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Der sogenannte CIO (Chief Information Officer) übernimmt bei der digitalen Entwicklung eines Unternehmens zunehmend die Schlüsselrolle (Foto: iStockphoto)
New Work Unternehmenskultur IT

Was macht den CIO der Zukunft aus?

Der sogenannte Chief Information Officer (CIO) übernimmt bei der digitalen Entwicklung eines Unternehmens zunehmend die Schlüsselrolle. Welche Herausforderungen bringt dieser Job mit sich? Darüber spricht Uwe Gehrmann, Partner bei der Münchner Managementberatung Atreus und Leiter der Praxisgruppe IT, mit LEAD.

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Nur wer digital denkt, kann mit Erfolg in die Zukunft blicken. Ein Motto, das viele Unternehmen nicht ohne speziell geschulte Mitarbeiter umsetzen können. Der sogenannte CIO (Chief Information Officer) übernimmt bei der digitalen Entwicklung eines Unternehmens zunehmend die Schlüsselrolle. Welche Herausforderungen bringt dieser Job mit sich?

Uwe Gehrmann ist Partner bei der Münchner Managementberatung Atreus. Als Leiter der Praxisgruppe IT befasst er sich intensiv mit digitalen Transformationsprozessen und unterstützt seine Kunden sowohl bei ihrer Organisationsstruktur als auch bei der Besetzung von relevanten Managementpositionen.

Uwe Gehrmann
Foto: Uwe Gehrmann

LEAD: Herr Gehrmann, Sie leiten bei Atreus die Praxisgruppe IT. Können Sie kurz skizzieren, worum es der Gruppe geht?

Uwe Gehrmann: Die Praxisgruppe IT wurde vor circa sechs Jahren als Functional Solution Group gegründet. Unser Ziel ist vorrangig, IT-relevante Themen für unsere Kunden anzubieten und gezielt umzusetzen. Unsere Schwerpunkte liegen dabei in den Bereichen IT-Sourcing, IT-Transformation und IT-Strategie-/Architektur. Unsere Kunden kommen aus den verschiedensten Industrien, darunter Automotive, Maschinen- und Anlagenbau, TIMe (Telco, IT, Medien) sowie Pharma und Health Care. Mit den individuell zugeschnittenen Industry Solution Groups sind wir für die entsprechenden Herausforderungen sehr gut aufgestellt.

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Unser Thema ist der CIO der Zukunft. Wenn Sie einen geeigneten Bewerber suchen würden, wie würde die Jobbeschreibung aussehen?

Gehrmann: Früher war der CIO ganz einfach der IT-Leiter. Heute ist das Thema IT so komplex und vielschichtig, dass ein solcher nicht mehr gesucht wird. Denn Unternehmen verlangen zunehmend Experten mit Managementqualitäten, die fähig sind, in Geschäftsprozessen zu denken. Der CIO muss heute im digitalen Kontext denken und gemeinsam mit dem CFO und CEO unter IT-Gesichtspunkten eine Strategie umsetzen können. Der simple IT-Leiter führt einfach Prozesse und Arbeitsabläufe aus und ist weniger bis gar nicht im gestalterischen Prozess beteiligt. Wer den Job machen will, muss sowohl gestalten als auch führen können.

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Welche Herausforderungen muss der CIO der Zukunft in einem Unternehmen leisten? An welchen Stellen muss er vorrangig ansetzen, um ein Unternehmen erfolgreich in die digitale Zukunft zu führen?

Gehrmann: Grundsätzlich müssen die richtigen Voraussetzungen im Unternehmen gegeben sein, damit der CIO erfolgreich agieren kann. Sprich, es muss ein Selbstverständnis herrschen, dass IT und Digital intelligent ineinandergreifen. Nur so kann der CIO die Wettbewerbsfähigkeit seines Unternehmens garantieren und erhalten. Er muss natürlich nicht nur technisch, sondern auch wirtschaftlich denken können. Sehr wichtig ist die Bereitschaft, Prozesse ständig zu hinterfragen und zu verbessern.

