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Der Mobile World Congress konnte auch 2018 hohe Besucherzahlen verzeichnen (Foto: MWC)
MWC Smartphone 5G

Mobile World Congress 2019: Was es zu sehen gibt – und was nicht

Der Smartphone-Markt braucht dringend Innovationen. Deshalb wird auch der Start der Mobilfunkmesse Mobile World Congress in Barcelona am 25. Februar 2019 mit Spannung erwartet. Thomas Müller, General Manager EALA bei Fjord, erklärt, was Besucher erwarten können - denn neben sicht- und anfassbaren Innovationen gibt es auch unsichtbare Neuerungen.

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Das Thema des diesjährigen MWC ist "intelligente Konnektivität". Kein Wunder, denn das Internet der Dinge, künstliche Intelligenz und 5G stehen entweder kurz vor der Marktdurchdringung oder werden bald Teil des Alltags. Für die Telekommunikations-Unternehmen – und zunehmend auch jene aus anderen Branchen – die sich in Barcelona treffen, bedeutet das einen grundlegenden Wandel. Dieser wird aber oft nicht sofort erkennbar sein – geschweige denn anfassbar oder live und in Farbe präsentiert werden.

Was Besucher beim MWC 2019 erleben können, wird in zwei Lager fallen: die sicht- und anfassbaren Innovation – und unsichtbare Neuerungen.

​"What-you-don’t-see-is-what-you-get” – diese Entwicklungen bleiben unsichtbar

Ausgerechnet einige der bedeutendsten Entwicklungen der Branche lassen sich weder berühren noch direkt betrachten. Dazu zählen die schrittweisen Verbesserungen von Algorithmen für Sprachsteuerung und Fortschritte bei 5G, die unter Laborbedingungen gemacht wurden.

Sie sind entscheidend für die Zukunft der Branche und werden in Barcelona ausführlich diskutiert werden. Doch sie sind schwer zu präsentieren und werden daher vor allem in der Vorstellung der Besucher "erlebbar" sein.

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1. Das Rennen um die Sprachsteuerung

Intelligente Sprachassistenten werden in Barcelona eine große Rolle spielen. Dabei geht es weniger um die tatsächliche Fähigkeit der smarten Assistenten, sondern vielmehr um die breite Integration dieser digitalen Helfer. Alexa, Siri und Google Assistant liefern sich ein Rennen, wer sich an die meisten Drittanbieter andockt und in Produkte integriert. Gleichzeitig werden unglaubliche Anstrengungen unternommen, die eigentliche Funktionalität der Sprachassistenten – vor allem bei den Prozessen im Hintergrund – noch zu verbessern. Hier geht es vor allem darum, in Sachen Qualität der Antworten und dem Verständnis der Frage der Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein und bessere Ergebnisse zu liefern.

Auf der CES in Las Vegas haben wir bereits eine Vorschau auf die Entwicklung der Sprachsteuerung erhalten – man denke nur an die Toilette, die Alexa integriert hat. In Barcelona wird es aber vor allem darum gehen, welcher Anbieter auf dem lukrativen Gebiet der Sprachsteuerung eine Führungsposition einnehmen wird. Die wichtigsten Einsatzgebiete für Sprachsteuerung in diesem Jahr werden wir bei Smart Home und dem Thema Mobilität finden.

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Mensch und Technik vereinen

Die Digitalisierung eröffnet neue Chancen in der modernen Arbeitswelt. Sollten Unternehmen jetzt mehr Experimente im Alltag wagen? Im LEAD Bookazine 4/2018 spricht Alexandra Borchardt über Change-Management und eine erfolgreiche Kombination von Mensch und Technik.

2. 5G: Wo lang geht's?

Auch wenn der eigentliche 5G-Launch voraussichtlich erst im nächsten Jahr beginnt, können wir auf dem MWC beobachten, wie sich die jeweiligen Unternehmen in Stellung bringen und ihre Geschäftsmodelle darauf vorbereiten. Achte vor allem auf die Details der präsentierten Hardware und der Bereitstellungs-Technologie. Daran wird sich noch am ehesten ablesen lassen, wohin 5G sich künftig entwickeln wird.

Die Unternehmen, die sich am Wettstreit um die 5G-Herrschaft beteiligten, stehen unter enormen Druck. Jeder will das "5G-Rennen" für sich entscheiden. Und dass, obwohl bislang niemand die Strecke, Distanz und das Gelände richtig kennt und versteht. Dieses Dilemma wird in Barcelona besonders deutlich werden, wenn Aussteller zeigen wollen, wie echte 5G-Anwendungen aussehen könnten – aber wegen fehlender Infrastruktur wenig bis gar nichts präsentieren können.

Spannend ist zum Beispiel die Frage, wie sich 5G auf Mobilität auswirkt, basieren doch die meisten Innovationen und Lösungen rund um autonomes Fahren und vernetzte Städte auf dem Erfolg des neuen Standards. Auch aus anderen Bereichen, wie in der Produktion und dem Gesundheitswesen, gibt es immer mehr Anwendungsszenarien, die die Diskussion um vollständige Konnektivität beim MWC bereichern.

