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Johannes Nicolai ist Solutions Engineer bei GitHub (Bild: Johannes Nicolai)
Was macht eigentlich Jobprofile Jobs

Was macht eigentlich ... ein Principal Solutions Engineer?

Als Solutions-Engineer bei GitHub ist Johannes Nicolai oft auf Demos, Konferenzvorträgen, Kundenbesuchen unterwegs. Was seine Aufgaben sind und was er an seiner Arbeit besonders schätzt, erzählt er im Jobprofil.

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Name: Johannes Nicolai

Alter: 34

Position: Principal Solutions Engineer

Ausbildung: Master of Science in IT (Systems Engineering beim Hasso Plattner Institute of Software Systems Engineering)

Unternehmen: GitHub

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Was machst du?

Ich arbeite seit einigen Jahren bei GitHub im Solutions-Engineering. Hier helfe ich Unternehmen dabei, das Potenzial von GitHub - der weltweit größten Entwicklerplattform mit mehr als 100 Millionen Projekten - auch im Unternehmensumfeld optimal nutzen zu können, sei es in unserer eigenen Cloud, in ihren eigenen Rechenzentren oder in privaten Clouds. Zusätzlich habe ich das Privileg, für GitHub auf vielen Entwicklerkonferenzen unsere Vision darüber zu teilen, wie sich die Art und Weise Software zu entwickeln, in den nächsten Jahren fundamental verändern wird.

Als Solutions-Engineer bei GitHub geht es darum, den Verkauf von GitHub (entweder selbst installiert oder von uns gehostet) zu unterstützen. Dadurch beinhaltet mein Job eine Mischung aus Demos, Konferenzvorträgen, Kundenbesuchen und technischer Betreuung von Bestandskunden.

Wie bist du zu dieser Aufgabe gekommen?

Ich war vorher Entwicklungsleiter bei Unternehmen, welche mit Subversion, Gerrit und Sourceforge die erste Open Source-Welle eingeläutet hatten und habe GitHub.com auf privater Ebene für meine Projekte kennengelernt. Die Möglichkeit, GitHub nicht nur im Open Source-Bereich, sondern auch für kommerzielle Software-Entwicklung einzusetzen, hat mir so stark imponiert, dass ich den Wechsel wagte. Bis jetzt war dies die beste Entscheidung in meiner Karriere, wo sonst hat man die Chance mit den CIOs und CTOs sowie Team-Leads vieler beeindruckender deutschen Firmen auf Augenhöhe sprechen zu können?

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Die Zukunft des Arbeitens!

Jeder ist ersetzbar. Oder doch nicht? Unternehmen müssen umdenken. Das LEAD Bookazine 1/2019 zeigt Cases für erfolgreiches Employer-Branding und wie Karrierenetzwerke dabei helfen, beruflich gesehen zu werden. Außerdem im Heft: eine Anleitung für erfolgreiches SEO und die Wahl des richtigen Influencers.

Welche Eigenschaft hilft dir in deinem Alltag am meisten? Warum?

Humor und Verspieltheit kombiniert mit Empathie: Wir sind fast jeden Tag bei anderen spannenden Kunden mit unterschiedlichen Herausforderungen und Kulturen - Humor hat sich hier nach meinen Erfahrungen als eine effektive Methode bewährt, um eine echte Beziehung aufzubauen und das Eis zu brechen.

Teil meines Jobs ist es, die einzelnen Kundenbedürfnisse zu verstehen, um ihnen so die besten Lösungen hinsichtlich ihrer Anforderungen in puncto Software-Entwicklung anbieten zu können. Unser Ansatz ist es dabei, die Entwicklungsprozesse besser nachvollziehen zu können und sie mit anderen Unternehmen zusammenzubringen, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen. Da auf GitHub die größten Projekte von Microsoft, Apple, IBM, SAP, Oracle, Amazon, Google und Facebook gehostet sind, können wir uns ungezwungen auf die bestmögliche Lösung konzentrieren.

Was ist die wichtigste Aufgabe in deinem Job?

Ich glaube, meine Kunden bestmöglich zu beraten, aber dass hört sich jetzt bestimmt sehr generisch an.

An meinem Job schätze ich besonders die ausnahmslos hohe Motivation und fachliche Qualität meiner KollegInnen und das gleichzeitig sehr hohes Vertrauen und keine Gängelei durch unnötige Prozesse oder einschränkende Software-/Hardware-/Reisekostenrestriktionen besteht. Alle Teammitglieder geben gegenseitig aufeinander acht, wir würden nie jemanden zu einer Demo oder einem Kundentermin vorschlagen, wenn wir das nicht vorher intern abgesprochen haben und es mit unseren familiären Situationen hinhaut.

