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Jobs Karriere Google

Was "Google for Jobs" für die Branche bedeutet

Der Konzern übt Druck auf die Stellenanzeigen-Branche aus. Das hat allerdings auch seine positiven Effekte.

Google übt mit "Google for Jobs" Druck auf die Stellenanzeigen-Branche aus. Das hat allerdings auch seine positiven Effekte (Bild: Unsplash)
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Bei dem Tool "Google for Jobs" handelt es sich nicht um ein eigenständiges Stellenportal, vielmehr greift es auf Anzeigen im Netz zurück und listet diese innerhalb einer Google-Suche auf. Klickt ein User auf eine Stellenanzeige, kann er in der Ergebnisliste direkt den Anzeigentext sehen und sich bewerben. Er wird also nicht wie bei einer üblichen Suche auf eine externe Unternehmensseite weitergeleitet.

Genau deshalb hat sich der Suchmaschinenriese auch Ärger mit 23 Online-Stellenbörsen eingehandelt, die in einem offenen Brief bei der EU-Kommissarin für Wettbewerb Beschwerde eingelegt haben. Der Vorwurf: Google missbrauche seine Marktmacht, man selbst kämpfe mit Traffic-Verlust. Andere Jobcrawler hingegen sagen, Google habe die Innovation und den Wettbewerb in der Branche wiederhergestellt.

Über die ambivalenten Reaktionen auf die neue Konkurrenz haben wir mit Matthes Dohmeyer gesprochen, dem Gründer und COO von Truffls. Das Berliner Start-up ist Marktführer im Mobile Recruiting für Young Professionals und Professionals.

LEAD: Herr Dohmeyer, das neue Tool "Google for Jobs" gilt als regelrechter Plattformkiller. Wie sehen Sie die aktuelle Lage, ist es tatsächlich so ein massiver Angriff auf andere Plattformen oder doch bloß ein Schreckgespenst?

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Matthes Dohmeyer: Die Beschwerde zeigt ganz klar, dass sich der ein oder andere auf dem Markt angegriffen fühlt. Allein das offenbart ja schon, dass direkte Auswirkungen zu spüren sind. Zudem beziffern die größeren Plattformen wie Stepstone, Monster und Co. den Anteil ihres Traffics, der per SEO über Google kommt, meines Wissens mit im Schnitt 30 bis 40 Prozent, was ja schon sehr viel ist.

LEAD: Nick Zakrasek, Senior Product Manager bei Google, erwiderte auf die Kritik an diesem Tool, dass es ja auch für die Konkurrenz nutzbar sei.

Dohmeyer: "Google for Jobs" hat vor dem Start allen anderen großen Plattformen angeboten, mit ihnen zu kooperieren. Ein Ziel war dabei natürlich, diese anderen Plattformen darauf hinzuweisen, dass sie ihre Daten so aufbereiten, dass sie optimal angezeigt werden können. Das ist natürlich sehr verlockend. Je nachdem, wie gut man aufgestellt ist, kann so sehr viel zusätzlicher Traffic über Google reinkommen.

Auf der anderen Seite ist es natürlich auch ein smarter Move von Google, alle anderen dazu zu bewegen, sich ihnen anzuschließen. So bekommt Google die anderen Plattformen dazu, nach ihren Regeln zu spielen und sobald man sich darauf einlässt, begibt sich ein Unternehmen wieder ein Stück mehr in die Abhängigkeit von Google.

Mehr zum Thema: Jobsuche in Zeiten von Google Jobs

Truffls Managing Directors
Das Berliner Start-up Truffls ist Marktführer im Mobile Recruiting für Young Professionals und Professionals (Bild: Truffls)

LEAD: Bedeutet der Markteintritt von "Google for Jobs" Druck für die Branche?

Dohmeyer: Das kann man auf jeden Fall sagen. Meiner Erfahrung nach ist Google eigentlich immer darum bemüht gewesen, B2C-Produkte so angenehm und so gut wie möglich für den individuellen Endnutzer zu gestalten und damit Produkte zu bauen, die sich sehr stark in den Alltag integrieren lassen, zum Beispiel Services wie Google Maps. Dadurch entsteht in diesem Sinne dann schon ein gewisser Druck.

Viele der etablierten Plattformen haben letztlich nur das Stellengesuch der Tageszeitung ins Internet übertragen. Wenn Google jetzt kommt und sagt ‚Hey, wir spielen auch mit und machen das Ganze cooler für den Kandidaten’ kann das natürlich zu einem gewissen Druck führen, dem man sich nicht so leicht verwehren kann, als wenn beispielsweise neue Start-ups in dem Bereich Innovationen vorantreiben.

