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Das Auto wird dank 3D-Druck und Lichteffekten mit Schriftzügen personalisiert (Foto: BWM Group)
Yvonne Göpfert Auto VR

VR, 3D-Druck, Apps: BMW rüstet sich für die Kundenwünsche der Zukunft

Wenn in Umfragen nach innovativen Unternehmen gefragt wird, wird fast immer sofort Tesla genannt. Doch auch andere Automobilhersteller ruhen sich nicht aus und treiben die Digitalisierung nach vorn. Der Kunde von morgen hat andere Wünsche. Ein Besuch bei den Digital Days 2018 von BMW.

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Auf eines müssen sich die Ingenieure bei BMW einstellen: Die Interaktionen zwischen Auto und Kunde verändern sich. Und so sollen die Baumeister der Autos schon heute in Simulationen testen, was sie dem Kunden morgen als Premium verkaufen wollen. Um das Interieur von morgen den Ingenieuren und Konstrukteuren näher zu bringen, setzt BMW auf Virtual Reality und Gamification. Ein Fahrsimulator zeigt zum Beispiel, wie der Kunde im Wagen sitzt – kurven-Feeling inklusive. Oder man lässt die Ingenieure einen Sitz mit Massagefunktion testen.

Virtual Reality in der Produktentwicklung

Kunden können sich freuen: BMW experimentiert derzeit mit verschiedenen Cockpit-Modi. Mit einer VR-Brille auf dem Kopf kann man eine Fahrt in die Zukunft machen. Im Care-Modus beispielsweise wird ein Cockpit simuliert, das den Fahrer entspannen soll. Die Scheiben werden verdunkelt, die Außenwelt wird ausgeblendet. Der Sitz neigt sich um ein paar Grad nach hinten in eine Wohlfühl-Position, die Massagefunktion wird aktiviert. Es wird ein sanfter Duft verströmt, der zur Entspannung beiträgt und sicherheitshalber geht die Sitzheizung auf niedrigster Stufe an, um das heimelige Gefühl noch zu verstärken. Wer nach oben schaut sieht eine Baumlandschaft an sich vorüberziehen. All dies zielt darauf ab, dem Fahrer so viel Entspannung wie möglich zu bieten. Im Express-Modus dagegen herrscht Rennfahrerstimmung: Die Musik wird lauter. Der Sitz wird aufrecht gestellt. Die Heizung geht aus. Und auch die Fahrweise wird darauf angepasst und sportlicher.

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Per Virtual Reality können verschiedene Fahrt- und Stimmungsmodi simuliert werden (Foto: BMW Group)

Die Simulationen nutzen dem Konzern nicht nur intern, um schneller und billiger zu entwickeln. Schließlich ist der teure Bau von Prototypen nicht mehr notwendig und die Entwickler können neue Funktionen schneller testen. Die Simulationen werden auch für die Marktforschung herangezogen, um Kundenbedürfnisse frühzeitig zu erkennen und einzubinden.

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Wegkarte, Wetterkarte und Platz für Apps nach Wahl: das Dashboard eines zukünftigen BMWs (Foto: BMW Group)

Und vielleicht werden die Modi eines Tages sogar so etwas wie Apps fürs Interieur: Mit den Modi böten sich damit auch für Marken spannende Ansatzpunkte – sagen wir in Form von Sponsored Modes. Eine Kaffee-Marke könnte Dolce-Vita-Feeling aufkommen lassen, ein Erfrischungsgetränkehersteller könnte für Beach Feeling sorgen.

Letzten Endes sollen diese Virtual-Reality-Szenarien die zukünftige Customer Journey des Kunden abbilden. Dabei fragt sich BMW: Wie agiert der Kunde – vor, während und nach der Fahrt? Zum einen können diese Ergebnisse dem Top-Management präsentiert werden. Zum anderen fließen die Ergebnisse in die User Experience ein, um weitere Dienste zu entwickeln. Doch die Methode ist nicht nur sehr günstig. BMW kann zudem ein wöchentliches Update aus Sicht des Kunden zeigen.

