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Lea von Bidder, Co-Gründerin des smarten Zyklus- und Fertilitätstracker Ava, erklärt wie es um den FemTech-Bereich steht (Bild: Fotolia)
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Warum es im Bereich FemTech riesigen Aufholbedarf gibt

Was ist eigentlich die Gender Data Gap? Und wie groß ist das finanzielle Potential des FemTech-Marktes? Darüber haben wir mit Lea von Bidder gesprochen, der Co-Gründern von Ava, einem smarten Zyklus- und Fertilitätstracker.

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LEAD: Für wen wurde Ava entwickelt?

Lea von Bidder: Zunächst einmal ist Ava grundsätzlich etwas für alle Frauen, die mehr über ihren Körper und ihre Gesundheit während der reproduktiven Phase erfahren möchten. Also in der gesamten Lebensphase, in der Frauen ihre Periode haben. Ganz besonders profitieren Frauen, die auf natürliche Weise schwanger werden wollen, weil Ava fünf der sechs fruchtbaren Tage erkennt. Und das mit einer 89-prozentigen Genauigkeit, wie klinische Studien belegen. Das Wissen um die eigene Fruchtbarkeit erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft ungemein.

LEAD: Was unterscheidet Ava von einfachen Zyklus-Apps oder dem guten alten Zyklus-Kalender?

Von Bidder: Andere Methoden ohne wissenschaftlichen Hintergrund sind sehr viel ungenauer oder ermitteln deutlich weniger fruchtbare Tage. Darüber hinaus ist Ava auch für Schwangere geeignet und liefert wöchentliche Diagramme, Graphen und Trendanalysen zum Verlauf der Schwangerschaft.

LEAD: Und wie sieht das praktisch aus?

Von Bidder: Ava ist ein kleines Sensorarmband, das nur nachts getragen wird. Die Sensoren messen sieben physiologische Parameter. Morgens wird das Armband mit der dazugehörigen App synchronisiert, um die Daten mit Hilfe der Algorithmen auszuwerten. So erfährt Frau in Echtzeit, ob sie gerade fruchtbar ist, aber auch ganz allgemein etwas über ihren Gesundheitszustand, zum Beispiel über ihr physiologisches Stresslevel oder ihre Schlafqualität. Die Tatsache, dass Ava sich auf verschiedene Parameter stützt, macht die Methode so genau. Ava ist nicht einfach eine Zyklus-App, sondern das Ergebnis jahrelanger FemTech-Forschung.

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LEAD: Ist ungewollte Kinderlosigkeit ein gesellschaftliches Phänomen?

Von Bidder: Das denke ich schon. Ein Viertel der 30- bis 50-Jährigen ist heute ungewollt kinderlos, wie eine Studie des Bundesfamilienministeriums belegt. Der Stress in unserer Leistungsgesellschaft nimmt ständig zu – gerade für Frauen. Erst das Studium, dann die Karriere und irgendwo zwischendrin muss dann das Thema Familienplanung untergebracht werden.

Viele Frauen haben eine sehr genaue Vorstellung davon, wann sie bereit für Kinder sind. Diese selbstbestimmte Planung und genaue Vorstellung vom geeigneten Zeitpunkt sind gut und richtig, macht die Familienplanung aber oft nicht einfacher. Viele Frauen erleben, dass es einfach nicht klappen will mit einer Schwangerschaft, wenn sie bereit dafür sind. Das Wissen über die fruchtbaren Tage kann hier dann sehr helfen, auch der Stress des ständigen Herausfindens fällt weg.

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Lea von Bidder ist die Co-Gründern von Ava, einem smarten Zyklus- und Fertilitätstracker. (Bild: von Bidder)

LEAD: Was ist die Gender Data Gap und was tun Sie, um sie zu schließen?

Von Bidder: Jahrelang galt der männliche Körper als Prototyp – auch in der Forschung. Es flossen kaum Forschungsgelder in den Bereich der Frauengesundheit oder Zyklusforschung. Deshalb fehlt es an Daten, die sich ganz konkret auf den weiblichen Körper und seine Spezifikationen beziehen. Und hier spielt der weibliche Zyklus eine ganz entscheidende Rolle.

Das heißt, es fehlen einfach valide Daten als Forschungsgrundlage – wir sprechen daher von einer Gender Data Gap. Ava betreibt auf diesem Gebiet Forschung, 20 Prozent des Verkaufserlöses fließen hinein. Indem das Armband Millionen von Zyklen auswertet, haben wir eine profunde Datenbasis geschaffen, die stetig wächst und uns noch viele interessante und hilfreiche Erkenntnisse bescheren wird.

LEAD: Sehen Sie sich bei Ava als Aufklärer und Pioniere in Sachen Zyklus und Frauengesundheit?

Von Bidder: Unbedingt. Wir haben uns dem Thema verschrieben und ich bin der Ansicht, dass Forschung und Medizin auf dem Gebiet viel aufzuholen haben. Nur durch sie können Technologien und Produkte entwickelt werden, die den Bedürfnissen und heutigen Ansprüchen gerecht werden. Technologien und Medizintechnik müssen ständig weiterentwickelt werden und dürfen nicht auf einem Status Quo verharren.

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"Ich denke Frauen werden in den kommenden Jahren von vielen Technologie-Neuheiten profitieren können."

LEAD: Sie haben gerade die Zusammenarbeit mit OTTO, MediaMarkt und Amorelie verkündet. Warum sind das sind geeignete Kooperationspartner?

Von Bidder: Amorelie spricht eine aufgeschlossene und moderne weibliche Zielgruppe an, die sich sehr bewusst mit ihrem Körper und ihrer Sexualität auseinandersetzt. Sexualität und Schwangerschaft sind zwei eng miteinander verbundene Bereiche. OTTO und MediaMarkt sind zwei Technologie-affine Unternehmen mit einer breiten Käuferschaft. Als Kooperationspartner können sie uns helfen, das Thema FemTech noch präsenter in unserer Gesellschaft zu machen.

LEAD: Wie wird sich der FemTech Markt in den nächsten Jahren verändern?

Von Bidder: Analysten zufolge soll der Markt bis 2025 auf rund 50 Milliarden US-Dollar anwachsen. Es ist ein junger Markt, der jetzt erst so richtig entdeckt wird. Ich denke Frauen werden in den kommenden Jahren von vielen Technologie-Neuheiten profitieren können, die ihnen das Leben als Frau erleichtern und die wir uns jetzt noch gar nicht vorstellen können.

LEAD: Wo liegt noch Verbesserungspotential in Sachen FemTech?

Von Bidder: Es müsste viel mehr geforscht und investiert werden. Noch immer konzentrieren sich viele Tech-Konzerne auf nicht genderspezifische Entwicklungen. Deshalb ist in diesem Bereich noch viel Luft nach oben.

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