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Stephan Schreyer (Grafik: Uli Kurz)
Podcasts Audio Kolumne

Warum Podcasts digitaler werden müssen

Wir erleben einen Trend hin zu Audio, zu Smart Speaker und den vielfältigen Interaktionsmöglichkeiten per Sprache: Aber all das findet keinerlei Berücksichtigung in Podcasts. Das muss sich dringend ändern, findet LEAD-Kolumnist Stephan Schreyer.

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In meiner letzten Kolumne habe ich unter anderem dazu aufgerufen, dass sich Podcast-Formate weiterentwickeln müssen. Und zwar abseits von Talk, Reportage, Hörspiel, Feature und Dokumentation.

Ich habe "gefordert", die bereits aus dem Hörfunk bekannten Formate nicht wieder neu zu mischen, neu zusammenzusetzen und das Ergebnis dann als Podcast an den Start zu bringen. Das Ziel müssen meiner Meinung nach neue, digitale, innovative und intuitive bzw. interaktive Formate sein.

Wir sind im Jahr 2019! Es sollte doch möglich sein, etwas zu kreieren, das über einen Podcast mit verschiedenen Erzählern, Handlungssträngen und Co. hinausgeht!

Kritik ist nicht nötig

Und bevor sich jemand "angegriffen" fühlt und mir unzählige Gegenbeispiele schicken will: Ich betreibe hier kein Bashing an Podcastern, Kollegen und deren Formaten. Mitnichten! All diese Formate haben ihre Berechtigung, ihre Fans und begeisterte Macher im Hintergrund, die mit viel Leidenschaft und Herzblut dabei sind. Und das ist gut so! Ich bin auch nicht ahnungslos, was diese Podcasts und ihre Ansätze angeht. Aber - um es in aller Deutlichkeit zu sagen: Um diese geht es hier nicht.

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Es geht um Corporate-Podcasts

Warum? Weil ich ausschließlich von Corporate-Podcastsspreche! Also Podcasts, deren Absender Marken, Produkte oder Unternehmen sind.

Dieser Hinweis sollte eigentlich nicht nötig sein, immerhin erscheint diese Kolumne in einem Medium, welches sich mit digitalen Trends und Marketing befasst. Aber es scheint nicht bei allen angekommen zu sein und: Sicher ist sicher.

Voicetrend ohne Podcasts?

Bei allen Aktivitäten auf Corporate-Ebene steht der Kunde stets im Mittelpunkt. Von ihm geht alles aus. Das Ziel muss sein, Mehrwert-Relevanz und im besten Fall Problemlösung für ihn zu bieten. Es wird also "vom Kunden her gedacht". Heutzutage ist das nicht wirklich neu und sollte inzwischen überall bekannt sein. Und dennoch: Bei Podcasts erinnert vieles "an früher" - an das Radio.

Aus meiner Sicht wird das dem Medium aber in keiner Art und Weise gerecht. Wir erleben gerade einen Trend hin zu Audio, zu Smart Speakern und den vielfältigsten Interaktionsmöglichkeiten per Sprache. Aber all das findet keinerlei Berücksichtigung im Audio-Format der Stunde: dem Podcast. Wie kann das sein?

Die "Generation Kopfhörer" konsumiert Audio wie selbstverständlich immer und überall. Wie der Name schon sagt, u.a. via Kopfhörer. Immer häufiger mittels Bluetooth-Kopfhörer, was wiederum bedeutet, das Smartphone (als beliebtestes Abspielgerät von Podcasts) muss nicht mal mehr aus der Tasche genommen werden, um mit ihm zu interagieren. Denn es geht via Voice!

Warum also sollte man im Jahr 2019 nicht auch via Voice mit einem Audiomedium, dem Podcast, interagieren können?

Podcasts auf Smart Speaker

Bleiben wir bei einer konkreten Nutzungssituation: Dem Hören von Podcasts via Smart Speaker. Warum muss ich, wenn ich den Podcast zu Ende gehört habe, beispielsweise bei den Shownotes, wieder zum Smartphone greifen und mich per Finger und Display durch die Shownotes wühlen? Warum geht das nicht via Voice und Smart Speaker Skill - oder konkreter: Warum bietet es (noch) keiner an? Technisch machbar ist es, wie mir Experten versichert haben.

Mein Aufruf zu mehr Mut und neuen Formaten beinhaltet ganz ausdrücklich auch die Einbindung all der neuen, wunderbaren digitalen Tools und Möglichkeiten, die wir zur Verfügung haben. Wir müssen sie nur durchdenken, adaptieren und neu anwenden.

Podcasts und Voice Controlled Ads

Ein weiteres, spannendes Einsatzfeld für Podcasts sind aus meiner Sicht „Voice Controlled Ads“. Aber nicht im Rahmen von Werbung, sondern als Mehrwert für die Hörerinnen und Hörer. Inspiriert durch einen Gastbeitrag von Maximilian Simon in W&V Online kamen mir folgende Ideen: Könnte man diese Technik nicht auch für Podcasts nutzen? Zum Beispiel um mittels Keyword, um Infos im laufenden Podcast zur Verfügung zu stellen? Oder besteht die Option, den Podcast gar zu personalisieren, neue Handlungsstränge innerhalb des Formates anzubieten? Kurz: Den Hörer/Hörerin entscheiden lassen, wie es weitergeht?

Das wäre direkte, unmittelbare Interaktion mit dem Format, der Marke und/oder dem Unternehmen. Echter Mehrwert und echte Relevanz könnten so aus Sicht des Kunden entstehen. Und der zunehmende Wunsch nach personalisierten, individuellen außerdem bedient werden.

Die Möglichkeiten sind da

Die gute Nachricht lautet: Grundsätzlich lässt sich das bereits alles realisieren. Mit ein paar technischen Limitierungen zwar, aber diese zu lösen ist, wie so oft, nur eine Frage der Zeit. Zumal es auch gar nicht darum geht, ein finales Ergebnis an dieser Stelle zu bieten und vor allem soll es hier nicht darum gehen, "warum etwas nicht geht"!

Es geht aber um Möglichkeiten und Ideen, wie der Hörer/Hörerinnen in der jeweiligen Nutzungssituation abgeholt und so stärker an das Format und damit die Marke und das Unternehmen gebunden werden können. Es geht darum, Techniken und Möglichkeiten zu adaptieren, um damit neue Erlebnisse zu generieren.

Das kostet Geld und erfordert den Mut, Dinge abseits des Pfades zu hinterfragen und auszuprobieren. Aber in meinen Augen ist dieser Aufwand unabdingbar.

Denn: Ein Audio-Format ohne auditive Interaktionsmöglichkeiten ist in meinen Augen wie ein Schnitzel ohne Pommes. Es schmeckt nicht so gut, wie es könnte!

Stephan Schreyer berät Unternehmen zum Thema Audio & Podcast. Für den Audioapostel sind Strategie und Konzept das Maß aller Dinge.

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Hergehört!

Das gesprochene Wort ist auf dem Höhenflug. Was für Musikfans früher der Plattenladen war, ist heute der Podcast-Anbieter. Das Potenzial des neuen alten Formates haben auch die Big Player erkannt. Podcasts gibt es mittlerweile viele, aber wo kann man sie am besten anhören? Im LEAD Bookazine 3/2018 findest du sechs Podcast-Plattformen im Vergleich.

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