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Mit der App von XignSys soll es möglich werden, Behördenkram ganz unkompliziert erledigen zu können (Foto: XignSys/Hertlein)
E-Government Digitalisierung Deutschland

Wie die Stadt Gelsenkirchen Vorreiter in Sachen E-Government wird

Anwohnerparkausweise, Meldebescheinigungen oder Kfz-Zulassungen – es gibt unzählige Verwaltungsvorgänge, für die man sich an den Bürgerservice wenden und auch mal stundenlang in der Schlange stehen muss. Dabei könnte man das Ganze auch einfach digital abwickeln. Mit der Bürger-ID, die schon bald in Gelsenkirchen eingeführt wird.

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400 Millionen Stunden pro Jahr verbringen die Deutschen insgesamt mit einer Beschäftigung, zu der kaum einer Lust und Zeit hat, an der man aber auch nicht vorbeikommt: Behördenkram.

Viele Dokumente und Ausweise bekommt man bis heute nur, wenn man persönlich in einem Bürgeramt erscheint oder (und das ist noch die Luxusversion) PDFs ausfüllt, unterschreibt, einscannt und per Mail verschickt oder das Dokument schlussendlich doch noch persönlich zum Amt tragen muss. Unnötig kompliziert und zeitraubend ist das, daran hat auch die Einführung der Online-Ausweisfunktion beim Personalausweis wenig geändert.

Der Personalausweis hat erhebliche Mängel

Laut "Business Insider" wird die Online-Ausweisfunktion bis heute von nur etwa 2,5 Millionen Deutschen genutzt. Der IT-Experte Markus Hertlein erklärt sich diese Zurückhaltung so: "Die Akzeptanz bei den Ausweisen ist deshalb nicht gegeben, weil die Nutzung sehr kompliziert ist und auch nicht mobil funktioniert, von einem iPhone schon gar nicht."

Mit echtem E-Government, wie man es beispielsweise aus Estland kennt, hat das nichts zu tun. Und genau da kommt der 34-Jährige mit seiner Firma XignSys ins Spiel, die er 2017 mit seinem Jugendfreund Pascal Manaras gegründet hat.

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Das Team von XignSys: Alexander Stöhr, Markus Hertlein und Pascal Manaras

Die Smartphone-Bürger-ID funktioniert sicher über eine App

Läuft alles nach Plan, sollen Bürger in Gelsenkirchen und Aachen noch im dritten Quartal des laufenden Jahres die Smartphone-Bürger-ID nutzen können. Bis spätestens 2021 soll das auf einer App basierende System dann für ganz Nordrhein-Westfalen ausgespielt werden, das folgendermaßen funktioniert: Die Bürger-ID greift auf die Nutzerdaten zu, die schon jetzt verschlüsselt in kommunalen Rechenzentren gespeichert werden.

Will man zum Beispiel einen Anwohnerparkausweis beantragen, scannt man mit der App den QR-Code, der auf der betreffenden Seite der Stadt angezeigt wird. Der Nutzer stimmt zu, dass die betreffenden Daten übermittelt werden dürfen und weist sich anschließend per Fingerprint oder Gesichtserkennung aus.

"Das Ganze ist absolut fälschungssicher", sagt Hertlein, der betont: "Wir selbst arbeiten an der Smartphone-App nur mit Pseudonymen und erhalten als Dienst auch keine Klartextdaten. Die bekommen am Ende nur die Bürgerservices." Das neue System ist dank kryptografischen Algorithmen und einer im Hintergrund arbeitenden Public-Key-Infrastruktur so sicher, dass die Bürger dadurch auch hochwertigere Dienste mit einem höheren Sicherheitsniveau nutzen können als bisher.

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Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik ist involviert

Bislang können sie sich in NRW und anderen Bundesländern nur mit einem Passwort in einem der Service-Konten authentifizieren, in denen die Identitäten der Einwohner zentral für jeweils ein Bundesland verwaltet werden, um dann langfristig auch über Bundesländergrenzen hinweg nutzbar zu sein.

Um die Sicherheit zu gewährleisten und auch das Vertrauen der Bürger zu gewinnen, arbeitet Hertleins Start-up, eine Ausgründung des Instituts für Internetsicherheit an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen, neben dem TÜV auch mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zusammen.

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Deutschland hinkt beim E-Government hinterher

Hertlein rechnet damit, dass das auf der App XignQR seines Start-ups basierende Modell nach dem Testlauf in NRW auf ganz Deutschland ausgeweitet werden wird. "Wir sprechen jetzt schon mit diversen Unternehmen im Bereich E-Government und es haben auch schon einige andere Städte angefragt." Natürlich sei die digitale Umstellung in Deutschland mit seiner föderal gewachsenen Struktur komplizierter als beispielsweise in Estland, das als Vorreiter gilt.

Wie weit Deutschland international hinterherhinkt sieht man schon daran, dass das Onlinezugangsgesetz (OZG) als Grundlage für die Digitalisierung von Verwaltungsdienstleistungen erst 2017 verabschiedet wurde. "Darin werden die 585 Bürgerservices beschrieben, die möglich gemacht werden sollen. Davon sind wir aber weit entfernt." Das Fazit des Experten: "Es gibt noch lange nicht so viele digitale Dienste in Deutschland, wie es wünschenswert wäre."

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