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(Bild: GettyImages/Ihar Paulau)
Technik Trends Gadgets

Von Home Invasion bis Stream Wars – was wir von 2019 erwarten können

Der unaufhaltsame Aufstieg der smarten Sprachassistenten und das viel prophezeite Ende der sozialen Privatsphäre - die Trends in 2019 haben es in sich. Hier kommt eine Top 6, was uns in diesem Jahr erwartet.

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Man muss weder ein Trendguru sein, noch eine Kristallkugel besitzen, um vorhersagen zu können, was dieses Jahr das nächste große Ding sein wird. Die ersten Trends, die allerdings schnell in den Sinn kommen, wenn wir an das Jahr 2019 denken, sind sicherlich der unaufhaltsame Aufstieg der smarten Home Robots wie Alexa und Co. sowie das viel prophezeite Ende der sozialen Privatsphäre. Aber fangen wir nicht mit apokalyptisch anmutenden Szenarien an und konzentrieren uns auf die aufregenden, möglichen Zukunftsthemen in Medien und Kultur, auf die wir uns künftig freuen können – hier kommt eine Top sechs.

Fantasy IRL (in real life)

Fantasy
(Illustration: Juan Leguizamon)

AR- und VR-Erlebnisse und andere Arten von immersiven Mediengeräten sind binnen kurzer Zeit zugänglicher geworden als je zuvor – dennoch sind wir noch nicht so weit, dass wir alle kopflos mit VR-Brillen durch die Straßen stolpern. Nichtsdestotrotz sollten wir in diesem Jahr weitere Fortnite-Copycats, interaktive AR-Shopping-Erlebnisse durch Snapchat und Facebook Messenger oder sogar bessere 3D-AR-Infografiken per Textnachricht durch Plattformen wie Quartz News erwarten. Ziemlich cool, oder?

Stream Wars

Streamwars
(Illustration: Juan Leguizamon)

Wie wir alle wissen, dominiert Netflix mit mehr als 137 Millionen Abonnenten und über 100 Millionen Stunden Content sämtliche Streaming-Plattformen weltweit. Dennoch ist Netflix nicht der einzige Player in diesem Geschäft: Streaming-Medien-Giganten wie Amazon Prime, Hulu, HBO und sogar Disney sind zunehmend auf diesen Bühnen vertreten und drängen darauf, Netflix vom Thron zu stoßen ... vielleicht eines Tages. Der Haupterfolg von Streaming-Kanälen ist dabei nicht unbedingt der Zugriff auf große Agglomerate von Filmen und Serien, sondern vielmehr die Umsetzung und das Anbieten von Eigenproduktionen sowie die aktive Einbindung der User.

Erwarten können wir also mehr interaktive Filme im Stile von Netflix' Black Mirror Bandersnatch oder kürzere Eigenproduktionen von Facebook Watch, IGTV und Snap Originals. Ja, das stimmt, selbst Snapchat realisiert mit Hollywood-Produzenten eigene Inhalte.

Influencer der Zukunft

Futureinfluencers
(Illustration: Juan Leguizamon)

Verdrehen wir nicht alle die Augen, wenn unsere Lieblings-Influencer mit mehr Produktplatzierungen als relevanten, authentischen Inhalten aufwarten? Davon wird uns womöglich deutlich mehr blühen – allerdings nicht unbedingt in Form von Mikro-Influencern, sondern vielmehr etwa von einem unserer engsten Freunde. Richtig gelesen. Menschen lechzen nach Aufmerksamkeit und Likes auf Instagram, sodass viele damit beginnen, Produkte zu promoten, ohne von einer Marke offiziell dafür gesponsert oder entlohnt zu werden – einfach, damit es den Eindruck erweckt, man wäre jetzt Teil dieser "großen Sache".

So weit, so smart, aber damit hört es noch lange nicht auf: Heute gewinnen zahllose Influencer zum Beispiel bei Musical.ly eine enorme Aufmerksamkeit und können sogar bei Live-Konzerten auftreten, indem sie populäre Songs bekannter Stars einfach lippensynchron "performen".

