Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Jaeger Dirk
© Shopmacher
Jobprofile Karriere New Work

Was macht eigentlich ein ... Chief Agile Officer?

"Wer nicht misst, der rät doch nur", ist die Maxime von Dirk Jäger, der die agilen Prozesse bei Shopmacher begleitet.

Anzeige
Anzeige

Name: Dirk Jäger

Position: Chief Agile Officer

Unternehmen: Shopmacher

Alter: 42

Anzeige

Was machst Du?

Das ist eine ebenso berechtigte wie willkommene Frage. Denn als CAO bin ich heute zugegeben noch ein sehr exotischer Vogel. Ich betrachte und steuere die Fortschritte bei der agilen Arbeitsweise aus Management-Perspektive und damit auch aus einer gewissen Flughöhe. Das hilft bisweilen sehr. Fragen Sie mal Astro-Alex auf der ISS ...

Konkrete Fragen, die mich bei der agilen Transformation beschäftigen, klingen allerdings weit weniger abgehoben, als die ganzen Fachtermini vermuten lassen. Ich initiiere bei und mit unseren Teams agile Methoden, die darauf abzielen, Einzug in die Köpfe der Kollegen zu halten. So setze ich einen Rahmen für die gesamte Organisation, in der ein agiles Mindset entstehen kann, und bereite den Boden, auf dem Selbstorganisation in den Teams entsteht.

In der täglichen Praxis überprüfe ich den Fortschritt und natürlich auch den Nutzen der initiierten Abläufe. Was funktioniert gut, was weniger gut, was vielleicht gar nicht? Das gibt es ja auch. Welches Vorgehen bringt die erwünschten Ergebnisse im Sinne der vorgegebenen Unternehmensziele? An welchen Stellen sind wir schnell und gut, an welchen langsam und ineffizient? Und an erkannten Schwachstellen lautet meine Aufgabe natürlich: Mit welchen Schritten können wir hier schnell besser und effizienter werden?

Anzeige

Kurzum: Ich initiiere neue Abläufe und beobachte, messe und bewerte den Erfolg der eingeführten Agilität anhand konkreter Kennzahlen. Denn wer nicht misst, der rät doch nur.

Wie bist Du zu dieser Aufgabe gekommen?

Unser Management hat vor gut zwei Jahren entschieden, das Unternehmen agil zu transformieren und hat mich als Gesamtverantwortlichen für diese agile Transformation installiert. Das hatte enorme Signalwirkung - vor allem nach innen: Mit dem Einsetzen eines CAO haben wir den Mitarbeitern demonstriert, dass wir es mit dem Wandel zum Agilen ernst meinen.

Nach der Grundsatzentscheidung für den agilen Weg habe ich zunächst einen Weg zu diesem Ziel erarbeitet, entsprechende Methoden festgelegt und den Einstieg natürlich auch operativ begleitet. Operative Aufgaben sind dann recht schnell in die selbstbestimmten Teams gewandert. Die Bewertung der Effizienz und die Einsteuerung nötiger Nachjustierungen bleiben natürlich Managementaufgabe - also meine Aufgabe. Und dieser Job endet gerade in unserem schnell drehenden Business nie. Das ist uns klar. Im Tagesgeschäft wird kräftig gesägt. Gut so! Und einer muss dafür sorgen, dass die Säge stets scharf bleibt. Das bin ich.

Welche Eigenschaft hilft dir in deinem Alltag am meisten und warum?

Das sind drei: Neugier, Verbissenheit und eine gesunde Trial & Error-Mentalität.

Neugier, weil ich mich für alles interessiere, was bei uns im Unternehmen und vor allem im Markt passiert. Unser Umfeld ist so dynamisch, unsere Marktbegleiter sind so klug. Da kann man sehr viel lernen, wenn man neugierig bleibt.

Verbissenheit ist eine Voraussetzung dafür, unbedingt herausfinden zu wollen, warum etwas nicht oder noch nicht funktioniert oder nicht optimal funktioniert. Da muss man sich dann auch einmal, auch wenn es nicht schön klingt, verbissen in die Zusammenhänge reinknien und schauen, wo es denn hakt.

