robo-Assistenten

Die Wissenschaftlerin Justine Cassell beobachtet Menschen, um Algorithmen zu entwerfen. Das tut sie so genau, dass sie nach eigener Aussage immer erkennen kann, wer mit wem geschlafen hat. Denn sie glaubt: Nur wer Menschen versteht, kann künstliche Intelligenzen bauen, die wirklich sinnvoll mit uns interagieren.

Das Image der „Soft Skills“ will sie aufpolieren, denn eben nicht „weich“ sondern wichtig sei dieser Rapport zwischen zwei Menschen, oder eben Mensch und Maschine. SARA, ihr Socially Aware Robotic Assistant, spiegelt die Stimmung ihres Gegenübers wieder.

Die künstliche Intelligenz analysiert nicht nur Sprache, sondern auch nonverbale Signale, die wir Menschen unbewusst senden. Denn nach Cassells Erkenntnissen wechseln Menschen ihre Ziele und den Stil im Laufe des Gesprächs. Die KI muss das erkennen und sich in Echtzeit anpassen.

Ob Justine Cassell ihren Algorithmen auch beibringt, zu erkennen, wer mit wem geschlafen hat, ist allerdings noch ungeklärt.

2. Die Algorithmic Justice League kämpft gegen unfaire Gesichtserkennung

Joy Buolamwini, Studentin am MIT Media Lab, entdeckte, dass Gesichtserkennungs-Software ihr Gesicht mit dunklerer Hautfarbe nicht erkennt. Auch die geschlechterspezifische Zuordnung liegt häufig falsch.

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In den USA ist jeder zweite Amerikaner mit seinem Gesicht in einer Datenbank gespeichert. Besonders Afroamerikaner und Latinos haben sowieso schon mit ethnischem Profiling zu kämpfen. Das falsche Zuordnen von Straftätern stellt eine echte Gefahr dar und sogar Firmen nutzen die fehlerhaften AI-Gesichtsanalysen bei Bewerbungsgesprächen.

Die dafür genutzte Software kommt von den Branchen-Riesen IBM, Microsoft und Face++. Joy Buolamwini stellte sie auf die Probe. Bei ihrer Studie wurde klar, dass die Gesichtserkennung immer unzuverlässiger funktioniert, je dunkler die Hautfarbe des Probanden ist. Auch das Geschlecht konnte in diesen Fällen nicht mehr verlässlich zugeordnet werden.

Ihre Lösung nennt sie „Algorithmic Justice League“: Mit dem Hashtag #codedgaze will sie Programmierer und Beteiligte auf die Problematik aufmerksam machen. Auf der Website kann man fehlerhafte Software melden und sich als Tester beteiligen. Außerdem fungiert die Studentin als Aushängeschild, um weibliche, farbige Coderinnen zu rekrutieren.

Denn wer hinter der Maschine sitzt, bestimmt, wie sie funktioniert.

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3. Einfach mal neue Energielösungen anstoßen

Als Uni-Hausarbeit präsentierte Jessica O. Matthews ihre erste Erfindung: „Soccket“, der Fußball, der durch Bewegung zum Generator wird. Inspiriert hat sie dabei ihre Familie in Nigeria, wo Elektrizität nicht überall selbstverständlich ist.

Als amerikanische und nigerianische Staatsbürgerin entwirft sie immer noch kleine, geniale Erfindungen für private Haushalte wie etwa das Springseil, das zur Lampe wird.

Inzwischen ist sie Harvard-Absolventin und laut Fortune eine der „10 Most Powerful Women Entrepreneurs“. Als Gründerin und CEO der Firma „Uncharted Power“ packt sie jetzt auch Generatoren in größere Projekte, wie etwa Straßenplatten oder Bürgersteige. Das Konzept generiert erneuerbare Energie in Alltagsgegenständen und Infrastruktur.

Auf der „Grace Hopper – Celebration of Women in Computing“-Konferenz Ende September in Texas sagte sie, eine schwarze Frau zu sein, war ihr größter Vorteil: „Unterschätzt zu sein, war das Beste, was mir je passiert ist. Keiner hat mich gestört.“

Mehr zum Thema: No women, no cry

So ganz weiß sie selbst nicht, wie sie auf den Weg gekommen ist, den sie heute als Pionierin ebnet. Doch anderen Frauen macht sie Mut: „Manchmal muss man einfach erkennen, wenn das Schicksal eine Tür öffnet. Ihr müsst eure authentische Wahrheit leben.“

4. Künstliche Intelligenz filtert Vorurteile aus Geschichten

Der Bechdel-Test ist schon ein gutes Indiz, ob Filme die geschlechtsspezifische Wahrnehmung verzerren. (1. Hat der Film mindestens 2 weibliche Charaktere, die einen Namen haben? 2. Unterhalten sich diese beiden? 3. Sprechen sie über etwas anderes als einen Mann?)

Jetzt trainieren diverse Firmen künstliche Intelligenzen, um solche Schieflagen zu erkennen. Google analysierte 2017 die 100 erfolgreichsten Kinofilme nach einem Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern. Auch die Startups „Demografy“ und „Scriptbook“ bestätigen die Ergebnisse der Studie jetzt mit weiteren AI-Analysen.

Nur ein Drittel der Darsteller in Filmen sind weiblich, nur in einem Drittel der Zeit kommen sie zu Wort. Dabei generieren Filme mit weiblichen Hauptdarstellerinnen 16 Prozent mehr Einnahmen.

Eine Lösung bietet jetzt das Startup „Storify“ aus Texas. Das Team rund um CEO Monica Landers baute eine künstliche Intelligenz, die jeden Text nach geschlechtsspezifischen Schieflagen durchsucht. So können Drehbücher oder Romane schon vor der Veröffentlichung auf Tauglichkeit überprüft werden.

Eine Analyse von 2.000 Filmen und über 25.000 Rollen ergab: Der Algorithmus erkannte allein durch die Rolle in der Geschichte, ob es sich um eine Frau oder einen Mann handelte, auch ohne den Namen oder äußerliche Merkmale zu kennen.

Außerdem werden Frauenrollen meist als liebenswürdig dargestellt, Männer hingegen weisen alle möglichen Eigenschaften auf. Tatsächlich erkennt das Tool damit Schwachstellen, die auch den finanziellen Erfolg von Geschichten beeinflussen.

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