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Blockchain Bildrechte Yvonne Gopfert
Bild: Yvonne Göpfert
Blockchain Trends Bitcoin

Vertrauen ist gut, Blockchain ist besser

Wer Blockchain hört, denkt meist sofort an die Kryptowährung Bitcoin. Doch die Technologie kann noch viel mehr als virtuelles Geld produzieren. Ein paar Ideen.

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Die Blockchain-Technologie – so sagen Experten – wird 2018 den großen Durchbruch feiern. Bekannt geworden ist das geheimnisumwitterte Buzzwort "Blockchain" durch den unaufhaltsamen Aufstieg der Kryptowährung Bitcoin. War ein Bitcoin Anfang Januar 2017 nur rund 1000 Dollar Wert, konnte man Ende Dezember 2017 gut 13.000 Dollar (rund 10.500 Euro) pro Bitcoin kassieren. Der Höchststand lag sogar bei 18.000 Dollar (14.500 Euro). 

Bitcoin 2017
Die steile Entwicklung des Bitcoin 2017 (Grafik: Coindesk)

Bitcoin, Ethereum und all die anderen Kryptowährungen basieren dabei auf der Blockchain. Diese ersetzt nämlich die Bank. Traditionell sorgt eine Bank dafür, dass genügend Geld im Umlauf ist und dass Geldeinzahlungen, Auszahlungen und Überweisungen zuverlässig ausgeführt werden. Wir vertrauen darauf, dass unser Geld nicht in dunklen Kanälen verschwindet.

Wird Geld in der Blockchain erzeugt, übernimmt die Blockchain die Vermittlerrolle der Bank. Das funktioniert, weil die Daten nicht manipulierbar sind. Denn die Daten für das bereits errechnete Geld liegen nicht allein auf einem Server. Vielmehr findet sich auf jedem Computer im Blockchain-Netzwerk eine Kopie der verschlüsselten Daten.

So funktioniert die Blockchain

Jede Blockchain besteht nämlich aus einer Kette von Datensätzen, in die die Daten zu der Währung, also die Zahl der Bitcoins oder die Transkaktionen mit der Währung, gespeichert werden. Diese Daten werden in Blöcken zusammengefasst und kameradschaftlich von allen Rechnern im Netzwerk verwaltet. Jeder Block wiederum enthält eine Prüfsumme des vorhergehenden Daten-Blocks. Das macht es Hackern sehr schwer, die Gelddaten zu fälschen.

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Will nun ein Nutzer Bitcoin erwerben oder mit Bitcoin bezahlen, wird jede Transaktion in einem "Block" aufgezeichnet. Sobald ein Block voll ist, wird der nächste Block erzeugt, der auf den vorherigen Block verweist. So entsteht eine fortlaufende Kette an Datenschnipseln, die  als Blockchain bezeichnet wird.

Blockchain - mehr als nur Geld

Große Unternehmen und Startups loten derzeit aus, wie sich die Blockchain- Technologie auch für andere Bereiche, zum Beispiel im Gesundheitswesen, in Handel und Logistik oder zur Wahrung von Musikrechten einsetzen lässt.

1. Blockchain und Gesundheitswesen

Im Gesundheitswesen fallen unzählige Daten an. Daten von Medikamenten-Studien. Patientendaten. Abrechnungsdaten. All diese Daten können sicher und transparent in der Blockchain gespeichert werden. Der Besitzer der Daten kann festlegen, wer wann darauf Zugriff haben soll. Das können bei den Studien Forscher und Journalisten sein, bei Patientendaten der Notarzt, Ärzte oder Heilpraktiker und bei der Abrechnung die Krankenkassen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Forschungsdaten der Pharmakonzerne könnten nicht manipuliert werden. Gleiches gilt für die Abrechnung der Ärzte mit den Krankenkassen, da Befunde nicht nachträglich geschönt werden könnten - was dem Gesundheitssystem viele Millionen Euro sparen würde. Und die Patientendaten wären erstens sicherer aufbewahrt als derzeit auf den Computern der vielen kleinen privaten Praxen in Deutschland und zweitens bei jedem Arztbesuch für den jeweils behandelnden Arzt verfügbar.

Einer Studie von IBM zufolge wollen 16 Prozent der in der Studie befragten US-Unternehmen im Gesundheitswesen Blockchainlösungen noch dieses Jahr implementieren. Weitere 56 Prozent wollen bis 2020 nachziehen.

