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#unfollowme von Laut gegen Nazis
Initiativen gegen rechts Influencer Social Media

#unfollowme: Wie Influencer rechte Fans verjagen

Mit klaren Botschaften auf ihren Social Media-Profilen machen Influencer, Musiker und Schauspieler klar: Wir wollen keine rechten Fans. Damit verlieren sie bewusst Follower und setzen ein deutliches Zeichen gegen Rechtspopulismus.

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Seit der Antisemitismus-Kontroverse um die Rapper Kollegah und Farid Bang ist klar, dass nicht alle Deutschrap-Fans analog ihrer Helden weltoffene, liberale Zeitgenossen sind. Umso stärker ist das Signal, das die Kampagne #unfollowme sendet. Die Initiative „Laut gegen Nazis“ bringt reichweitenstarke Deutschrap-Stars, Schauspieler und Influencer dazu, einen Unfollow-Aufruf zu teilen. In Zeiten der Follower-Zahl als Statussymbol klingt das wie digitaler Selbstmord.

„Ich glaube schon, dass ich auch Rechte unter meinen Followern habe“, sagt Sido im Kampagnenvideo. Er zeigt: Auf diese Follower können Prominente wie Sido, Klaas Heufer-Umlauf, Frederick Lau, Lena Meyer-Landrut und Fynn Kliemann verzichten.

Allein auf Instagram wurde der Hashtag #unfollowme seit Start der Aktion am 9. November rund 50.000 Mal genutzt. Auf der Webseite bietet die Initiative einen simplen, aber effektiven Sharepic-Generator, mit dem man die Botschaften der Kampagne auf Deutsch oder Englisch auf ein Selfie basteln kann.

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Auf Instagram, Facebook, Twitter oder anderen Social Media-Plattformen geteilt, sollen Freunde und Follower dazu aufgerufen werden, dem Account zu entfolgen, wenn sie rechtem Gedankengut anhängen. „Das Ganze ist total einfach – aber effektiv, wenn sich Viele beteiligen“, sagt Jörn Menge von „Laut gegen Nazis“. „So können alle, die gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus sind, mit nur kleinem Aufwand etwas Großes entstehen lassen.“

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Eine weltoffene Einstellung ist wichtiger als Ruhm und Erfolg

Für die Kampagne gewann die Initiative aus St. Pauli einige prominente Unterstützer. Smudo, Rapper bei den „Fantastischen Vier“, sagt: „Es gibt immer Populisten, die die Besorgten mobilisieren. Und in digitalen Zeiten der sozialen Netzwerke ist das besser möglich als damals. Das Ergebnis ist ein Trend zu verbaler Gewalt, die tätlicher Gewalt vorausgeht. Das darf nicht passieren.“ Die Botschaft: Eine weltoffene Einstellung ist wichtiger als Ruhm und Erfolg.

Nach Start der Kampagne bemerkt er einen deutlichen Effekt. Bei Twitter schreibt er: „...erst zwei Tage Hatespeech-Awareness-Kampagne #unfollowme und mehr Hasskommentare in der Timeline als in neun Jahren Twitter-Mitgliedschaft. Deprimierend, wenngleich ein Erfolg für die Kampagne.“

Die Initiative „Laut gegen Nazis“ engagiert sich seit 2014 mit verschiedenen Aktionen gegen Rechtsextremismus in Deutschland. Durch die „Heimat“-Kampagne „Art beats Hate“ von 2016 wurden Jörn Menge und sein Team auf die Werbeagentur aufmerksam und fragte sie an. „Heimat“ entwickelte schließlich das Konzept zur Kampagne #unfollowme, PR-Strategie und Umsetzung stammt von der Hamburger Agentur „achtung!“ und der Kampagnenfilm inklusive Protagonisten kommen von „EASYdoesit“.

Die WALL GmbH stellte kostenfreie Outdoor Werbeflächen zur Verfügung, Intermate und Blogfoster holten weitere, reichweitenstarke Influencer an Bord. „Dass #unfollowme jetzt so nach vorn geht, damit hatte allerdings keiner der Beteiligten gerechnet. Es fühlt sich an, wie eine Idee, die zum richtigen Zeitpunkt genau den Nerv vieler getroffen hat“, sagt Tom Hauser, Executive Creative Director von Heimat. Alle Agenturen, Firmen und Persönlichkeiten beteiligten sich Pro Bono. „Das rechnen wir ihnen als zivilgesellschaftliches Engagement sehr hoch an“, sagt Jörn Menge.

Die Kampagne soll den Zeitgeist treffen

Kritiker behaupten, dass die Aktion nur die linke Filterblase erreicht und zu einer Spaltung der Gesellschaft beiträgt. Rechte YouTuber, Blogs und Zeitungen starteten schnell Gegenaktionen wie „#unfollowme – wenn du andere zum Denken brauchst“. Jörn Menge nimmt das gelassen: „Im Prinzip haben wir mit #unfollowme aufgescheucht. So sollte es sein.“

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Interaktions-Zahlen auf Social Media zeigen, dass die Kampagne den Zeitgeist trifft. „Wegen den Follower-Zahlen nichts zu sagen, ist für mich die krasseste Arschloch-Einstellung überhaupt“, sagt die deutsche Rapperin Nura im Kampagnen-Video.

Auf Instagram wird sie noch deutlicher: „Bezieht endlich Stellung und seid Vorbilder für eure Fans!“ Unter dem Post wird kontrovers diskutiert, auch kritisiert. Mit 42.000 Likes gehört der Post allerdings zu einem der erfolgreichsten auf ihrem Instagram-Kanal.

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