Vielleicht ist das ja die wichtigste Aufgabe - gegenseitig aufeinander acht geben und motivieren, damit man jeden Tag aufs Neue sich darauf freuen kann, zusammenzuarbeiten.

Schildere möglichst anschaulich ein Projekt, das dich besonders begeistert hat

Wir haben für mehrere Automobilunternehmen geholfen, die Kollaborationsplattform für das autonome Fahren aufzubauen. Als ein Entwickler aus dem Projekt erfuhr, dass er endlich GitHub für seinen Job einsetzen kann, meinte er "endlich nehmen die uns Ernst und wir können mit Akkuschraubern statt Schraubenziehern arbeiten".

Ich fand die Metapher so gut, dass ich sie seitdem gerne selbst weiter benutze. Ich freue mich immer wieder darüber, wie die Augen der Entwickler und Entwicklerinnen anfangen zu leuchten, wenn sie endlich - metaphorisch gesprochen - in ihrem Job mit einem Akkuschrauber statt mit einem alten Schraubenzieher arbeiten können. Obwohl die Gehälter von Softwareentwicklern einen großen Teil des Gesamtbudgets ausmachen, wird dann doch oft an den falschen Ecken, wie beispielsweise den Entwicklungswerkzeugen gespart. Diesen Zyklus zu durchbrechen und zu sehen, wie sich Entwickler endlich gewertschätzt in ihrer Arbeit fühlen, ist unheimlich befriedigend.

Mein Job ist unverzichtbar, weil…?

Ich denke tatsächlich nicht, dass mein Job unverzichtbar ist. Ich glaube allerdings schon, dass Deutschland als Land der Tüftler und Denker nur eine Chance hat, weiterhin an der Weltspitze mitzuspielen, wenn wir auch im Bereich der Software-Entwicklung die selben Plattformen und Werkzeuge nutzen können, wie sie sich bereits in der weltweiten Open Source Community bei Projekten wie Kubernetes, Jenkins, Tensorflow oder Visual Studio Code etabliert haben.

Viele Start-ups haben das schon super verstanden, aber gerade der Mittelstand und einige Großkonzerne haben hier teilweise noch Nachholbedarf. Die meisten Abteilungsleiter wissen genau, wie viele Maschinen sie in der Produktion haben und wie diese ausgelastet sind. Fragt man allerdings, wie viele Softwareentwickler sie haben, welche Technologien diese beherrschen und in welchen Bereichen noch Nachholbedarf besteht, herrscht oft Ratlosigkeit.

Natürlich ist die daraus entstehende Diskussion nicht eine reine Werkzeug-, sondern in erster Linie eine Unternehmenskulturfrage und die ändert sich nicht so einfach über Nacht. Die Open Source-Kulturen, welche in den verschiedenen Entwickler-Communities auf GitHub gelebt werden, auf die kommerzielle Software-Entwicklung im Unternehmen inklusive der genutzten Werkzeuge zu übertragen, ist oft jedoch ein willkommener Katalysator für einen Kulturwandel. Oft gibt es bereits im Unternehmen viele Entwickler, die mit Open Source groß geworden sind und nur ein bisschen Anstoß und Ermutigung von außen brauchen - in dieser Hinsicht sind wir als externer Katalysator vielleicht nicht unverzichtbar aber zumindest sehr willkommen.

Wenn du nicht Principal Solutions Engineer wärst, was wärst du dann?

Mein Traum in letzter Zeit war, Drehbuchautoren zu beraten, so dass IT-ler in deutschen Filmen nicht mehr so klischeehaft dargestellt werden. Ich habe eine Tochter und wann immer sie Filme mit IT-Bezug sieht, hat sie den Eindruck, dass IT zwangsläufig mit mittelalten Männern wahlweise in Kellern vor grünen Bildschirmen oder im Anzug in Glaspalästen oder weiblichen Models mit Kampfsporterfahrung zu tun hat. Damit tun wir uns als Gesellschaft keinen Gefallen und schließen mehr als 50 Prozent der potenziell Interessierten aus. GitHub arbeitet sehr stark daran, den Stereotypen des klassischen Software-Entwicklers zu durchbrechen. Am besten gefällt mir immer noch "Annas Story":

Obwohl ca. 20 Prozent aller deutschen Informatikstudenten weiblich sind, liegt der weibliche Anteil an Open Source-Projekten lediglich bei drei Prozent. Wir haben einige spannende Features in unserer Planung, um dieses Verhältnis entscheidend zu verbessern.

Wer übrigens mehr darüber erfahren möchte, ist angehalten auf eine unserer Konferenzen zu gehen. Die nächste große Konferenz - die GitHub Satellite - findet am 23. Mai in Berlin statt.

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