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Apple Cookies Intelligent Tracking Prevention

Was die Werbebranche gegen iOS 11 hat

Eigentlich sind Werber ja Apple-Fans. Warum gibt es also offene Beschwerdebriefe gegen iOS 11? Ganz einfach: Weil Apple mit Intelligent Tracking Prevention cookiebasierte Werbung schwieriger macht.

© iStock
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"Einseitiges und plumpes Vorgehen", "schlecht für die Wahlfreiheit der Konsumenten", "verletzt Standards". Von Marketern und Werbern sind das ungewohnte Töne in Richtung Apple. Und doch stammen sie aus einem Offenen Brief, den gleich ein halbes Dutzend großer amerikanischer Marketing- und Werbeverbände unterzeichnet haben.

Worüber sie sich so aufregen? Über das Safari-Feature Intelligent Tracking Prevention, das Apple bei iOS 11 auf der Liste hat. ITP rückt der Lebenszeit von Cookies zuleibe. Konkret: Apple lässt nur innerhalb von 24 Stunden nach der letzten Nutzerinteraktion die Verwendung eines Cookies durch Dritte zu. Die Verwendung durch die vergebende Seite selbst lässt Apple 30 Tage lang zu, danach werden die Cookies gelöscht.

Praktisch bedeutet das, dass die Werbeaussteuerung, das Tracking und das Retargeting nach 24 Stunden eingeschränkt werden. Kritiker verweisen darauf, dass die Regelung die Riesen Google wie Facebook besser dastehen lässt als viele andere im Markt: Dadurch, dass sie von Nutzern häufig besucht werden, dürften sie kaum das Problem haben, dass sie die Verwendungszeiträume überschreiten.

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Google hat für Adwords bereits einen Weg gefunden, ITP-konform vorzugehen: Ein neues Google Analytics Cookie - _gac cookie - wird direkt auf der besuchten Domain des Werbers gespeichert, nicht wie bislang auf Googleadservices.com. Damit ist es ein 1 Party Cookie, kein Third Party Cookie und lebt deutlich länger.

Von diesem Konzept dürften sich auch andere inspirieren lassen. Was in der Tat schwieriger wird: Nutzer über Seiten hinweg verfolgen und ansteuern, wenn es über Werbenetzwerk-Cookies geschieht.

Das ist aber genau das, was Apple will: Den Aufbau von Profilen und das Nachkonstruieren von Customer Journeys, ohne dass der Nutzer involviert ist oder direkt etwas davon hat, ist das, was Apple unterbinden will. Und das passt in die eingeschlagene Richtung von Tim Cook, der Apple schon länger als den Privacy-Anwalt der Nutzer unter den Smartphone-Anbietern positioniert.

Auch interessant: Neu sind die Pläne überhaupt nicht, Intelligent Tracking Prevention wurde bereits im Juni vorgestellt. Der große Aufschrei kam erst jetzt nach dem Apple Event.

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