Last but not least die gesunde Trial & Error-Mentalität. Es ist ja eine der Philosophien von Jeff Bezos, dass Fehler großartig sind, solange man daraus lernt und stärker zurückkommt. Natürlich lege ich es nicht darauf an, Fehler zu machen. Aber die Freiheit und die Mentalität, etwas ohne endlose philosophische Vorläufe und Entscheidungsrunden schnell umzusetzen, finde ich toll. Und wie gesagt: Wenn etwas einmal nicht funktioniert, dann lernen wir daraus. Auch das ist Agilität.

Was ist dir an deinem Job am wichtigsten? Was macht am meisten Spaß?

Ergebnisse finde ich großartig! An messbaren Ergebnissen meiner und unserer Arbeit kann ich mich richtiggehend berauschen. Hört man die Jobbezeichnung Chief Agile Officer und das Thema agile Transformation, dann denken viele sicher erst einmal: Um Himmels Willen - trockenes Zeug! Das stimmt aber keineswegs. Am Anfang unseres Weges war natürlich alles nur graue Theorie und Zukunftsmusik. Aber heute, nach nur zwei Jahren, messen wir beinahe täglich die Effizienz einer Entwicklung und neuer Abläufe.

Natürlich knallen nicht nach jeder Messung die Sektkorken, weil - ich erinnere an Trial & Error - natürlich auch einmal weniger erfreuliche Ergebnisse gemessen werden. Doch das ist im agilen Sinne völlig in Ordnung - vorausgesetzt, wir lernen aus unseren Fehlern.

Schildere möglichst anschaulich ein Projekt, das dich besonders begeistert hat.

Die Umstellung von ein- auf zweiwöchige Sprints war ein riesiger Schritt, dessen positive Auswirkung mich begeistert hat. Wir haben zunächst mit einwöchigen Sprints losgelegt, um vor Sprintbeginn möglichst überschaubare Aufgabenpakete schätzen zu können. Das war auch richtig, denn wir mussten das Schätzen ja erst üben. Je besser die Schätzungen der Teams wurden, desto mehr traten dann die Nachteile des kurzen Sprints in den Vordergrund. Das waren zum Beispiel die diversen Meetings rund um die Sprints, in denen ja kein Code geschrieben wird. Die Teams haben dann nacheinander selbst beschlossen, den Sprint-Rhythmus auf zwei Wochen zu vergrößern und so den Meeting-Aufwand faktisch zu halbieren. Das hatte gigantischen Impact auf die Team-Performance. Toll war vor allem, dass diese Impulse direkt aus den Teams kamen und jedes Team auch sein eigenes Timing dafür gefunden hat. Ich habe am Ende lediglich die Verbesserung der Team-Performance nachgewiesen.

Mein Job ist unverzichtbar, weil…?

Wir lesen heute jeden Tag zahllose Artikel zum Thema digitale Transformation der gesamten Wirtschaft und den damit zusammenhängenden großen Herausforderungen in beinahe jedem Unternehmen. Im Kern bedeutet Digitalisierung Beschleunigung, also eine Veränderung der Geschwindigkeit von Abläufen in Unternehmen. Und das Tempo der Veränderungen entwickelt sich nicht etwa ganz gemächlich und linear, sondern das Tempo der Veränderungen entwickelt sich eher exponentiell. Und diese Entwicklung ist unumkehrbar. Und ich denke, dass wird nie mehr enden.

Als CAO bin ich bei uns quasi der Veränderungs-Manager. Und wie sollen die gerade beschriebenen Herausforderungen ohne einen solchen Veränderungs-Manager - mal ganz unabhängig von meiner Person - bewältigt werden?

Wenn du nicht CAO wärst, was wärst du dann?

Vermutlich etwas Ähnliches, vielleicht mit einem anderen Namen. Leute zu befähigen, ihren Weg zu finden, hat mich immer schon begeistert. Vermutlich wäre ich dann Lehrer oder Dozent, oder Coach oder Zen-Meister.

Teilen
Jederzeit top informiert

Die wichtigsten LEAD Nachrichten per Messenger oder Newsletter

Anzeige
Anzeige
Verlagsangebot
Anzeige
Anzeige
Aktuelle Stellenangebote
Alle Stellenangebote