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Start-up Versicherung Digitalisierung

Warum digitales Versichern die Zukunft ist

Müssen Versicherungen kompliziert und bürokratisch sein? Nein, lautet die Antwort von jungen Firmen aus dem dem Bereich der Insurance Technology, kurz Insurtech. Ihre Gründer setzen auf Technologie und digitale Lösungen, die den Kunden das Leben vereinfachen – und Versicherungen so wieder attraktiv machen.

Die Angebote von Insurtech-Start-ups sind durchgehend und überall verfügbar - Änderungen können in Echtzeit vom Kunden durchgeführt, Schäden direkt per App gemeldet werden (Bild: iStockphoto_web)
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Es ist 22.18 Uhr an einem Freitagabend, als der rote Kleinbus ausparkt und dabei die Tür des Nachbar-Autos verkratzt. Klarer Fall für die Kfz-Haftpflicht. Doch wie den Schaden regulieren? Wem gehört das Fahrzeug, wie erreicht man den Geschädigten? Ein Anruf beim zuständigen Versicherungsmakler um diese Uhrzeit: Fehlanzeige. Erst drei Tage später wird dort jemand erreichbar sein.

Junge Digitalversicherer stellen die traditionelle Versicherungsindustrie gehörig auf den Kopf: Ihre Angebote sind durchgehend und überall verfügbar, Änderungen können in Echtzeit vom Kunden durchgeführt, Schäden direkt per App gemeldet werden. Einer aktuellen Umfrage der Adcubum Deutschland GmbH zufolge können sich 69 Prozent der Bundesbürger vorstellen, eine Versicherung komplett online abzuschließen. Und die Zahlen steigen: noch im Vorjahr waren es 57 Prozent. Dafür erwarten Kunden geringere Kosten, eine Verfügbarkeit abends und an Wochenenden sowie flexiblere Verträge.

Kein Widerspruch: Flexibilität und Versicherung

Wie kann das gehen bei Versicherungen, die fast jeder besitzt, etwa der Haftpflicht-, Hausrat- oder Zahnzusatzversicherung? Ihr Abschluss setzt bislang einiges an Recherche und Proaktivität des Kunden voraus. Häufig helfen Versicherungsmakler dabei, durchzusteigen. Wenn der Schadensfall dann eintritt, wühlen sich Versicherte durch Aktenordner und Papierberge: Wie hoch ist die Schadensabdeckung und greift die Haftpflicht auch beim Schlüsselverlust? Mühsam und zeitaufwendig dann auch noch die Abwicklung mit der Versicherungsgesellschaft.

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Start-ups aus dem Bereich der Insurance Technology, kurz Insurtech, setzen längst auf digitale Lösungen. Ihr Produkt hat mit der traditionellen Art des Versicherns wenig zu tun. Die aufstrebenden Insurtech-Star-ups greifen dabei bestimmte Teile der Wertschöpfungskette heraus und verbessern oder digitalisieren sie. Einige Start-ups erfindern dabei die Prozesse neu. Beispielsweise ermöglichen Digitalversicherer es ihren Kunden, den Versicherungsschutz selbst in Echtzeit zu verwalten, zu erweitern oder zu kündigen, ganz ohne Maklertermine und Papierpolicen.

Mobile first: Versicherung to go

Viele Versicherte haben laut Adcubum-Studie bereits positive Erfahrungen mit den digitalen Angeboten gemacht – und würden weitere in Anspruch nehmen: Rund zwei Drittel der Befragten könnten sich vorstellen, eine Kfz-, Haftpflicht- oder auch eine Hausratversicherung online abzuschließen. Immerhin die Hälfte würde online eine Unfallversicherung und Kranken- bzw. Krankenzusatzversicherung abschließen.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt eine Studie von Bitkom Research im März 2019. Die Meinungsforscher befragten rund 1.000 Bundesbürger ab 16 Jahren, ob sie eine Versicherung ausschließlich per Smartphone abschließen würden. Das Ergebnis: Bislang haben nur rund fünf Prozent der Befragten für den Abschluss einer Versicherung das Smartphone genutzt. Ein Drittel kann sich allerdings vorstellen, dies in Zukunft zu tun. Insbesondere unter Jüngeren ist die Bereitschaft mit rund 33 Prozent groß.

Design, Nutzerfreundlichkeit, Einfachheit – das sind die Versprechen der digitalen Versicherer, die das nervige Thema "Versicherung" für ihre Kunden in ein einfaches, nachhaltig positives Erlebnis verwandeln. Dank des Smartphones kann der Kunde nicht nur unterwegs noch rasch den gewünschten Versicherungsschutz bekommen. Er kann zum Beispiel auch mit Hilfe von Standortdaten von seiner Versicherung über vorhandene, passende Angebote informiert werden, etwa wenn er sich am Flughafen befindet und ins Ausland reist oder auf dem Weg zum Skiurlaub noch schnell seine Ausrüstung versichern will.

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Künstliche Intelligenz schafft Fairness für Versicherte

Aber was ist mit dem Versicherungsberater vor Ort? Und ist das Online-Geschäft überhaupt sicher? Insurtechs setzen zunehmend auf selbstlernende Systeme, die in der Lage sind, automatisch Versicherungsbetrüger zu entlarven, Risiken zu minimieren oder Preise dynamisch anzupassen. Maschinenlernen ermöglicht es, aus dem Verhalten der Kunden zu lernen, Risikoprofile zu verfeinern und zu ermitteln, ob ein einzelner Kunde vertrauenswürdig ist. Und das ist durchaus zum Vorteil der Gemeinschaft: Der Versicherungsprozess wird wieder objektiv.

Damit setzen digitale Versicherer genau dort an, wo der Mensch schon mal versagen kann. Sie bauen auf die Selbstbestimmung des Kunden und ein positives Versicherungserlebnis; in einer Branche, die zuweilen eher unbeweglich und intransparent daherkommt. Und das ist ihr großer Vorteil: schnellere Prozesse und nicht zuletzt faires, objektives Versichern zum Beispiel durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz. Chatbots helfen rund um die Uhr bei Fragen und im Schadensfall. Das Smartphone immer in der Tasche, entwickeln sich Digitalversicherer so zum treuen Begleiter, befördern Flexibilität und garantieren Sicherheit auf Abruf. Damit sind sie nicht nur für jüngere Kunden und Digitalaffine eine echte Alternative.

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Christian Wiens ist Gründer und CEO des Heidelberger Insurtech-Startups Getsafe. Seine Mission: eine der weltweit größten Industrien herausfordern. Der erfahrene Digitalunternehmer ist studierter Maschinenbauer und Wirtschaftsingenieur mit stark technischem Hintergrund.

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