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Gut die Hälfte der Menschen in Deutschland ist sich nicht darüber im Klaren, welchen Wert ihre persönlichen Daten im Netz für Dritte haben könnten (Foto: Peter Howell/ iStockphoto)
Daten Datenschutz Cybersecurity

Umfrage: Hälfte der Deutschen kennen Wert eigener Daten nicht

Ein 20-jähriger Datendieb aus Hessen hat die Online-Angriffe auf Politiker und Prominente gestanden. Für den Datenklau konnte er mehrere Sicherheitslücken ausnutzen. Eine Umfrage zeigt, weshalb Datendiebe es so leicht haben: Viele Deutsche unterschätzen den Wert ihrer Daten.

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Gut die Hälfte der Menschen in Deutschland ist sich nicht darüber im Klaren, welchen Wert ihre persönlichen Daten im Netz für Dritte haben könnten. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage des IT-Sicherheitsspezialisten Kaspersky hervor. Die Befragung wurde bereits im Oktober 2018 durchgeführt.

Laut der Ergebnisse haben 49 Prozent bereits den Überblick darüber verloren, auf welchen Plattformen sie welche Daten angegeben haben.

Dabei habe die jüngste Veröffentlichung von Daten Prominenter und Politiker gezeigt, dass das sogenannte Doxxing eine der großen Cyber-Herausforderungen sei, betonte das Unternehmen. Beim Doxxing werden im Netz persönliche Daten aller Art aus verschiedensten Plattformen zusammengetragen und dann veröffentlicht, um einer Person zu schaden.

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20-jähriger Schüler klaut Daten von Prominenten und Politikern

Der 20-jährige Datendieb aus Hessen hat sich für seine massive Online-Attacke gezielt Politiker und Prominente ausgesucht, deren Äußerungen ihm missfallen haben. Das teilte Oberstaatsanwalt Georg Ungefuk, der Sprecher der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main, am Dienstag in Wiesbaden mit.

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Zudem habe der Beschuldigte erklärt, er habe alleine gehandelt. Die bisherigen Ermittlungen hätten auch noch keine Hinweise auf eine Beteiligung weiterer mutmaßlicher Täter gegeben, ergänzte Ungefuk.

Der 20-Jährige war nach der Durchsuchung seiner Wohnung am Sonntag festgenommen worden. Nach einem umfassenden Geständnis wurde er wegen fehlender Haftgründe am Montagabend wieder auf freien Fuß gesetzt. Er ist nach Angaben der Sicherheitsbehörden Schüler und wohnt bei seinen Eltern. Ermittelt wird nun wegen des Verdachts der Ausspähung von Daten und der unberechtigten Veröffentlichung dieser Daten.

Er soll über das inzwischen gesperrte Twitter-Konto @_0rbit im Dezember persönliche Daten von Politikern und Prominenten veröffentlicht haben. Rund 1000 Politiker, Prominente und Journalisten sind betroffen, darunter Politiker aller Bundestagsparteien mit Ausnahme der AfD.

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Der Datendieb konnte Sicherheitslücken nutzen

Der junge Mann hat nach Erkenntnis der Ermittler mehrere Sicherheitslücken ausgenutzt. Für die Tat sei ein "gewisser technischer Sachverstand" nötig gewesen, sagte der Sprecher der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main, Georg Ungefuk, am Dienstag in Wiesbaden. Einige Sicherheitslücken seien inzwischen geschlossen worden.

Dem jungen Mann sei es durch "ausgeklügelte Vorgehensweise" gelungen, die Daten auszuspähen. Es habe nicht nur eine, sondern mehrere Ausspähaktionen gegeben, vor allem im Jahr 2018. Zudem habe er Daten aus öffentlich zugänglichen Quellen zusammengetragen.

Etwa 50 Fälle seien schwerwiegender, weil größere Datenpakete wie Privatdaten, Fotos und Korrespondenz veröffentlicht wurden.

"Dass man veröffentlichte Daten je wieder aus dem Netz bekommt, ist eher unwahrscheinlich"

"Dass man veröffentlichte Daten je wieder aus dem Netz bekommt, ist eher unwahrscheinlich", erklärt Marco Preuss, Leiter des europäischen Forschungs- und Analyse-Teams bei Kaspersky Lab. Das zeige auch der aktuelle Daten-Fall.

"Einerseits sind einige der Original-Links zu den Informationen nach wie vor verfügbar; andererseits ist unklar, auf welchen und auf wie vielen Rechnern und Servern die Daten bereits gespeichert worden sind und somit noch genutzt werden können"

Kaspersky rät allen Nutzern, einigen Grundregeln zur Vorbeugung zu folgen. Dazu gehöre, stets alle verfügbaren Updates zu installieren und alle Geräte auf dem neuesten Stand zu halten, einen Passwort-Manager zu nutzen, nach Möglichkeit eine Zwei-Faktor-Authentifizierung zu verwenden, und vor allem: den gesunden Menschenverstand einzuschalten.

Er sei der beste Schutz gegen Phishing, dem Versuch, über gefälschte Webseiten oder Mails dessen Zugangsdaten "abzufischen".

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