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(Bild: Getty Images Franckreporter)
Special VR Trends

VR bahnt sich den Weg in den Massenmarkt

Der große Durchbruch von VR-Technologie lässt noch auf sich warten. Rolf Illenberger, der sich zuletzt ProSiebenSat1Media ums Digital-Geschäft kümmerte, weiß warum. Im Interview mit LEAD erklärt er, wie sein Startup Viond auch Mittelständlern und Privatpersonen das Kreiieren von 360-Grad-Erlebnissen zu ermöglicht

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In den vergangenen Jahren war VR der große Trend– jetzt ist es stiller um die Technologie geworden. Zu teuer, die Brillen zu klobig, zu wenig Anwendungsszenarios, so die Kritiker. Wie sehen Sie das?

Ich habe das ganz ähnlich beobachtet. Diese Entwicklung folgt aber dem typischen  Hypecycle. Vor gut drei Jahren war Virtual Reality ganz heiß diskutiert, es war ein großer Hype. An diesem Peak ist Artificial Intelligence (AI) jetzt gerade. Wenn dann nicht sofort die erfolgreichen Cases folgen, tritt schlagartig die Ernüchterung ein. Für VR ändert sich das jetzt: In diesem Jahr tritt die Technologie in die Phase der Produktivität ein und wird in echten Use Cases genutzt. Dafür sehe ich viele Anzeichen.

Welche denn?

Da ist zum Beispiel die Oculus Go. Das ist die erste preisgünstigeVR-Brille, bei der man kein Handy einspannen muss. Damit ist die Brille der Beginn einer ganz neuen Gerätegeneration, die zum Massenmarkt-Produkt heranreift. Eine notwendige Entwicklung, um die weitere Verbreitung der Technologie voranzutreiben. Daneben sehe ich eine stark ansteigende Nachfrage von sehr vielen verschiedenen Branchen, von Reiseanbietern bis hin zu E-Learning, die 360-Grad- oder VR-Anwendungen nutzen möchten, um neuartige User-Erlebnisse zu schaffen. Auch im Bereich Marketing, PR, Kommunikation werden sinnvolle Use Cases mit VR entstehen.

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War das vorher denn nicht so?

Das Interesse war auf jeden Fall schon vorher da. Doch gab es ein großes Hindernis: Denn was die Verbreitung von VR bisher am meisten behindert hat, war die komplizierte und teure Entwicklung von Anwendungen. Zwischen Kreativen mit guten Idee, und dem Nutzer mit einer zukünftig guten Brille stand ein zu komplexer Prozess, eine solche Idee umzusetzen. Diese Lücke wollen wir nun mit Viond - einer Tochter des AR/VR-Spezialisten RE’FLEKT -  schließen: Viond ist unser neues Tool, mit dem der Kreative, den wir mittlerweile überall ausmachen, das Medium einfach erschließen kann. Mit Viond nehmen wir schlagartig die ganze Komplexität über Programmierer aus dem Entwicklungsprozess heraus.

Wie das?

Mit unserem Tool stellen wir dem Kreativen einen Werkzeugkasten zur Verfügung, mit dem er selbst interaktive 360-Grad-Erlebnisse bauen kann und bieten ihm die Plattform, diese Inhalte dann auch einfach zu veröffentlichen. Vom-360 Grad-Wissensquizz bis hin zur Simulation des Unesco Weltkulturerbes. Auch der gesamte Bereich der Schulungen und Kommunikation lässt sich damit erschließen. 360 Grad eignet sich hervorragend dafür, wiederholende Informationen einmal aufzubereiten und immer wieder zugänglich zu machen. Gemeint sind etwa Produktvisualisierungen wie zum Beispiel von Autos, die Ansicht von Medizingeräten, oder auch 360-Grad-Touren durch Hotels, Arztpraxen, Museen, Städte oder der Spaziergang an ganzen Stränden entlang.

