Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Apple Tv Plus Logo
Das Logo des neuen TV-Streamingdienstes von Apple (Foto: Apple)
Apple Video Medien

Videostreaming, Zeitungen, Games: Apple im Abo-Fieber

Apple hat die erste Keynote der Saison in 2019 veranstaltet. Der Konzern will sein Service-Geschäft mit neuen Abo-Modellen ankurbeln.

Anzeige
Anzeige
Anzeige

It's all about services". Nachdem der Smartphone-Markt zuletzt zunehmend gesättigt war, chinesische Anbieter verstärkt in den Markt drängen und User ihre iPhones immer länger behalten, anstatt ein neues Modell zu kaufen, war es für Apple Zeit für einen Strategiewechsel.

Keine neuen Produkte, sondern neue Services mit Abo

Der Kurswechsel wurde am Montagabend auf dem "It’s showtime"-Event von Apple in Cupertino eingeläutet.

Apple präsentierte im Steve-Jobs-Theater keine neuen Produkte, sondern neue Services: den lange erwarteten Videostreaming-Dienst Apple TV+, eine neue Zeitungs-Flatrate namens Apple News+ als Abo-Modell und ein Gaming-Angebot für den App Store, ebenfalls auf Abo-Basis, Apple Arcade genannt.

Monatelang soll Tim Cook in Strategiesitzungen mit seinen Teams diesen Wandel vorbereitet haben. Nun ist er auch offiziell. In Zukunft soll verstärkt mit Services und Abo-Diensten Geld verdient werden, um die Dellen im iPhone-Geschäft aufzufangen.

LEAD stellt die neuen Dienste vor.

Videostreamingdienst "Apple TV+"

Apple will keine Konkurrenz zu Netflix werden, sondern mit dem Dienst vor allem über Vermittlungs-Provisionen für andere TV-Kanäle und Pay-TV-Angebote wie Hulu und Starz Geld verdienen. Im Zentrum stehen aber exklusive Eigenproduktionen, die Apple schon länger in Arbeit hat. Kunden können sich die exklusiven Serien und Filme als Abo-Dienst ab Herbst 2019 hinzubuchen. In über 100 Ländern wird Apple TV+ dann starten. Jede Menge Stars wirken mit, unter anderem Jennifer Aniston, Reese Witherspoon, Steve Carell, Steven Spielberg, J.J. Abrams und Oprah Winfrey.

Anzeige

Über den Preis für das monatliche Abo ist noch nichts bekannt. Auf jeden Fall ist Apple TV+ ein Lockmittel, um Besitzer von iPhone, iPad und Mac-Geräten bei der Stange zu halten. Zusätzlich verkauft Apple in seiner renovierten TV-App, die mit neuer Storefront glänzt, sogenannte Channels mit TV-Inhalten anderer Anbieter wie Hulu. Für jede vermittelte Buchung erhält Apple Provisionen. Im Gespräch war auch das von Apps bereits bekannte Verhältnis: 70 Prozent für die Betreiber, 30 Prozent für Apple. Offiziell bestätigt wurde diese Aufteilung am Montagabend nicht.

Alle Inhalte sind on demand verfügbar, online und offline. Sie laufen auch auf macOS-Geräten, Amazon Fire TV und Smart TVs. Samsung macht im Frühjahr den Anfang. LG, Sony und Vizio folgen im Verlauf des Jahres.

Die Highlights der exklusiven Apple-Produktionen

Amazing Stories: Die Science-Fiction-Serie aus den 80ern wird von Steven Spielberg neu belebt.

The Morning Show: Das Drama um die Moderatoren einer TV-Frühstücks-Fernsehsendung ist mit Jennifer Aniston und Reese Witherspoon prominent besetzt.

See: In dem Science-Fiction-Drama spielt Jason Momoa (Aquaman) die Hauptrolle.

Foundation: Die Science-Fiction-Serie basiert auf Büchern von Isaac Asimov.

Little Voice: Die Serie über die bunte New Yorker Musikszene produziert Star-Regisseur J.J. Abrams („Lost“).

Peanuts: Die kultige Animation-Serie um Charlie Brown, Linus und Snoopy wird mit neuen Folgen aufgelegt.

Neue Zeitungs-Flatrate „Apple News+“

Apple News Plus
Rund 300 Titel umfasst Apple News+ zum Start (Foto: Apple)

Neben dem Video-Streaming-Abo legt Apple mit „Apple News+“ eine neue Zeitungs-Flatrate auf. Zum Start sind etwa 300 Titel an Bord, vorwiegend englischsprachige Magazine. Für 9,99 Dollar können Abonnenten all diese Zeitschriften unbegrenzt lesen. Offenbar hatte sich Apple zum Start mehr teilnehmende Verlage bei dem Projekt gewünscht, dass aus der Übernahme der Zeitungs-Flatrate „Texture“ entstanden ist. Doch bei diesem Abo wollte Apple offenbar sogar 50 Prozent der Provisionen für sich behalten. Ein Anteil, der vielen Verlagen nicht schmeckte.