Wer in diesem Jahr berühmt werden will, fotografiert sich einfach mit einem Prominenten, während er eine Flasche Fiji-Wasser in der Hand hält – und hofft auf das Beste.

Social Credit Algorithmen

Socialcredit
(Illustration: Juan Leguizamon)

Erinnern wir uns an die Black Mirror-Episode "Nosedive", in der sich die Leute gegenseitig bewertet haben, als wären sie ein Yelp-Konto: Wer 5-Sterne-Bewertungen hatte, wurde wie ein König behandelt, mit Zugang zu exklusiven Lebenserfahrungen und alltäglichen Privilegien. Wer niedrige Bewertungen jenseits von drei Sternen von seinen Mitmenschen erhalten hatte – etwa, weil jemand ihn in einer trivialen Situation als unfreundlich empfunden hat –, wurde wie sozialer Abfall behandelt.

Nun, so befremdlich dieses gescriptete Szenario schon klingen mag: In China wird dies zur Realität. Somit sollten wir nicht überrascht sein, wenn eine solche soziale Währung auf die nächste Stufe gebracht wird – zum Beispiel in Form von Gesichtserkennungsalgorithmen und anderen persönlichen Daten, die dem Benutzer einen Wert für Premiumzugriffe geben könnten.

Also sollten wir fleißig sein: Weitere Kilometer für unser Fitbit-Konto, eine höhere Punktezahl bei unserem nächsten Uber-Fahrer oder zusätzliche Follower auf Instagram, die uns vielleicht ein Upgrade für unseren nächsten Urlaub einbringen.

Smiles vs. Likes

Smilevslikes
(Illustration: Juan Leguizamon)

Uns gefällt etwas auf Facebook? Einfach lächeln. Nun, bei so vielen Geräten, die Gesichtserkennungstechnologie verwenden, sollten wir nicht überrascht sein, wenn wir jede Menge Junk-E-Mails erhalten, die auf den Dingen basieren, die wir beim Browsen im Internet angelächelt haben. Damit meine ich etwa den nervigen Werbebanner, der eben für eine Sekunde ins Auge gefallen ist oder diese eine lustige gesponserte Story auf Instagram.

Obwohl dies natürlich nur eine Theorie ist, ist es gar nicht so unwahrscheinlich, dass einige Unternehmen bereits an ähnlichen Technologien arbeiten oder diese planen. So wie Disney, die ihr Filmpublikum in privaten Vorführungen analysieren, um die Qualität ihrer Filme anhand der gezeigten Mimik und Ausdruckswerte zu messen. Also: Immer schön lächeln.

Die Wiedergeburt des Einzelhandels

Rebirth
(Illustration: Juan Leguizamon)

Das Lieblingskaufhaus um die Ecke hat die Türen geschlossen? Nun, "Danke" Amazon. Nein, ernsthaft, dank Amazon und dem Aufstieg des E-Commerces (und einer damit verbundenen Bequemlichkeit) haben viele Unternehmen die Chance bekommen, die Nutzung ihrer physischen Geschäfte zu überdenken; sie neu zu nutzen und sie für Kunden attraktiver und wertiger zu machen. So etwa wie bei den Apple Stores, die zu Veranstaltungsorten werden oder der Casper-Matratzenladern, der zu einem Nickerchen-Hotel wird. Und wir können uns sicherlich in diesem Jahr auf mehr solche smarten Concept Stores freuen, in denen AR und VR einen großen Teil der Customer Experience ausmachen werden.

Juan Leguizamon ist Creative Director bei Havas Germany – aufgewachsen in Kolumbien, studiert in Kalifornien und für seine Kreationen unter anderem in New York ausgezeichnet. Leguizamons Illustrationen und Arbeiten wurden bereits in dem WIRED Magazine oder der New York Times publiziert.

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