Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
10 Jahre Air Bnbpicture Alliance Jens Kalaene 102148034 Web
(Foto: picture alliance/Jens Kalaene)
Airbnb E-Commerce Reise

Von der Schlafplatzbörse zum Tourismusgiganten: Airbnb wird 10

Am Anfang standen Luftmatratzen und Frühstück. Mittlerweile hat sich Airbnb vom Start-up zum milliardenschweren Tourismus-Konzern und größten Rivalen der Hotelbranche entwickelt. Zum zehnjährigen Jubiläum steht das Unternehmen aber auch vor großen Herausforderungen.

Anzeige
Anzeige
Anzeige

"Vergesst Hotels" verkündete Airbnb schon beim Start vor zehn Jahren selbstbewusst. Dass dem etablierten Gastgewerbe ein großer Rivale entstehen würde, der die Tourismusbranche kräftig umkrempelt, konnte damals noch keiner ahnen. Doch das Unternehmen aus San Francisco wuchs rasant und entwickelte sich zu einem der wertvollsten Start-ups weltweit. Am Samstag feiert Airbnb zehnten Geburtstag.

Heute wird Airbnb von Investoren auf rund 31 Milliarden Dollar (27 Milliarden Euro) taxiert und hätte das Zeug, einen der größten Tech-Börsengänge der Finanzgeschichte hinzulegen. Das ganze entstand aus einer fixen Idee der Firmengründer Brian Chesky und Joe Gebbia: Weil sie sich ihr Apartment in San Francisco nicht leisten konnten, stellten sie kurzerhand drei Luftmatratzen ins Wohnzimmer, um sie an Besucher einer Design-Konferenz zu vermieten.

10 Jahre Air Bnb Air Bnb Peter Yang 140602 Air Bnb Group 1055 V4 1 Web
Die drei Airbnb-Gründer Joe Gebbia, Nathan Blecharczyk und Brian Chesky (Foto: AirBNB/Peter Yang)

Im Preis inbegriffen war Frühstück. So ergab sich der Name "Air bed and breakfast" - Luftmatratze und Frühstück - mit dem es am 11. August 2008 losging. Später wurde er zu Airbnb verkürzt. Zunächst stand der Gemeinschaftsgedanke noch stark im Vordergrund, so zumindest schildert es Chesky in Interviews. "Wir hatten keine Vorstellung davon, dass Air bed and breakfast groß werden könnte."

Anzeige

Ursprünglich hätten er, Gebbia und der dritte Gründer Nathan Blecharczyk eine Plattform zur Mitbewohnersuche aufbauen wollen. Nach viermonatiger Arbeit sei ihnen aufgefallen, dass es diesen Service bereits gibt. So kam es zu Airbnb - oder wie Chesky amüsiert sagt: "Der schlechtesten Idee, die jemals funktioniert hat."

Börsengang hat keine Eile

Heute ist das Unternehmen laut eigenen Angaben mit über fünf Millionen gelisteten Unterkünften in 191 Ländern und rund 81.000 Städten weltweit präsent. Zum Vergleich: Der weltgrößte Hotelkonzern Marriott hatte mit seinen rund 30 Marken Ende 2017 etwa 1,3 Millionen Zimmer im Angebot. Airbnb hat sich vom Stachel im Fleisch zum gefährlichen Wettbewerber entwickelt. Mit dem Service "Trips", der Ausflüge, Events und andere Ferienerlebnisse vermittelt, macht die Firma inzwischen zudem auch Reiseveranstaltern Konkurrenz.

10 Jahre Air Bnbdpa Picture Alliance Jaap Arriens 107282475 Web
Die Airbnb-App ist eine der beliebtesten Anlaufstellen für Reiselustige (Foto: dpa Picture-Alliance / Jaap Arriens)

Vom Luftmatratzen-Image hat sich Airbnb verabschiedet, Frühstück gibts auch kaum noch - mittlerweile geht es eher um reiche Kundschaft im Luxus-Segment. Kein Wunder, dass die Wall Street auf den Börsengang hinfiebert. Doch Chesky hat keine Eile: "Lasst es mich direkt ansprechen: Wir werden 2018 nicht an die Börse gehen", teilte er im Februar mit. Anfang 2017 hatte er von einem "Zweijahresprojekt" gesprochen.

Airbnb bringt den Weltmetropolen Touristen - und Ärger

Dass Chesky, der erst 36 Jahre alt, aber schon mehrfacher Milliardär ist, auf Zeit spielt, hat seine Gründe. Auch wenn Airbnb - im Gegensatz zu Uber, dem zweiten weltbekannten Schwergewicht der "Sharing Economy" - bislang ohne größere Skandale auskam, so gibt es doch viel Kritik und Ärger rund um den Globus. Beschwerden über kommerzielle und rücksichtslose Nutzer, die Lärm und Stress machen, begleiten den rasanten Aufstieg schon lange. Airbnb wird auch vorgeworfen, den Mangel an erschwinglichem Wohnraum zu verstärken. Zudem klagten Behörden, dass häufig keine Steuern auf Airbnb-Einnahmen gezahlt würden und viele Inserate illegal seien.

10 Jahre Air Bnblaif Le Figaro Magazine Eric Martin 20681163 Web
Die Apartments sind gerade für Budgetreisende weniger seelenlos als ein Hotelzimmer, hier der Blick aus einer Airbnb-Ferienwohnung im marokkanischen Algier (Foto: laif/Le Figaro Magazine/Eric Martin)

In Großstädten wie Berlin, Amsterdam oder Madrid wurden die Regeln für Airbnb deutlich verschärft. In der deutschen Haupstadt war es zwischenzeitlich sogar ganz verboten, Ferienwohnungen auf dem Portal zu inserieren. Auch in Paris und New York, zwei der lukrativsten Standorte, gibt es seit Jahren Konflikte. Airbnb ist indes um Diplomatie bemüht und betont, gegen schwarze Schafe vorzugehen. Seit 2016 gibt es etwa eine Beschwerdefunktion für verärgerte Nachbarn.

Derweil läuft es finanziell offenbar ganz gut: Das Unternehmen soll 2017 seinen ersten Jahresgewinn geschafft haben. Vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen habe Airbnb rund 100 Millionen Dollar (81 Millionen Euro) verdient, berichtete die Financial Times Anfang des Jahres unter Berufung auf einen Insider. Die Buchungen seien um 150 Prozent gestiegen, der Umsatz habe über 3,5 Milliarden Dollar erreicht.

Magazine Mockups Lead 400X360

Hol' dir die aktuelle LEAD!

Die Digitalisierung beschert immer mehr Menschen das Glück, ihre Reisen mit dem Job verbinden zu können und so die Welt aus neuen Blickwinkeln zu entdecken. Manche verdienen mit innovativen Ideen an der Reiselust anderer - wie das Start-up Hotelbird - einem der Protagonisten der aktuellen LEAD.

LEAD 02/18 erhältst du am Kiosk, als E-Paper oder im Abo. Weitere Online-Geschichten zum Thema findest du unter #Reise.

Anzeige
Anzeige
Verlagsangebot
Anzeige
Anzeige
Aktuelle Stellenangebote
Alle Stellenangebote