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LEAD 04/18 Food E-Commerce

Wie die Kochbox den Weg von offline nach online geschafft hat

Das Kochhaus ist 2010 als klassisches Ladengeschäft gestartet – und zwar mit der Idee des begehbaren Kochbuchs. Statt nach Nudeln, Fleisch und Gewürzen sortiert, findet der Kochhaus-Kunde die Zutaten zu ungewöhnlichen Rezepten auf einem Tisch übersichtlich aufgebaut vor. Heute kennt man dieses Konzept unter dem Namen Kochbox. Wie ein Kochboxenanbieter sich online etabliert hat.

(Bild: Peter von Felbert)
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Friederike Klasen, zuständig fürs Marketing beim Kochhaus, verrät im Interview mit LEAD wie das Kochhaus Kunden gewinnt und hält.

LEAD: Der deutsche Lebensmittelhandel ist ja schwer zu knacken. Wieso habt ihr euch also genau auf diesem Bereich gestürzt?

Friederike: Der Lebensmittelhandel in Deutschland ist eher konservativ. Und wir hatten 2010 ein äußerst spannendes Konzept, das einfach anders war als die Rewes, Aldis und Pennys dieser Welt. Unsere Idee war nämlich: Weniger Produkte anbieten, dafür komplette Rezepte, für die sämtliche Zutaten bereits genau abgepackt sind - jeweils für zwei, vier oder mehr Personen. Denn nur weil man für ein Rezept eine Prise Zimt braucht, will man vielleicht nicht gleich 100 Gramm Zimt kaufen.

LEAD: Zuerst einmal spielte sich für euch alles stationär ab, eure Gründer kamen aus dem Einzelhandel. Dann kam online dazu. Welche Vorteile hat Multichannel für euch?

Friederike: Dieses Ladenkonzept haben wir 2011, also ein Jahr nach unserer Gründung, auf online übertragen. Dass wir schon Ladengeschäfte hatten, war und ist bis heute unser Vorteil. So können wir Berührungsängste im Markt abbauen. Kunden, die uns bereits kennen, bestellen oftmals dann auch online. Und sie fühlen sich gut dabei, weil sie das Konzept bereits gesehen und Vertrauen gefasst haben.

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LEAD: Der Marktanteil der Kochboxenkäufer in Deutschland ist eher gering. Dennoch tummeln sich einige Kochboxenanbieter im Markt. Wie macht ihr auf euch aufmerksam?

Friederike: Aktuell fahren wir einen Performance-orientierten Ansatz. Wir setzen auf Facebook, Google und Affiliate-Partner. Außerdem folgt uns eine aktive Community bei Facebook und Instagram. Hin und wieder arbeitet das Kochhaus auch mit Food-Bloggern wie Sophia Hoffmann zusammen oder mit Unternehmen wie Knalle Popcorn und promoted dann entsprechende Rezepte. Großflächig auf Influencer setzen wir jedoch nicht.

LEAD: Wie habt ihr euer Marketing aufgebaut?

Friederike: Wir setzen auf Content. In unserem Fall heißt das Rezepte. Wir bündeln die Rezepte in Themenwelten und diese Themenwelten spielen wir im Newsletter, im Markt und wenn wir unsere Kochboxen bewerben. Im Markt, also in unseren Läden, kombinieren wir Rezepte und passende Produkte wie beispielsweise die richtige Flasche Wein oder das richtige Messer.

Friederikeklasen Kochhaus
(Bild: Kochhaus)

LEAD: Welche Rolle spielt euer Newsletter im Marketing-Mix?

Friederike: Unser Newsletter ist gewachsen. Jeden Freitag gibt es drei neue Rezepte. Und wir spielen neue Themen. Unsere Bestandskunden haben dieses System gelernt und freuen sich entsprechend auf die neuen Rezepte. Externe Partner nehmen wir nicht mit in unseren Newsletter auf. Das heißt, wir verkaufen also keine Werbefläche in unseren Mailings. Hin und wieder stellen wir lediglich Kooperationspartner vor.

LEAD: Wer sind eure Kunden?

Friederike: Das Kochhaus richtet sich an alle, die Spaß am Selberkochen haben, z.B. an Familien, die selbst kochen wollen. Die Kunden bekommen Zeit geschenkt, weil sie nicht in drei verschiedene Lebensmittelmärkte zum Einkaufen rennen müssen. Die Zielgruppe Berufstätige sucht Inspiration und viele Studenten kaufen im Kochhaus, weil sie auf gelingsichere Rezepte vertrauen. Die Altersgruppe der Kochhaus-Käufer liegt zwischen Mitte/ Ende 20 bis 40 Jahren.

LEAD: Hat die Digitalisierung auch bei euch Einzug gehalten?

Friederike: Digitalisierung bietet viele Möglichkeiten, anders mit Kunden zu kommunizieren. Bis vor kurzem haben wir Kundenbindung ganz traditionell über eine Stempelkarte realisiert. Seit kurzem haben wir eine Karte mit Barcode. Der Kunde kann die Karte anonymisiert nutzen oder sich registrieren. Registriert er sich online, kann er sein lokales Konto im Markt mit dem Online-Konto verknüpfen. Für uns ist das eine schöne Möglichkeit, mit dem Kunden direkt zu kommunizieren. Noch sind wir in der Etablierungsphase. In Zukunft aber soll es auch spezielle Aktionen für registrierte Kunden geben.

LEAD: Und spielt die Digitalisierung auch bei der Rezeptentwicklung eine Rolle?

Friederike: Wir haben jetzt auf Rezept Flyern QR-Codes angebracht. So können wir messen, welche Rezepte am besten ankommen und das lassen wir in neue Rezepte einfließen.

LEAD. Dann hoffen wir noch auf viele weitere tolle Rezepte. Euch weiterhin viel Erfolg!

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