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Die digitale Revolution hat die Taxi-Industrie gesprengt wie jede andere (Foto: Unsplash.com)
Uber Technologien Digitalisierung

Wie Technologie die Taxi-Industrie verändert hat

Erinnerst du dich noch, wie man früher herumkam? Man musste sich die Telefonnummern jedes Taxidienstes der Stadt merken. Adressen in den Gelben Seiten heraussuchen. Den Fahrer ans Ziel leiten.

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Vielleicht hast du früher die Taxi-Methode von Carrie Bradshaw benutzt: hektisch nach einer Mitfahrgelegenheit winken, während du auf Zehenspitzen durch den Verkehr schleichst. All das hat sich natürlich im letzten Jahrzehnt drastisch geändert. Die digitale Revolution hat die Taxi-Industrie ebenso schnell gesprengt wie jede andere.

Für Kunden ist es bequemer als je zuvor, eine Mitfahrgelegenheit zu bekommen. Für traditionelle Taxi-Unternehmen, Gesetzgeber und Regierungen hat der Wandel jedoch mit jedem Schritt Herausforderungen geschaffen.

Der Anfang…

Obwohl das Wort Taxi erst ungefähr ein Jahrhundert alt ist, lassen sich die ersten mietbaren Mitfahrgelegenheiten bis ins frühe 17. Jahrhundert zurückverfolgen. Gastwirte in London und Paris stellten ihre Pferdekutschen Händlern und Besuchern zur Verfügung – eine Praxis, die sich bis Mitte der 1850er-Jahre in ganz Europa verbreitet hatte.

Die Modernisierung begann im frühen 19. Jahrhundert, als Flotten von elektrisch angetriebenen Taxis zum gewohnten Anblick in urbanen Regionen wurden. Drei deutsche Erfinder haben dann 1891 das moderne Taxameter eingeführt, das zum Standard in Paris, London und New York wurde.

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Das 20. Jahrhundert

Von Rio bis Kairo wurden Taxis zur Alltäglichkeit. Ebenso wie die Fuhrparks größer wurden, wurden es auch ihre Formen, Funktionen und Ausstattungen. Der globale Taxi-Markt wurde ein Wirtschaftszweig mit einem Wert von 50 bis 100 Milliarden US-Dollar, komplett mit Maxicabs (rollstuhlgerecht), Limousinen, Dreirädern, Taxiständen, Verteilerzentrale, Gewerkschaften, Monopolen und der Einführung von umweltfreundlicherer Fahrzeugtechnologie.

Eine Reise nach New York wäre nicht vollständig ohne ein Foto von den ikonischen gelben Taxis. Ebenso ist es mit Londons Hackney-Taxis. Für viele Menschen auf der Welt war ein Leben ohne Taxis unvorstellbar.

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Eine Reise nach New York wäre nicht vollständig ohne ein Foto von den ikonischen gelben Taxis (Foto: Unsplash.com)

Digitaler Bruch

Dann kam Uber. Der 2009 gegründete unmittelbare Fahrdienstleister untergrub die Taxi-Industrie mit einem Business-Modell, das auf die Share Economy zugeschnitten war – eines, das manchmal die Regeln umgeht, um dem Kunden das anzubieten, was für ihn am besten ist.

Mit Uber konnten Nutzer von ihrem Smartphone aus ein Taxi rufen, den geschätzten Fahrpreis für ihre Strecken berechnen und automatisch mit einer gekoppelten Kreditkarte oder dem Konto bezahlen. Am wichtigsten war, dass die Preise üblicherweise günstiger waren als die, die traditionelle Taxi-Unternehmen verlangten.

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Für alle, die unterwegs waren, war das fantastisch, aber Uber ist auf einem schmalen Grat gewandelt. Mit der Einführung von UberX konnte praktisch jeder mit einem Smartphone als unabhängiger Taxifahrer tätig sein. Das ist eine wichtige Unterscheidung, da die Klassifizierung von Fahrern als unabhängige Unternehmer statt als Arbeitnehmer Kopfschmerzen bei den Regierungen auslöste, die versuchten, Ubers fließendes Business- Modell zu regulieren.

Taxi-Gewerkschaften hatten inzwischen öffentlichkeitswirksame Proteste veranstaltet – am bemerkenswertesten der in Paris 2016 –, als Antwort auf Ubers aggressiven und rechtlich zweifelhaften Vorstoß in ihr Territorium. Das Unternehmen war von Verboten, Geldstrafen und massiven Klagen betroffen, aber eine Sache war klar: Die Taxi-Industrie musste sich entweder anpassen oder würde sterben.

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Aufholen

Traditionelle Taxi-Unternehmen suchten und fanden Möglichkeiten, wettbewerbsfähig zu bleiben. Die App MyTaxi verschmilzt beispielsweise die Taxi-Infrastruktur, die es in einer Stadt gibt, mit den meisten der Features, die Uber populär gemacht hatten: eine einfach zu nutzende App, ein digitaler Straßenplan, bargeldloses Bezahlen, Bewertung der Fahrer und eine elektronische Abrechnung. MyTaxi weist 70 Millionen Fahrgäste und 108.000 registrierte Taxifahrer in mehr als 50 Städten in zehn europäischen Ländern auf – alles im legalen Rahmen.

Und das ist längst nicht das einzige Beispiel: Easy Taxi hat über 17 Millionen Passagiere weltweit, Didi Dache ist in mehr als 300 Städten in China präsent (einem Land, in dem mobiles Bezahlen zu einem Standard in Taxis geworden ist), und in Frankreich, wo Uber teilweise verboten ist, ist LeCab auf der Überholspur. Diese Plattformen beschäftigen, lizensieren und überprüfen Fahrer mit denselben Regeln, die auch traditionelle Taxi- Unternehmen einhalten müssen.

Die Zukunft

Technologie umgeht viele der Dinge, die wir als Kinder mit Taxis verbunden haben: Telefonnummern, Straßenkarten, Bargeld, Interaktion mit dem Fahrer. Bald wird wohl auch der Fahrer selbst obsolet sein. Dank der Fortschritte bei der Programmierung von autonomen Fahrzeugen ist es nicht sehr weit hergeholt, zu vermuten, dass uns in naher Zukunft Roboter durch die Gegend fahren werden.

Viele Experten sagen die ersten nutzbaren fahrerlosen Taxis auf der Straße für 2020 voraus, wobei ein Unternehmen schon 2016 ein Roboter-Taxi in Singapur auf eine Pilot-Mission geschickt hat. Alle großen Namen – Google, Uber, General Motors – sind ebenfalls dran, es ist also nur eine Frage der Zeit. Und damit ist der Kreis geschlossen: von Pferdekutschen zu Roboter-Autos.

Oder etwa nicht? Vielleicht ist Teleportation das endgültige Ziel.

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Dieser Artikel erschien zuerst im #sisterMAG N°34.

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