Die Brillen werden alltagstauglich

Wer ist der Kreative, von dem Sie sprechen: Ist es der klassische Kreative aus Agenturen und Unternehmen oder auch der Privatanwender?

Im ersten Schritt sind es im Wesentlichen die Kreativen in Agenturen, die sich qua ihres Geschäftsmodells darüber Gedanken machen müssen, wie sie die Herausforderungen ihrer Kunden bestmöglich lösen können. 360-Grad- und VR-Anwendungen können Inhalte viel intensiver und einprägsamer transportieren als das über andere Kanäle gelingt. Perspektivisch sind es aber auch die Privatanwender: Sie filmen die Hochzeit in 360-Grad oder auch ihren Tauchurlaub. Diese Art der Nutzung wird kontinuierlich zunehmen. Dafür sprechen die steigende Anzahl an Handys, die 360-Grad-Fotografie können, sowie Drohnen und GoPro-Kameras mit 360-Grad-Aufnahmemöglichkeit. Mit unserem Tool können aus der permanent wachsenden Menge an Inhalten auch sinnvoll erlebbare Experiences gemacht werden.

Aber um diese Erlebnisse zu sehen, wird eine VR-Brille benötigt. Die aber wird oft als Störfaktor genannt: Denn wer will schon mit so einer sperrigen Brille rumlaufen.

Die Oculus Go geht in die richtige Richtung: Sie ist handlich, leichter als die Brillen zuvor, in die man Handys integrieren musste. In einem Jahr sind die VR-Brillen vermutlich leicht wie Skibrillen. Wenn Apple im Markt mitmischt, gibt es vielleicht bald die große Sonnenbrille mit VR-Funktionalität. Keiner wird sich künftig dann mehr die Frage stellen müssen, ob die Endkunden über ausreichend Geräte verfügen. Vorausgesetzt natürlich, dass es genug relevante Angebote für die Nutzung gibt. Dabei wird sich Infotainment ganz klar herauskristallisieren.

Viond Rolf Illenberger
Rolf Illenberger will mit seinem Startup Viond VR dem Massenmarkt zugänglich machen (Bild: Unternehmen)

Infotainment - aber nicht Entertainment?

Als ich noch bei ProSiebenSat.1 gearbeitet habe, dachten wir, dass Entertainment ein Use Case ist. Heute bin ich da skeptisch. Ich denke der Rundgang durchs Hotel, bevor ich eine Reise buche, eine Location anschaue, bevor ich die Hochzeit plane, einen Kindergarten zu besichtigen, bevor ich mein Kind dort hin gebe, sind wie geschaffen für 360-Grad. Die Technologie dient dann als verkaufsfördernde Maßnahme: ihr Gebrauch dauert nur fünf bis zehn Minuten, und er birgt einen hohen Nutzwert, der mir dabei hilft, eine Entscheidung zu treffen. Sobald diese Cases in der Breite angeboten werden, werden die Leute auch so eine Brille zuhause haben.

Wie können die Kreativen Viond nutzen?

Wer 360 Grad-Inhalte selbst entwickeln möchte, lädt unser Tool runter, und nutzt es zunächst kostenfrei. Dabei kann er eine Experience bauen, die ihm gefällt. Das hat den Vorteil, dass jeder mit 360-Grad experimentieren kann, solange und soviel er möchte ohne dass es etwas kostet. Ist die Experience fertig, kann er sie einfach über unsere Player-Infrastruktur hochladen und weltweit veröffentlichen.

Wird VR im Marketing-Mix künftig gleich mitgeplant werden -  vielleicht sogar als Ausgangspunkt?

Ich denke ja. Es gibt viele Szenarien bei denen sich dreidimensionale Umgebungen besser eigenen als zweidimensionale. Die Menschen werden sicherlich nicht ausschließlich in solchen virtuellen Welten leben wollen. Aber da, wo es aus kommunikativer Sicht Sinn macht, wird es ein ganz normales Medium sein.

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