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Nora
Foto: Nora Heer
Unternehmenskultur New Work Kolumne

Was #notjustsad für Unternehmen bedeutet

Depressionen sind mittlerweile die zweithäufigste Ursache für Krankschreibungen. Einer der wichtigsten Gründe: Stress im Berufsleben. Vor diesem Hintergrund plädiert LEAD-Kolumnistin Nora Heer für ein offenes Arbeitsklima, das etwa Fehler zulässt.

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#Notjustsad – das ist ein Hashtag auf Twitter, unter dem Betroffene über ihre Depression berichten. Offen, oft verzweifelt, manchmal mutlos.

Depressionen, Burnout, Panikattacken und andere psychische Erkrankungen sind heute keine Seltenheit mehr – ganz im Gegenteil. Sie sind dem BKK Gesundheitsreport von 2018 zufolge mittlerweile die zweithäufigste Ursache für Krankschreibungen und Arbeitsunfähigkeit. Auch die Zahl der Frühverrentungen aufgrund seelischer Erkrankungen steigt stetig an – sie hat sich in den letzten 22 Jahren mehr als verdoppelt, so die Deutsche Rentenversicherung. Einer der wichtigsten Gründe: Stress im Berufsleben.

Lange Fehlzeiten wegen seelischer Erkrankungen

Natürlich leiden in erster Linie die Betroffenen, zumal eine angemessene psychotherapeutische Versorgung nicht überall gewährleistet ist. Doch auch für die Arbeitgeber sind die Fehltage von seelisch Erkrankten eine große Belastung. Denn die betroffenen Mitarbeiter fehlen im Durchschnitt fast 39 Arbeitstage wegen ihrer Erkrankung. Bei anderen Krankheiten sind es nur etwa 13 Tage.

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Failure Fridays – eine kluge Idee

Dabei ließe sich vielen seelischen Erkrankungen vorbeugen – durch ein offenes Arbeitsklima, das etwa Fehler zulässt. Unternehmen müssen nicht so weit gehen, einen "Failure Friday" einzurichten, an dem Fehler gefeiert werden. Doch Fehler müssen erlaubt sein, insbesondere, wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter etwas besonders gut machen wollten oder etwas gewagt haben.

Stellt sich nach kurzer Zeit heraus, dass der Weg, den sie gegangen sind, in die Irre führte oder zumindest auf die geplante Weise nicht begehbar ist, sollten sie ihn vorstellen dürfen, damit andere ihn nicht auch einschlagen. So nehmen Unternehmen ihren Mitarbeitern Ängste und damit ein Risiko für seelische Erkrankungen.

Ein weiterer Vorteil: Fehler können bereits im Laufe eines Produktions- oder Arbeitsprozesses revidiert werden. Das Unternehmen muss nicht warten, bis verärgerte Kundinnen und Kunden anklopfen und mitteilen, dass etwas im Argen liegt.

Offenes Arbeitsklima, kurze Kommunikationswege

Kennzeichnend für ein offenes Arbeitsklima ist auch, dass nicht nur die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einem Jahresgespräch ein Feedback zu ihrer Arbeitsleistung erhalten, sondern die Angestellten während des Arbeitsprozesses kontinuierlich ihre Meinung etwa zu Arbeitsabläufen, zum Verhalten der Vorgesetzten oder zur Work-Life-Balance abgeben können.

Selbstverständlich ohne Angst haben zu müssen, dass ihre Kritik zum Anlass genommen wird, sie aus dem Unternehmen zu mobben, weil sie unbequem sind.

Vorteile für Unternehmen

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die in den Arbeitsprozess einbezogen werden, sind insgesamt zufriedener und fühlen sich selbstwirksamer. Und das Gefühl der Selbstwirksamkeit trägt entscheidend zum Erhalt der seelischen Gesundheit bei - vom Gefühl der Zufriedenheit gar nicht zu reden. Eine Win-Win-Situation für Unternehmen, denn durch Arbeitnehmer-Feedback wird rasch klar, wenn in einer Abteilung etwas falsch läuft, und die Unternehmensleitung kann rasch gegensteuern.

Zugleich sinkt die Zahl der Fehltage wegen psychischer Erkrankungen, die insbesondere Start-ups und kleinen Unternehmen Probleme bereitet, da sie für die Erkrankten auf die Schnelle keinen Ersatz finden. Wenn mehr Unternehmen so arbeiten, würde der Hashtag #notjustsad bald weitaus seltener genutzt werden.

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