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Elle Darby Web
Foto: Elle Darby/YouTube
Social Media Influencer Blogger

Wer wirbt hier eigentlich für wen?

Ellen Darby wollte gegen Erwähnung in ihrem Blog eine kostenlose Übernachtung in einem Hotel. Dessen Besitzer echauffierte sich erst öffentlich auf Facebook darüber - und schickte der Influencerin nun eine Rechnung über 5,3 Millionen Euro.

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Damit hat die britische Bloggerin Elle Darby wohl nicht gerechnet. Für die Influencerin, deren Bitte um einen kostenlosen Hotelaufenthalt gegen Promotion in ihrem Blog für reichlich negative PR sorgte, kommt jetzt noch ein dickes Ende nach: Der Hotelbesitzer schickte der jungen Frau eine gesalzene Rechnung über die Provision, die ihm nach eigenem Bekunden für seine kostenlose PR-Arbeit zusteht. Die Facebook-Posts, die der Hotel-Chef abgesetzt hatte, hätten auch für eine gesteigerte Bekanntheit der Bloggerin gesorgt.

Die Vorgeschichte: Die 22-jährige Britin hatte Paul Stenson, Besitzer des The White Moose Cafés und des Charleville Lodge Hotels in Dublin, eine Zusammenarbeit vorgeschlagen: Sie erbat einen kostenlosen Aufenthalt für sich und ihren Freund. Im Gegenzug bot sie ihm an, auf Instagram und ihrem Youtube-Channel Werbung für das Hotel zu machen. Eine gängige Praxis in der Influencer-Sphäre.

Stenson reagierte auf die Anfrage allerdings extrem genervt – und zwar so sehr, dass er den Mailwechsel auf seiner Facebook-Seite publik machte - und damit einen so heftigen Shitstorm auslöste, dass er am Ende ein umfassendes Hausverbot für Influencer und Blogger aller Art verkündete.

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Stenson hatte die Identität der jungen Frau in seinem Post allerdings nicht verraten. Das besorgte Elle Darby dann selbst: Sie veröffentlichte ein tränenreiches Video, in dem sie sich bitter darüber beklagte, für ihr Ansinnen nun an den Pranger gestellt zu werden. Was die Sache dann so richtig ins Rollen brachte.

5,3 Millionen - in Euro, versteht sich

In der Zwischenzeit hatte sich die skurrile Auseinandersetzung über Social Media hinaus in die Tagespresse verbreitet. Was natürlich der Bekanntheit aller Beteiligten dienlich war – auch schlechte PR ist nun mal PR. Für Paul Stenson die Vorlage zu einer weiteren publikumswirksamen Aktion.

Er errechnete die Medialeistung, die der Influencerin, die rund 95.000 Abonnenten auf Youtube und 85.000 Follower auf Instagram hat, durch den Streit zuteil wurde: 114 Artikel in 20 Ländern mit einer potenziellen Reichweite von 450 Millionen Lesern – macht laut Stenson mal eben rund 4,3 Millionen Euro plus Mehrwertsteuer. Unter dem Strich rund 5,3 Millionen Euro. Zum Vergleich: Die Berichterstattung über Stenson und seine Hotels hat Schätzungen der internationalen PR-Agentur ClearStory zufolge bislang rund 120 Millionen Menschen erreicht – Darby schneidet hier eindeutig besser ab.

Was sich aber noch ändern könnte. Denn Paul Stenson, der schon früher mit Aktionen gegen Veganer oder stillende Mütter für Aufsehen sorgte, hat nun einen Wettbewerb ausgeschrieben:  Er plant die Produktion eines „#bloggergate T-Shirts“.  Wer einen schmissigen Slogan liefert, erhält...na? – einen kostenlosen Aufenthalt in seinem Hotel.

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