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Fertig, aber glücklich: Rekord-VR-Player Andreas Hauber (Foto: Moritz Meyer)
VR Technologien Video

Weltrekord: 42 Stunden in der virtuellen Realität

VR-Stunt als PR-Stunt: So lange wie noch kein Mensch vor ihm hat der Kölner Virtual-Reality-Entwickler und Start-Up-Gründer Andreas Hauber durchgängig Zeit in einer virtuellen Welt verbracht. Der Weltrekord im Video.

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Es ist Freitag, der 20. April und Andreas Hauber hat ein dickes Grinsen im Gesicht: Um 22.12 Uhr hat der 28-Jährige den bisherigen, offiziell im Guinness-Buch verzeichneten Rekord von 36 Stunden "Aufenthalt" in einer virtuellen Welt gebrochen. Am Ende hatte Hauber 42 Stunden mit einem VR-Headset auf dem Kopf in der Kölner Gaming-Bar Meltdown Cologne gestanden und dabei vor Publikum das Spiel “The Elder Scrolls V: Skyrim VR” gezockt. Online konnten Zuschauer den Rekordversuch auf der Streamingplattform Twitch mitverfolgen. Lediglich kurze Pausen für die dringendsten menschlichen Bedürfnisse waren erlaubt.

Gemeinsam mit zwei Freunden ist Hauber Gründer der VR-Firma N-Gon Entertainment. Mit dem Rekordversuch wollte das Trio auch zeigen, dass sie nach wie vor an die Technologie Virtual Reality glauben. Vor zwei Jahren eines der großen Hype-Themen, ist die große Euphorie um Virtual Reality inzwischen teilweise verflogen. So stellt das Mediennetzwerk NRW in einer diesen Monat veröffentlichten Studie zur Situation von Virtual und Augmented Reality ernüchtert fest, dass die optimistischen Prognosen zur Marktentwicklung von Analysten wie PriceWaterhouseCoopers nicht eingetroffen sind. Stattdessen seien viele junge Unternehmer “noch auf der Suche nach substanziellen Umsätzen”, heißt es in dem Bericht des Mediennetzwerks.

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Kurz nachdem Andreas Hauber die VR-Brille wieder abgenommen hat, konnte LEAD mit ihm über die aktuelle Marktsituation und seinen vermutlich geglückten Rekordversuch - die endgültige Bestätigung durch den Guinness-Verlag steht noch aus - sprechen.

LEAD: Andreas, uns wird schon nach 15 Minuten unter einem VR-Headset schwindlig. Wie hält man es 42 Stunden in einer Virtual Reality-Welt aus?

Andreas Hauber: Ich bin es ja gewohnt. Als Entwickler verbringe ich ohnehin jeden Tag mehrere Stunden in Virtual Reality. Und mit der HTC Vive Pro hatte ich die modernste VR-Brille, die derzeit auf dem Markt erhältlich ist. Das Problem der “Motion Sickness”, also durch VR verursachte Schwindel- und Übelkeitsgefühle, gibt es da so gut wie nicht mehr.

Was bringt jemanden überhaupt dazu, so einen Versuch zu unternehmen?

Hauber: Meine zwei Partner und ich hatten vor ein paar Monaten davon gehört, dass der Weltrekord für eine durchgängige VR-Session bei 36 Stunden liegt. Und wir haben sofort gedacht: Das schaffen wir locker. Wir haben uns daraufhin mit unserem Rekordversuch beim Guinness-Buch beworben und wurden angenommen. Aber abseits davon ist es für mich auch Feldforschung. Während so einer langen Session lernt man natürlich wahnsinnig viel, zum Beispiel wie benutzerfreundlich bestimmte Anwendungen in der VR sind.

Was war die größte Herausforderung während der VR-Session?

Hauber: Immer eine Beschäftigung zu finden. Solange man was zu tun hat, geht es eigentlich. Aber wenn man gerade keine Mission im Spiel hat, es ist fünf Uhr morgens, niemand sonst ist da und der Rücken und die Beine brennen vom langen Stehen, dann zieht es sich schon. Darum habe ich mich auch für “Skyrim” entschieden. Das ist eines der umfangreichsten VR-Games derzeit, da habe ich allein für die Hauptstory schon knapp 23 Stunden gebraucht. Den Rest konnte ich dann mit Side quests füllen.

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42 Stunden in VR-Action: Andreas Hauber (Foto: Moritz Meyer)

Vor zwei Jahren gab es ja einen richtigen Hype um Virtual Reality und alle haben vom baldigen Durchbruch gesprochen. Du hattest ja jetzt viel Zeit darüber nachzudenken. Wann kommt der Durchbruch denn nun endlich?

Hauber: Der Hype war schon sehr groß. Ich finde es ganz gut, dass man jetzt wieder auf dem Boden der Tatsachen ist. Gerade, was den B2C-Bereich angeht, waren die Erwartungen vielleicht auch zu hoch. Wir haben unsere Firma gestartet, um unser eigenes VR-Spiel “Viking Rage” entwickeln und vertreiben zu können. Aber nur mit Spielen lässt sich auf dem VR-Markt nur sehr schwierig Geld verdienen. Auf der B2B-Ebene sieht das schon anders aus. Bei Unternehmen ist die Nachfrage nach Virtual Reality auf jeden Fall da.

Und was wünschen die Firmen sich?

Hauber: Es gibt zwei große Anwendungsbereiche. Der eine ist Kommunikation und Aus- und Weiterbildung. VR lässt sich sehr gut einsetzen, um Mitarbeiter zu schulen oder Konferenzen online abzuhalten, gerade wenn die Leute an verschiedenen Standorten sind. Das zweite Einsatzgebiet sind Produktpräsentationen. An einem Messestand ist eine VR-Anwendung immer ein Eyecatcher und funktioniert super.

Du hast nach 42 Stunden deinen Rekordversuch wie geplant beendet. Wie lange, denkst du, kann man so eine Dauer-VR-Session noch treiben?

Hauber: Ich glaube, da geht noch was. Wenn man seine Ruhe- und Essenspausen gut plant, kann man das sicher über mehrere Tage aushalten.

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