Renommierte Blätter wie die New York Times und die Washington Post haben erst mal abgewunken. Sie sind zum Start nicht dabei. Prominent vertreten ist aber das Wall Street Journal, The New Yorker sowie die Los Angeles Times. Auch viele Lifestyle-Magazine, unter anderem das Gossip-Heft „People“ finden sich in Apples Zeitschriftenregal.

Vertreter der New York Times hatten in den letzten Tagen andere Verlage noch vor einer Teilnahme gewarnt. Es sei gefährlich, dass einzelne Zeitungen und Zeitschriften dort in der Masse des Angebots untergingen und quasi damit ihre Eigenständigkeit aufs Spiel setzen würden. Das Zeitungs-Abo kommt vorerst nicht nach Deutschland, sondern startet innerhalb Europas in Kürze zunächst nur in Großbritannien. Neben den USA startet es gleichzeitig in Kanada.

Als Alternative bietet sich in Deutschland Readly an, das ebenfalls für 9,99 Euro/Monat eine Flatrate auf dem Markt hat, mit vielen deutschen Titeln. Letzte Woche erst konnte Readly die Springer-Blätter BILD, BILD am Sonntag, WELT und WELT am Sonntag für eine sechsmonatige Testphase gewinnen.

Neues Game-Abo „Apple Arcade“

Apple Arcade

Mit „Apple Arcade“ präsentiert Apple ein Spiele-Abo, das zum Start im Herbst in 150 Ländern über 100 neue und exklusive Games von renommierten Entwicklern wie den Machern von Final Fantasy und Monument Valley anbietet.

Der Preis ist noch unbekannt. Es gibt in den Spielen keine Werbung, keine Zusatzkosten und alles lässt sich offline spielen – auch auf macOS und Apple TV. Außerdem können mit dem „Family Sharing“ alle Familien-Mitglieder kostenlos auf ihren eigenen Geräten spielen.

Neue Kreditkarte „Apple Card“

Apple Card
Die Apple Card wird von Apple und Goldman Sachs zunächst nur in den USA ausgegeben (Foto: Apple)

Außerdem bringt Apple zunächst nur in den USA eine neue Kreditkarte raus, mit Namen „Apple Card“. Nachdem mit Apple Pay das Bezahlen unter iOS leichter geworden ist, dringt Apple nun weiter in die Bankenwelt vor. Die US-Bank Goldman Sachs und Mastercard stehen als Partner bereit. Ein besonderes Feature der Apple Card ist

"Daily Cash". Es gibt bei Einkäufen keine Punkte, die du sammelst. Sondern du erhältst Geld als Bonus zurück. Zwei Prozent wird der "Daily Cash", der Cashback-Satz, betragen. Beim Kauf von Apple-Produkten liegt er sogar bei 3 Prozent, auch auf iTunes- und App-Store-Käufe.

Ausgezahlt wird "Daily Cash" täglich. Es gibt keine Gebühren für die Apple Card und kein Auszahlungs-Limit bei "Daily Cash". Für die Sicherheit bei der Apple Card sorgen ein spezieller Sicherheits-Chip, ein Zahlen-Code sowie Touch ID bzw. Face ID. Eine Kartennummer ist auf der Titanium-Kreditkarte nicht aufgedruckt, es gibt auch kein Ablaufdatum und keine Unterschriften, die man beim Kauf leisten müsste. Damit will Apple den Kreditkartenmarkt revolutionieren.

Schade: Über einen Deutschland-Start ist (leider) noch gar nichts bekannt.

Kann der Service-Plan von Apple aufgehen?

Fünf neue Services versprechen große Zusatzeinnahmen für Apple. In Zukunft sind Bundle dieser Abos denkbar. So könnte Apple etwa Apple Music, Apple TV+, Apple News+, Apple Arcade und die Apple Card sogar in einem Bundle anbieten, zum Vorzugspreis. Vorteil für Apple: All diese Services binden den User ans Apple-Ökosystem.

Ein kluger Schachzug, der das Unternehmen in eine vielversprechende Zukunft führen kann und der Apple für die nächsten Jahre unabhängiger von iPhone-Verkaufszahlen macht. Genau das wollen sie in Cupertino erreichen.

Newsletter & Messenger

Mit dem LEAD Newsletter und dem LEAD Tech Newsletter immer top informiert zu allen Themen des digitalen Lebens. Egal ob beruflich oder privat. In deiner Inbox oder per Messenger.

Themen
Abo Videostreaming News Games Service
Anzeige
Anzeige
Verlagsangebot
Anzeige
Anzeige
Aktuelle Stellenangebote
Alle Stellenangebote