3D-Druck für Autos mit Namen und Charakter

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Das Interieur eines BMW lässt sich mit 3D-gedruckten Teilen branden (Foto: BMW Group)

Dass der Kunde im Fokus steht, zeigt sich auch bei Individualisierungsmöglichkeiten durch additives 3D-Printing. Mit dieser Technik kann BMW beispielsweise Namen in Bauteile eindrucken. Ganz nach dem Motto: Mein Auto heißt Weißer Blitz! Während bisher immer erst teure Werkzeuge für die Produktion der einzelnen Autoteile angefertigt werden mussten, fallen diese Kosten beim 3D-Druck weg. Und so ist es nun möglich, auch individuelle Tattoo-Teile im Auto zu verbauen. Zudem können über 3D-Druck steifere Materialien hergestellt werden als beispielsweise Stahl und Alu und sogar tragende Strukturen lassen sich damit realisieren. Für die Zukunft glauben die Mitarbeiter von BMW sogar daran, dass 3D-Druck auch in größeren Stückzahlen möglich sein wird. Was wiederum ein feines Einsparpotenzial für das sehr kostenfixierte Unternehmen bedeuten würde.

Individualisierung mit Hilfe von BMW OS 7.0

Zurück ins Cockpit: Auch hier hat der Kunde in Zukunft mehr Mitspracherechte. Im Display hinter dem Lenkrad werden fahrerrelevante Infos wie Geschwindigkeit oder Drehzahlmesser dargestellt. In der Mitte der Anzeige thront das Navigationssystem, das in Zukunft durch weitere Karteninfos – sogenannte Themenkarten - ergänzt werden soll. Diese Themenkarten integrieren Daten aus ganz bestimmten Bereichen wie beispielsweise Daten einer Wetterkarte oder Parkplatzdaten, so dass eine Parkkarte entsteht. Eine Parkkarte wird alle Parkplätze in der Nähe anzeigen – nicht nur Parkhäuser, sondern auch Parkplätze an der Straße. Die Daten kommen von DriveNow, parken.now und dem Kartendienst Here. Der Kunde kann sich überlegen, welche Themenkarten er benötigt. Weiter kann er in diesem Display allerdings nicht viel personalisieren.

Ganz anders im Display der Mittelkonsole: Ähnlich wie beim Smartphone hat der Fahrer dort die Möglichkeit, verschiedene Felder mit bestimmten Infos zu belegen. Dabei stehen ihm zwei bis vier Felder bzw. Kacheln zur Verfügung. Das könnten beispielsweise Spotify, eine Gaststättensuche oder ähnliches sein. Auch hier könnte es in Zukunft fürs Marketing den ein oder anderen Anknüpfungspunkt geben, um eine Marke ins Auto und damit ins Blickfeld des Kunden zu rücken – und zwar genau in dem Moment, indem der Kunde die Informationen zu der Marke braucht.

Kundenprofile in der Open Mobility Cloud

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Beeindruckend: die Datenstruktur eines vernetzten Autos (Foto: BMW Group)

Wie das Cockpit aussehen soll, welche Daten in den Displays angezeigt werden, welche Stimmung der Kunde beim Fahren am liebsten hat – all die Informationen werden über die Open Mobility Cloud in Form von Fahrerprofilen verwaltet. Und sie können dann vom Auto über Alexa bis hin zur Smart Watch miteinander verknüpft werden. So lassen sich Nutzerdaten vor, während und nach der Fahrt erheben und mit Hilfe von künstlicher Intelligenz das menschliche Verhalten im Auto und somit die Customer Journey noch besser analysieren. Die Kehrseite des Komforts: der Datenschutz. Peter Schwarzenbauer, aus dem BMW-Vorstand sagt dazu: „Die Menschen werden sich immer bewusster, wie transparent sie aufgrund ihrer Datenspuren sind. Der sensible Umgang mit Daten wird daher in Zukunft zum Wettbewerbsvorteil. Damit wir keinen Kunden wegen dem Thema Connected Car verlieren, müssen wir etwas dagegen tun. Daher haben wir unser eigenes Backend etabliert. Wir sind nicht naiv. Systeme können gehackt werden und sie werden gehackt. Aber dadurch, dass wir ein eigenes System haben, können wir sofort Sicherheitsupdates ausspielen und binnen 24 Stunden auf Millionen von Autos ausrollen. Zudem werden wir unseren Kunden auch immer sagen, wozu wir ihre Daten nutzen. Wir wollen kein Geld mit Daten verdienen, sondern die Daten für spezielle Services nutzen.“

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