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Welche Probleme bereiten dem CIO am meisten Kopfzerbrechen? Wo tun sich die Unternehmen schwer?

Gehrmann: Er darf keinerlei Berührungsängste haben und keine Scheu, auch mal Tacheles zu reden. Die Bereitschaft sich digital zu verändern, ist nicht in jedem Unternehmen von Anfang an gegeben. Manchmal hängt es auch am Budget oder an mangelnder Durchschlagskraft. Durch den hohen Wettbewerbsdruck kommt das aber weitaus seltener vor als es beispielsweise noch vor fünf oder sechs Jahren der Fall war.

Sie arbeiten bei Atreus ja in den verschiedensten Branchen. Gibt es eigentlich Branchenunterschiede? Ist eine digitale Transformation beispielsweise bei einem Telekommunikations-Unternehmen leichter als bei einem Bauunternehmen?

Gehrmann: Es lassen sich tatsächlich Unterschiede feststellen. Die Telekommunikationsbranche ist durch ihre “industriespezifische DNA“, wie ich das nenne, im IT-Bereich schon sehr weit. Einfach weil sich diese Branche mit am meisten von allen anderen ständig neu erfinden muss, egal wie groß das Unternehmen ist. Die Konsumgüterindustrie ist da beispielsweise ganz anders. Die besondere Herausforderung liegt hier in der sogenannten Omnichannel-Ausrichtung: Ladengeschäfte auf der einen Seite, E-Commerce auf der anderen. Die digitale Ausrichtung ist hier essenziell. Im Maschinen- und Anlagebau haben wir ein sehr differenziertes Bild. Hier gibt es bereits Unternehmen, die sich exzellent positioniert und aufgestellt haben, aber auch Unternehmen, die nicht so IT- und Digital-affin sind und noch deutlicher Handlungsbedarf besteht.

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Der CIO gilt oft als Kostenstelle im Unternehmen – wie viel muss er selbst von Technologie verstehen, um diesen Job erfolgreich zu meistern?

Gehrmann: IT kostet Geld, keine Frage. Gleichzeitig ist der Bereich aber so wichtig, dass man investieren muss, so dass mittels IT auch Wertbeiträge für das Unternehmen ermöglicht werden. Ein technischer Background ist selbstverständlich Voraussetzung. Wie intensiv dieser ausfällt, kommt auf die Größe des Unternehmens an. Je kleiner das Unternehmen, umso mehr fachliche Expertise sollte der CIO als "Business-Enabler" mitbringen. Generell ist die Expertise bei größeren Firmen circa 40 Prozent IT, 60 Prozent Management.

Dann gibt es ja noch den CDO. CIO und CDO – was unterscheidet die beiden Positionen überhaupt voneinander?

Gehrmann: Der CDO, Chief Digital Officer, hat eine stärkere digitale Ausrichtung. Vereinfacht könnte man sagen, der CDO spricht die Kunden digital an. Der CIO sieht eher das große Ganze aus der Business/IT-Perspektive.

Stichwort automatisierte Prozesse – viele Arbeitnehmer fürchten, dass ihr Job irgendwann von Robotern übernommen wird. Eine berechtigte Angst? Was meinen Sie?

Gehrmann: Grundsätzlich möchte ich die These wagen, dass in Zukunft Arbeitsplätze nicht wegfallen, sondern sich vielmehr verändern werden. Es wird neue Aufgabenfelder geben, Rollen werden sich wandeln und Jobprofile neu geschrieben werden. Ist der Einzelne nicht dazu bereit, sich mit seinem Job zu verändern, wird er auf der Strecke bleiben. Nehmen wir mal das Beispiel KI. Der klassische Software-Entwickler wandelt sich immer mehr zum Software-Architekten oder Software-Designer. Durch Weiterbildungen und entsprechenden Maßnahmen muss sich der Entwickler also an die veränderten Anforderungen anpassen.

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