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Uxa Foodsharing Ceo Mit App
Lisa Zvonetskaya hat ihr Unternehmen nach einer osteuropäischen Fischsuppe benannt (Foto: UXA)
Start-up Food Crowdfunding

Wie UXA Foodsharing das Wegwerfen von Lebensmittel verhindern will

UXA Foodsharing will das Wegwerfen von Lebensmitteln verhindern. Für den weiteren Ausbau der Community soll die Finanzierung über Crowdfunding erreicht werden. Ein ambitionierter Plan in schwierigem Umfeld.

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Traurige Zahlen: Elf Millionen Tonnen essbarer Lebensmittel werden laut Ernährungsreport 2019 jedes Jahr in Deutschland weggeworfen. Das sind laut Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) etwa 55 Kilo pro Haushalt. Frisches Obst und Gemüse dominieren mit 34 Prozent. Dahinter kommen „Gekochtes und selbst Zubereitetes“ mit 16 Prozent, Brot und Backwaren mit 14 Prozent, gefolgt von Getränken mit 11 bzw. Milchprodukten mit 9 Prozent.

Laut einer WWF-Studie gehen 14 Prozent der weltweiten Lebensmittel-Verschwendung auf das Konto von Privathaushalten.

Der Plan: 15.000 Euro bis 31. Mai

„Auf die Reste, fertig, los“: Motivation genug für die Münchnerin Unternehmerin Lisa Zvonetskaya (31) ihre kostenlose App UXA Foodsharing (Download-Link: iOS, Download-Link: Android) weiter auszubauen. Bis 31. Mai sammelt Zvonetskaya auf der Crowdfunding-Plattform Startnext Geld, um in diesem Jahr möglichst um 100.000 aktive Nutzer zeitnah für UXA, das 2017 entwickelt wurde, zu generieren. Finanzierungsziel: 15.000 Euro. Die UXA-CEO sagt: „Wenn wir es schaffen, uns Wohnungen, Autos oder Klamotten zu teilen, dann muss es doch auch möglich sein, Lebensmittel zu teilen.“

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In erster Linie geht es dabei nicht ums Geldverdienen. Motto „Sharing is caring“: „Mir ist es wichtig, das Richtige zu tun und meine Mission ist es, die Lebensmittelverschwendung in Privathaushalten zu reduzieren.“

"Mehr Menschen sensibilisieren"

15.000 Euro – das klingt in Zeiten von Millionenbeträgen, die in Finanzierungsrunden von Start-ups aufgerufen werden, zunächst einmal nicht nach viel Geld. Zvonetskaya hält diese Summe aber für „realistisch“. Die Frage der Schwierigkeit stelle sich nicht, sie werde von der Notenwendigkeit des Marketings übertroffen. „Ein weiterer positiver Effekt der Crowdfunding-Kampagne auf Startnext ist, damit deutlich mehr nachhaltig-interessierte Menschen zu erreichen. Diese Reichweite möchte ich nutzen, um noch mehr Menschen für das Thema Lebensmittelverschwendung zu sensibilisieren und zu begeistern.“ Das Thema Nachhaltigkeit werde ohnehin immer mehr zum Trend: „Ich bin mir sicher, der Coolness-Faktor nimmt auch zu. Vor allem junge Leute achten vermehrt darauf, wie sie mit der Umwelt umgehen.“

Uxa App Ansicht
Blick in die App von UXA: Sie steht für iOS und Android kostenlos bereit (Screenshot: App Store)

UXA – der Name klingt erst einmal rätselhaft. Zu erklären ist er mit den osteuropäischen Wurzeln der Gründerin. Uxa (wird „Ucha“ ausgesprochen) ist eine osteuropäische Fischsuppe. Diese gilt als so wertvoll, dass sie nie weggeworfen, sondern lieber mit Freunden und Nachbarn geteilt wird. Als Zvonetskaya die Idee zur Gründung der Foodsharing-App hatte, sei Uxa daher ihre erste Assoziation gewesen.

Nach Geld fischen – für den Ausbau der Community

Doch so eine Foodsharing-App ist längst noch kein Selbstläufer, sie ist auch eine Mission: So gibt es gute Gründe, Geld einzusammeln, um für bestmögliche Nachhaltigkeit die Community schnell auszubauen.

Uxa Foodsharing Lisa Zvonetskaya Gruenderin 72Dpi Uxa Foodsharing
Gründerin Lisa Zvonetskaya konzentriert sich auf Privathaushalte statt auf Erzeuger oder Restaurantbetreiber (Foto: UXA)

Beim LEAD-Test im Stadtgebiet Berlin haben wir mittels UXA das Angebot an unserem Standort gecheckt. Ergebnis: Das nächste zu verschenkende Lebensmittel befand sich in 6,6 km Entfernung. Das übernächste Lebensmittel wurde dann aber schon 253 km entfernt angeboten. Niemand fährt solch eine Strecke für – in diesem Fall – Bahlsen-Schokoriegel.

Gründerin Zvonetskaya will die Probleme, die es beim Aufbau einer Foodsharing-App gibt, auch gar nicht bestreiten: „Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie essenziell es ist – und gleichzeitig auch die größte Herausforderung für UXA –, möglichst viele Abgeber und Abholer einer Region in der App zusammenzuführen, damit noch viel mehr Lebensmittel ausgetauscht werden können. Auch jetzt gibt es Wochen, in denen relativ viel eingestellt und sofort abgeholt wird, und dann auch mal weniger. Saisonalitäten wie Ostern machen sich schon in der App bemerkbar. Hier ist jedoch jeder Einzelne angehalten, die genießbaren Festmahlreste in UXA einzustellen. Damit rettet man nicht nur Essen vor dem Müll, sondern macht einen anderen Menschen ganz einfach glücklich.“

Fokus auf Einfachheit und Benutzerfreundlichkeit

Ein Plan, den auch andere Projekte verfolgen. Too Good to go, OLIO, Share your food gehören zu den bekanntesten Initiativen im Bereich Foodsharing. Dagegen trete UXA mit „Einfachheit und Benutzerfreundlichkeit“ an, sagt Zvonetskaya. Too Good to go sieht sie mit ihrem Von-privat-an-privat-Konzept nicht als Konkurrenz, da es sich um ein B2C-Konzept handele und das Essen nicht kostenlos sei. Gleiches gelte für OLIO, das auch Non-Food verkauft.

Am ehesten ließe sich Share your food noch als Konkurrent bezeichnen. Dort hat die UXA-CEO jedoch stagnierende Besucherzahlen beobachtet. Generell sieht sie aber Foodsharing-Projekte positiv: „Je mehr Angebote für die Menschen, Lebensmittel zu retten, desto höher die Chance, dass die Lebensmittelverschwendung mittelfristig abnimmt.“

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User können in der App Fotos der nicht mehr benötigten Lebensmittel einstellen (Foto: UXA)

Der Weg dorthin ist lang. 58 Prozent von 300 befragten Lebensmittelerzeugern gaben im Rahmen einer BITKOM-Studie, über die DIE WELT berichtete, an, dass die Digitalisierungswelle in der Branche es erst 2030 ermöglicht, die Lebensmittelverschwendung auf Null zu senken. Bis dahin sind Privathaushalte und private Initiativen wie die von UXA umso wichtiger.

Es gilt umzudenken. Jetzt. Nicht erst in 10 Jahren.

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