3. Reizabschwellung und Datenminimalismus

Immer mehr Menschen wenden sich von den "Always-on"-Visionen der Telekommunikationsbranche ab. Das stete Werben um die Güter Zeit und Aufmerksamkeit ermüdet die Kunden. In der Folge errichten sie Barrieren zwischen sich und den digitalen Technologien – und wenden sich vermehrt von Unternehmen ab, die laut und über viele Kanäle um ihre Aufmerksamkeit buhlen.

Nur vereinzelt haben Firmen diese Entwicklung bereits erkannt und gehen entsprechend auf ihre Kunden ein, die in einer immer lauter werdenden digitalen Welt eigentlich nichts mehr wollen, als ihre Ruhe.

Ich erwarte auf dem MWC einige Angebote von Ausstellern, die verstanden haben, mit einem Minimum an Aufmerksamkeit und Daten auszukommen.

Sichtbare Neuerungen – und solche, die es nur sein wollen

Mit den sichtbaren Innovationen meine ich zum Beispiel tastenlose Geräte und faltbare Telefone - physische Manifestation neuer Technologien. Davon wird es beim MWC viel zu sehen geben. Denn diese offensichtlichen Beispiele für neues Design und neue Hardware sind in der Regel leicht zu erklären und zu inszenieren.

1. Telefone – gefaltet, nicht zusammengeklappt.

Sie sind vielleicht die augenfälligste Neuerung in Barcelona. Einige Hersteller sorgten bereits auf der CES 2019 für Aufsehen, als sie ausgewählten Geschäftskunden hinter verschlossenen Türen ihre faltbaren Produkte zeigten. Immer mehr Hersteller werden auf diesen Trend aufspringen. Wir können also beim MWC eine Reihe weiterer Beispiele und Produktvorstellungen erwarten.

Warum finden wir gerade faltbare Smartphones so spannend? Welches Problem lösen sie? Der faltbare Fernseher zum Beispiel befriedigt ein konkretes Verbraucherbedürfnis: Er lässt das sperrige Herzstück, auf das die meisten Möbel in unseren Wohnzimmern ausgerichtet waren, elegant verschwinden. Diese Bildschirme verbinden Design und Technik auf besonders schöne Art und bieten neue Gestaltungsmöglichkeiten für Räume. Beim MWC werden wir hoffentlich herausfinden, ob und wann faltbare Smartphones ein ähnliches Problem lösen können – oder ob es Neuerungen um der Innovation willen sind.

2. Die Abkoppelung vom Smartphone

Die Vorstellung, dass das Mobiltelefon nicht mehr die zentrale Standardschnittstelle für alles sein muss, nimmt langsam aber unaufhaltsam Gestalt an. Wir werden auf dem MWC eine Vielzahl von neuen Gadgets und Peripheriegeräten sehen, die für eine oder wenige Aufgaben verwendet werden können – und das, ohne mit dem Smartphone verbunden zu sein.

Gerade im Bereich des 'Smart Home' sind viele solche Neuerungen zu erwarten. Der Fernseher, die Musikanlage, das Licht – all das lässt sich bereits über eine zentrale native Schnittstelle oder sogar per Sprache steuern. In der Folge werden mehr und mehr Verbraucher auf einen Smartphone-unabhängigen Standard umschwenken.

Ironischerweise ist es die mobile Revolution selbst, die die Hegemonie des mobilen Endgeräts bedroht. Sobald alles miteinander verbunden ist und mit etwas so Intuitivem wie Sprachbefehlen gesteuert werden kann, sind die Tage des Smartphones als Hauptschaltzentrale gezählt.

3. Jede Menge Roboter

Dass wir beim MWC "Robotor" präsentiert bekommen, ist ähnlich spektakulär wie die Vorstellung neuer Telefone. Viele werden allerdings reine sogenannte Mono-Task-Maschinen sein, mit begrenzter Autonomie und in der Lage, kleinere Hürden oder Hindernisse ganz ohne menschliches Einschreiten zu überwinden. Es wird Zeit, unsere Definition von Robotern zu überdenken. Nicht alles, was von Marketing-Leuten ein "-bot" angehängt bekommt, ist es auch.

Nehmen wir zum Beispiel den Brotbackautomaten "Breadbot", der auf der CES 2019 gezeigt wurde. Die Maschine verdient die Bezeichnung "Roboter" eigentlich nicht. Solche "Einwegmaschinen" sind in immer mehr Branchen anzutreffen. Echte Roboter dagegen sind so programmiert, dass sie eine Reihe von verschiedenen Aufgaben selbstständig erfüllen und diese mit minimalem menschlichen Aufwand bewältigen. Nicht unbedingt beim MWC, jedoch in naher Zukunft werden wir mehr "echte" Mehrzweckroboter erleben, nicht nur in neuem Design, sondern auch mit deutlich mehr Funktionen.

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Über den Autor: Thomas Müller ist General Manager EALA bei der Innovations- und Designberatung Fjord und zuständig für das Geschäft in Europa, Afrika und Lateinamerika. Fjord gehört zu Accenture Interactive.

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