Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Mehner Matthias Whatsbroadcast  Martin Kroll 1600X900 3
Matthias Mehner ist Vice President Strategy & Innovation bei WhatsBroadcast und Kolumnist für LEAD (Bild: Martin Kroll)
WhatsApp WhatsBroadcast leadfaces

Warum ich WhatsApp nicht verlassen werde

Seine letzte Kolumne widmete LEAD-Face Matthias Mehner den Werbeplänen von WhatsApp. Das Echo war überwältigend: die meisten Leser kündigten an, WhatsApp dann verlassen zu wollen. Ganz anders Matthias Mehner.

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Im letzten Artikel habe ich euch erzählt, dass WhatsApp sich bald – in welcher Form auch immer – für Werbung öffnen wird. Euer Feedback war echt überwältigend: So viele Kommentare hatte ich noch nie auf einen Artikel bekommen. Und natürlich werden sofort auch wieder Stimmen wie diese laut: "Werbung auf WhatsApp? Dann bin ich raus" oder "ich werde die App sofort löschen, wenn da Werbung kommt". Solche Kommentare bekomme ich immer wieder. Sie scheinen sich in der digitalen Diskussionskultur mittlerweile als fester Reflex auf Veränderungen etabliert zu haben, die man persönlich nicht gut findet.

Ursprung liegt in der Gratiskultur

Die "Gratis-Kultur" war einer der größten Anfangsfehler des Internets. Besonders Medien und Verlagsgruppen trauern ihren Einnahmen aus Print oder TV immer noch hinterher, beziehungsweise, halten weiter an der Cash Cow fest, da sich nun mal in "diesem" Internet kein Geld verdienen lässt. "Es war ein Fehler, dass die gesamte Branche so lange dem Mantra gefolgt ist, dass Inhalte im Internet kostenlos sein müssen", sagte vor Kurzem sogar Handelsblatt-Digitalchef Sebastian Matthes. Vor einer ähnlichen Herausforderung steht WhatsApp jetzt. 1,5 Milliarden Nutzen schicken sich täglich 65 Milliarden Nachrichten hin und her, senden Bilder und telefonieren weltweit – alles kostenlos und ohne Werbung. Ich komme noch aus einer Zeit, in der ich pro Nachricht (das hieß damals SMS) bis zu 49 Cent bezahlen musste. Anrufe waren teuer; ins Ausland zu telefonieren – fast unbezahlbar. Heute telefoniere ich über WhatsApp-Video fast täglich mit meinen Eltern (die jetzt allerdings "Oma und Opa" heißen) und die meine Kids sonst nur ein paar Mal pro Jahr zu Gesicht bekommen würden. Dank WhatsApp kostet mich das keinen Cent. Aber wehe, der "böse" Internetkrake Facebook kündigt an, dass er jetzt auch auf WhatsApp Geld verdienen möchte: "Da bin ich sofort weg – Werbung auf WhatsApp geht gar nicht." Wirst Du nicht."

Anzeige

Auch diesmal kein Massenexodus

Es gab solche "Drohungen" und Shitstorms in der Vergangenheit schon häufiger, sei es, als WhatsApp von Facebook gekauft wurde oder nach der ein oder anderen Datenpanne. Aber: Nichts ist passiert, nur sehr wenige Nutzer haben WhatsApp verlassen – und es wird auch dieses Mal wieder keine massenhafte Austrittswelle geben. WhatsApp hat sich mittlerweile so fest in den Alltag der Menschen integriert, dass es für den einzelnen Nutzer schwer wird, sich hier mal eben so – aus einer spontanen Laune heraus – abzumelden.

Der Run auf Alternativen bleibt aus

In der Theorie lässt sich dieses Phänomen unter "Metcalfesches Gesetz" nachlesen, welches besagt: "Kommunikationssysteme wachsen proportional zur Anzahl der möglichen Verbindungen zwischen den Teilnehmern …" Im Klartext: Der erste Mensch mit Telefon war eine arme Sau – aber der letzte Mensch ohne Telefon ist wohl noch schlimmer dran. Wenn sich alle über Messenger unterhalten, verabreden und süße Bilder schicken, fällt es eben schwer, nicht mitzumachen. Die Opportunitätskosten an verlorenem Sozial- und Kommunikationsleben wären höher als der kurzfristige Nutzen. Deshalb ist auch der große Run auf Alternativen wie Telegram oder Threema bisher ausgeblieben. Ähnliches passiert auch gerade auf Facebook. Megahype um den Cambridge Analytica Daten Skandal! Böses Facebook! Werbekunden drohen mit Abwanderung – Nutzer mit Liebesentzug! Was ist passiert? Heute hat Facebook mehr Nutzer und mehr Werbeeinnahmen als jemals zuvor. Wir lernen daraus: Das Internet hat eben seine eigenen Gesetze …

Teilen
Jederzeit top informiert

Die wichtigsten LEAD Nachrichten per Messenger oder Newsletter

Anzeige
Anzeige
Verlagsangebot
Das könnte dich auch interessieren
Anzeige
Anzeige
Aktuelle Stellenangebote
Alle Stellenangebote