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Was macht eigentlich Jobprofile Jobs

Was macht eigentlich ... ein Industrial Designer?

Lieber Protoypen entwickeln statt Konzepte in der Schublade liegen lassen. Dafür macht sich Frederik Scheve beim IOX Lab stark.

© IOX
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Name: Frederik Scheve

Alter: 28 Jahre

Position: Industrial Designer

Ausbildung: Studium Integrated Design an der Köln International School of Design (KISD); Austauschsemester an der Rhode Island School of Design

Unternehmen: IOX, Düsseldorf

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Was machst du?

Ich arbeite als Industrial Designer im Düsseldorfer Startup IOX. Unsere Firma hat sich auf die Betreuung von IoT-Projekten spezialisiert und hilft Unternehmen dabei, ihre Visionen in der Praxis umzusetzen. Unser Kerngeschäft ist die Entwicklung von Produkten, die sich intelligent vernetzen und Daten versenden können. Die gewonnen Datensätze können von uns analysiert werden, um daraus neue Servicemodelle für die Industrie zu entwickeln.

In meiner Funktion als Industrial Designer bin ich für den Entwicklungsprozess von Produkten und Schnittstellen – von der ersten Idee bis zur Serienfertigung – verantwortlich. Die ganzheitliche Analyse von Anwendungskontexten, Nutzerbedürfnissen, Marktumfeldern und technischen Entwicklungen ist bei der Konzeption und Gestaltung für mich immer von zentraler Bedeutung. Darum bin ich Teil eines interdisziplinären Teams aus Hardware- und Softwareentwicklern und arbeite mit den Kollegen von Anfang an eng zusammen.

Das sieht dann in der Praxis wie folgt aus: Nach der Research-Phase erstellen wir die Vision sowie das Konzept und holen uns erstes Feedback von allen beteiligten Stakeholdern. Dann geht es an die Umsetzung und die Erstellung erster Prototypen.

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Dabei profitieren wir bei IOX vom Konzept des “Rapid Prototyping” und setzen additive Fertigungsverfahren wie 3D-Druck oder Lasercut ein, um schnellstmöglich erste greifbare Modelle zu erschaffen. Diese sind dringend nötig, um Nutzertests unter möglichst realen Bedingungen durchzuführen und unsere Annahmen zu prüfen.

Ich übernehme dabei die Vorkonstruktion von 3D-Modellen, baue Funktionsprototypen oder erstelle das Interface Design und den User Flow für digitale Anwendungen. Durch die gewonnen Erkenntnisse können wir dann möglichst effizient Produkte zur Marktreife führen, ganz gleich, ob wir einen Gebrauchsgegenstand, eine App oder einen Webservice entwickeln.

In dieser finalen Projektphase stehe ich dann häufig mit Produzenten und Entwicklern aus aller Welt in Kontakt, um das jeweilige Produkt zur Serienreife zu bringen.

Wie bist du zu dieser Aufgabe gekommen?

Mein Interesse für nutzerorientiertes Design und praktische Umsetzung wurde durch ein Praktikum bei der internationalen Design- und Innovationsberatung Ideo geweckt. Dort lernte ich unterschiedliche Methoden kennen, wie Designer Innovation erarbeiten und mit anderen Fachbereichen teilen können.

Danach war für mich klar, dass ich eines Tages in einem Unternehmen arbeiten wollte, das Design und Innovation verbindet. Um das Handwerkszeug eines Designers in allen Facetten zu erlernen, habe ich anschließend an der Köln International School of Design (KISD) Integrated Design studiert. Eine ganz klare Empfehlung für Kreative! Statt verkopfter Lehrpläne hat man uns dort beigebracht, eigenständig zu arbeiten und strukturiert zu denken.

Nach meinem Abschluss wollte ich erst einmal so viel Erfahrung wie möglich sammeln, ein Job in einem Start-up war somit sehr verlockend. Die Stellenanzeige für IOX habe ich dann durch Zufall entdeckt.

Schildere möglichst anschaulich ein Projekt, das dich besonders begeistert hat.

Ein besonders spannendes Projekt haben wir vergangenes Jahr für Vodafone umgesetzt. Um neue Anwendungsgebiete im IoT-Bereich zu entdecken, gab Vodafone ein "Narrowband IoT Starter Kit" bei uns in Auftrag.

Dieses Sensor-Kit besteht aus drei IoT-Sensoren, die Umgebungsdaten wie Temperatur, Bewegung oder Luftfeuchtigkeit sammeln und energieeffizient per Narrowband (ein spezieller Standard für die Kommunikation von IoT-Geräten) an ein Backend versenden können. Die Sensoren können ohne Programmieraufwand oder Programmierkenntnisse über eine benutzerfreundliche Smartphone-App eingerichtet und gesteuert werden. Somit ermöglichen wir es sogar einem absoluten Laien, im Handumdrehen einen maßgeschneiderten IoT-Sensor für seine Zwecke zu konfigurieren.