2. Blockchain und die Musikindustrie

Per Blockchain lassen sich auch Verträge – sogenannte Contracts - wunderbar verwalten. Die Sängerin Imogen Heap hat dazu eine Plattform namens Mycelium ins Leben gerufen, über die Musiker ihre Werke direkt ihren Fans anbieten können - ohne ein Plattenlabel als Vermittler. Die Idee: Die Musiker laden ihre Songs auf ein Musikportal hoch und hinterlegen dort auch die rechtlichen Bestimmungen für ihre Songs. Zum Beispiel, wer den Song für wie viel Geld nutzen darf. Sobald ein Fan, ein Regisseur oder ein Radiosender die Summe bezahlt und damit den Contract erfüllt, darf er die Musik anhören, als Filmmusik nutzen oder im Radio spielen. Die Bezahlung des Künstlers wird in der Blockchain automatisch ausgelöst. Sollten Künstler ihre Gagen eines Tages ausschließlich über die Blockchain beziehen, müssten sich Mitarbeiter der GEMA allerdings einen neuen Job suchen.

3. Blockchain und Vermietungen

Mit Contracts können aber auch Wohnungen, Fahrräder oder Autos automatisch vermietet werden. Die einzige Voraussetzung wäre, dass sich die Tür oder das Schloss nicht mit einem physischen Schlüssel öffnen lässt, sondern mit einem digitalen Türcode. Das Startup Slock.it bietet die Infrastruktur für entsprechende Lösungen bereits an. Ein Vertragsprotokoll legt fest, wie hoch die Zahlung ist und wann die Mietdauer beginnt und gibt das Schloss frei, sobald das Geld in der Blockchain eingetroffen ist. Ganz automatisch.

4. Blockchain und Lieferketten

Auch Versorgungs- und Lieferketten könnten mit Hilfe der Blockchain transparenter werden. Denn in der Blockchain könnte jeder Schritt gespeichert werden, den ein Produkt vom Rohstoff bis zum Endprodukt hinter sich bringt.  So könnten sowohl einzelne Produktionsschritte als auch das Herkunftsland oder der Herkunftsort von Produkten nachgewiesen werden. Umetikettierungen oder skurile Lieferketten von Deutschland in die Ukraine und über Polen wieder zurück nach Deutschland – nur um bei der Verarbeitung ein paar Cent zu sparen - würden dann vielleicht immer weniger gängige Praxis.

5. Blockchain und Logistik

Jeder bestellt von uns online die unterschiedlichsten Produkte. Doch ein Problem beim Onlinehandel ist nach wie vor die Lieferung. Auch hier kann die Blockchain-Technologie weiterhelfen. Denn statt die Ware über Hermes oder UPS auszuliefern, könnten Privatpersonen, die beruflich viel unterwegs sind, die Ware zustellen. Doch da diese Privatpersonen nicht das gleiche Vertrauen genießen wie die Paketdienste, stellt die Blockchain das Vertrauen sicher. So zumindest die Idee der Firma Streamr.

Das Prozedere geht so: Der Online-Shop gibt an, wo das Paket abgeholt werden soll, wohin es gebracht werden muss und wann es geliefert werden soll. Sobald ein Privatkurier entdeckt, dass er diese Lieferung ausführen kann, holt er das Paket ab. Der Online-Shop klebt bei der Abholung einen manipulationssicheren IoT (Internet of Things)-Sensor auf das Paket und versiegelt es somit. Wenn der Kurier beim Empfänger mit dem Paket ankommt, bestätigt dieser den Inhalt des Pakets anhand eines Fotos. Damit die Ware auch tatsächlich ankommt und nicht in den Taschen des Kuriers verschwindet, bezahlt jeder Privatkurier, der ein Paket übernimmt, eine Kaution. Erst am Ende der Auslieferung bekommt er die Sicherheitskaution zurück und das Geld für seinen Lieferdienst ausgezahlt. An die Kautionsversicherung ist ein Reputationssystem gebunden: Jeder Kurier, der seine Kaution zurückbekommt, erhält Vertrauenspunkte, die auch die Warenversender und Online-Shops sehen können. Wer seine Kaution regelmäßig nicht zurückerstattet bekommt, weil er die Aufträge nicht ordnungsgemäß ausgeführt hat, wird dann bald keine Aufträge mehr bekommen.

Blockchain: Der große Durchbruch 2018

Obwohl Blockchain-Ideen schon seit 2011 durchs Netz schwirren, wird wohl erst 2018 der große Durchbruch für die verschiedensten Businessmodelle kommen. Die Blockchain kann sich da etablieren, wo Vertrauen vonnöten ist, um Transaktionen abzuwickeln, ohne dabei einen Vermittler wie beispielsweise eine Bank, eine Autovermietung oder die GEMA zu benötigen. Die dezentrale Datenbank ist dabei nicht nur für monetäre Transaktionen interessant, wie die Beispiele oben zeigen. Wir dürfen daher gespannt sein, welche weiteren Ideen unseren Alltag bald bereichern werden.

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