LEAD: Was meinen Sie, welche Chance hat die EU-Beschwerde?

Dohmeyer: Das kann ich so nicht beantworten, dazu fehlt mir das juristische Know-how. Ich sehe es nicht als unbedingt gegeben, dass Google zukünftig als Monopolmacht die Themen Jobs und Online-Stellengesuche beherrschen wird, weil aus meiner Sicht längst nicht klar ist, ob sie daran wirklich ein großes Interesse haben – der Stellenmarkt ist attraktiv, klar, durch die Google-Brille sieht das aber vermutlich nochmal ein bisschen anders aus.

LEAD: Können die größeren Plattformen wie zum Beispiel Monster auch anders auf diese Veränderung reagieren?

Dohmeyer: Eine Strategie scheint zu sein, dass versucht wird, über Zukäufe und Übernahmen zu reagieren und sich dadurch zum einen den Zugang zu einer spannenden Zielgruppe zu sichern und zum anderen auch den Zugang zu anderen Traffic-Kanälen.

XING etwa hat Honeypot gekauft, eine Plattform für die Vermittlung von IT-Spezialisten. Diese Plattform ist, soweit ich weiß, ziemlich unabhängig von Google, weil der Traffic über ganz andere Kanäle kommt. Zum Beispiel haben sie sehr aufwendig eigene Veranstaltungsreihen aufgebaut und gutes Content Marketing gemacht, um die für sie relevante Zielgruppe anzuziehen.

Ähnlich ist es bei Studydrive, einer Plattform für Studenten, die Anfang des Jahres von StepStone gekauft wurde. Studydrive hat ebenfalls zum einen Zugang zu einer spannenden Zielgruppe, die StepStone offensichtlich nicht wirklich gut selbst erreichen kann, und ist zum anderen eher wenig von Traffic über Google abhängig, sondern zum Beispiel einfach stark in Studenten-Communities vertreten.

Davon abgesehen habe ich bisher bei den größeren Plattformen noch keine nennenswerten neuen Ideen gesehen, wie sie an spannende Zielgruppen herankommen oder die zumindest teilweise Traffic-Abhängigkeit von Google lösen können.

Mehr zum Thema: Online-Jobbörsen - Das perfekte Match(ing)

LEAD: Wie sieht es bei Truffls aus?

Dohmeyer: Bei uns ist es zum Glück auch so, dass wir nicht von Google abhängig sind. Wir bekommen keinen Traffic von Google, der für uns wirklich relevant wäre, sondern sind vor allem stark im Bereich Social Media, im Branding, im Performance Marketing und sehen nach wie vor starke Word-of-Mouth Effekte, haben also einfach viel organischen Traffic, der dadurch zustande kommt, dass unser Produkt gut und einfach funktioniert und deswegen an Freunde, Kollegen usw. weiterempfohlen wird. Insofern sind wir glücklich, dass es "Google for Jobs" gibt. Einfach, weil es mehr Bewegung in den Markt bringt und uns persönlich überhaupt nicht negativ beeinflusst.

LEAD: Vielleicht sorgt der Druck ja auch dafür, kreativ zu werden...

Dohmeyer: Richtig, deswegen sehen wir diese Entwicklung sehr positiv. Besonders für jemanden, der sehr groß und lange in der Branche ist, auch an sich gute Möglichkeiten hat, aber vielleicht nicht ganz so innovativ ist. Spannend wird es sein, zu sehen, was die nächsten Schritte sind. Es werden jetzt auch eigene neue Ideen folgen, um das ganze aufzufangen und das kann letztlich für alle Beteiligten nur gut sein.

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Mittels eines Matching-Algorithmus werden Talente und Arbeitgeber mit Truffls zusammengeführt (Bild: Truffls)

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Die 2012 in Berlin gegründete Truffls GmbH verzeichnet über 400.000 Nutzer und über 30.000 Unternehmen, die von der innovativen und schnellen Recruiting-Lösung profitieren. Mittels eines Matching-Algorithmus werden Talente und Arbeitgeber „zum richtigen Moment an genau der richtigen Stelle“ zusammengeführt. Intuitives Swipen ermöglicht es den Talenten, innerhalb von Sekunden Interesse an Unternehmen zu bekunden.

Truffls legt den Fokus vermehrt auf die Kandidaten, will Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl, Selbstsicherheit der gut ausgebildeten Young Professionals und Professionals stärken und einen unkomplizierten, mobilen Bewerbungsprozess auf Augenhöhe bieten.

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