Bei der Umsetzung konnten wir unsere Kernkompetenzen im Bereich Rapid Prototyping ausspielen und in kurzer Zeit einen Prototypen bauen.

Das Produkt wurde bewusst als “Minimal Viable Product” (MVP) konzipiert, um sowohl die Minimalanforderungen, die an das Endprodukt gestellt werden, zu beinhalten und gleichzeitig möglichst schnell einsatzbereit zu sein. Solche MVPs dienen immer als Vorbild, um damit die Serienproduktion zu planen. Außerdem können wir so frühzeitig Feedback der Nutzer einholen und das Produkt auf Fehler testen.

Parallel stand ich im engen Austausch mit Vodafone, da die Smartphone-App so aufgebaut werden musste, dass sie den UX- und UI-Regeln entspricht und sich wie eine Vodafone-App anfühlt. Basierend auf dem Kundenfeedback haben wir dann den User Flow und die User Storys erstellt und zusammen mit den Programmierern in einer App umgesetzt.

Nach einigen Iterationen stand dann die finale Elektronik, die sich perfekt in die konzipierten Gehäuse einbauen ließ. Somit konnten wir dann sowohl die Elektronik als auch die Gehäuse in Serie herstellen und zusammensetzen. Schlussendlich griffen alle Bereiche perfekt ineinander und wir konnten das fertige Produkt an Vodafone übergeben.

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Welche Eigenschaft hilft dir in deinem Alltag am meisten? Warum?

Ich glaube Empathie ist eine meiner wichtigsten Eigenschaften. Sie hilft mir, mich auf die Bedürfnisse meiner Kunden zu fokussieren und mich in ihre Lage zu versetzen. Am Anfang eines jeden Projekts muss ich verstehen, was die Wünsche und Ziele meiner Kunden sind, erst dann ist es möglich, ein resonantes Produkt zu entwickeln, das Mehrwert bieten kann.

Als Designer muss man mit den unterschiedlichsten Typen von Menschen sprechen und jeder Projektbeteiligte verfolgt eigene Ziele und Interessen. Da heißt es, genau zuzuhören und den Unterschied zu erkennen zwischen dem, was gesagt wird und dem, was gemeint ist.

Was ist dir an deinem Job am wichtigsten? Was macht am meisten Spaß?

Am meisten Spaß macht es, mit Kunden zu arbeiten, die nicht zu festgefahren in ihren Denkmustern sind und sich auf den Innovationsprozess einlassen können. Deshalb schätze ich die Arbeit im IOX Lab sehr. Die meisten Anfragen von Kunden kommen direkt aus der Abteilung des CDOs. Oft sind es innovative Konzepte oder Ideen, die an uns herangetragen werden und bei deren Umsetzung wir die Unternehmen unterstützen sollen.

Firmen entscheiden sich für IOX als Partner, da wir die Möglichkeiten und Fähigkeiten haben, außerhalb von großen und schwerfälligen Unternehmensstrukturen schnell zu agieren und dennoch Projekte im Sinne dieser Unternehmen zu verwirklichen. Viele gute Ideen bleiben schlichtweg in Präsentationen stecken und werden nie Wirklichkeit. Das lässt sich verhindern. Wir sind der Meinung: “Make things, not slides”. Genau diese “Wir packen das an”-Mentalität fasziniert mich.

Mein Job ist unverzichtbar, weil …

... sich die Welt heute immer weiter vernetzt und ein immer größerer Bedarf an intelligenten Produkten entsteht. Der Konkurrenzdruck in der Industrie ist immens und viele Unternehmen verwenden Unmengen an Energie, um innovativ zu werden oder zu bleiben und den Markt zu besetzen. Das Problem ist, dass oft die Expertise fehlt, um Ideen in die Wirklichkeit umzusetzen.

Als Designer mache ich Ideen greifbar und helfe dabei, die Vision eines Produkts verständlich zu transportieren. Manchmal wird ein Projekt in Unternehmen schlichtweg deshalb verworfen, weil sich die Leute nichts darunter vorstellen können. Das ist der Albtraum für jeden Innovationsprozess!

Als Industriedesigner mache ich technisch komplexe Themen sichtbar und verständlich und erschaffe neuartige Produkte, die das Leben meiner Kunden einfacher machen.

Wenn du nicht Industrial Designer wärst, was wärst du dann?

Ich denke, ich könnte mich nicht wirklich vom Themengebiet Design trennen. Ich hätte vielleicht meinen Fokus auf 3D-Animation und 3D-Modellierung gelegt, da ich mich damit auch in meiner Freizeit beschäftige.

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