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Dieser Coin steht für Ripple - eine der insgesamt fast 800 Kryptowährungen. (Bild: Thinkstock Photos)
Kryptowährung Bitcoin Blockchain

"Tja, dann fange ich auch mal mit Kryptowährungen an"

Sie sind riskant, sehr umstritten und ihre Zukunft ist ungewiss: LEAD-Autorin Nadia Riaz hat trotzdem beschlossen, in eine der Kryptowährungen zu investieren. Ein Erfahrungsbericht.

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Für die meisten gehört es zur Routine, morgens nach dem Aufwachen einen Blick auf das Handy zu werfen, um die sozialen Netzwerke zu checken. Für mich ist letztes Jahr etwas dazugekommen: Ich beobachte den Kurs der Kryptowährungen. "Wer in den Mist investiert, wird sein blaues Wunder erleben, wenn die Blase platzt“, sagen viele. „Das Risiko ist viel zu groß, weil Kryptowährungen nur auf Spekulationen basieren“, sagen andere. Ist mir egal, dachte ich mir. Ich will es trotzdem versuchen.

Aber mal von vorne. Bis zum letzten Jahr hatte ich überhaupt keine Ahnung davon, was diese digitalen Währungen eigentlich sind. Von dem Bitcoin-Hype hatte ich zwar oft gelesen, aber wirklich verstanden hatte ich das alles nicht. Aber irgendwann kam ein Freund auf mich zu und meinte so etwas wie „Ich habe jetzt auch in eine Kryptowährung investiert, die heißt Ripple.“ Ripple, was? Es interessierte mich nicht wirklich, denn mit Finanzen und Aktien hatte ich überhaupt nichts am Hut. Doch dann sagte er weiter: „Hätten wir vor vier Jahren Bitcoins gekauft, wären wir jetzt reich.“ Reich? Da sind meine Augen natürlich groß geworden. „Ein Kumpel von mir reist mit dem Bitcoin-Gewinn gerade um die Welt.“

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Das will ich auch, dachte ich mir

Tja, dann fange ich auch mal mit Kryptowährungen an. Hier sei angemerkt, dass ich nur einen Einblick in meine Erfahrungen gebe. Das ein oder andere mögen viele vielleicht anders sehen, aber ich bin auch kein Experte, was Bitcoin und Co. angeht.

Was ist Ripple (XRP)? 

Um das zu verstehen, muss man wissen, was Kryptowährungen sind. Klar. Bei Kryptowährungen kommen im Vergleich zur klassischen Währung keine Geldscheine oder Münzen zum Einsatz. Alles läuft komplett digital ab. 

Was sind die Vor- und Nachteile?

Die Währung ist frei, wird nicht von einem Finanzinstitut kontrolliert. Die Währungen sind inflationssicher, da sie begrenzt sind und nicht beliebig vermehrt werden können. Die Transaktionen sind anonym, weil bei Kryptowährungen kein Datenaustausch stattfindet. Sie sind unabhängig von Banken und staatlichen Eingriffen. 

Aber: Kryptowährungen basieren auf reiner Spekulation. Während der Kurs eben noch sehr stark oben ist, kann es morgen schon wieder anders aussehen. Ein Beispiel: Als Südkorea in den vergangenen Wochen immer wieder damit drohte, Kryptowährungen zu verbieten, sanken alle Kurse. Im Fall von Ripple gab es die Nachricht, dass eine Bank namens MoneyGram mit Ripple zusammenarbeiten möchte. Der Kurs von Ripple stabilisierte sich daraufhin und zeigte eine Tendenz nach oben.

Moment, eine Bank arbeitet mit einer Kryptowährung zusammen? Das widerspricht doch dem Grundsatz. Ja. Eigentlich schon. Aber das macht die Währung so attraktiv: Ripple nämlich will kostenlose und in Echtzeit mögliche Geldüberweisungen zwischen Banken auf der Welt ermöglichen. Tatsächlich dauert es manchmal Tage, bis jemand aus Asien zum Beispiel eine Geldsumme in die USA überweisen möchte. Mit Ripple könnte das sofort möglich sein. Und weil ich davon überzeugt bin, dass das heute und in Zukunft relevant sein wird, habe ich gewagt, in diese Währung zu investieren.

Wie steigt man ein, wenn man Kryptowährungen besitzen möchte?

Als erstes muss man überlegen, ob man die Coins kaufen oder mit ihnen handeln möchte. Wenn man sie kauft, muss man mehrere Dinge beachten. Unter anderem: ein Konto anlegen und die Coins in dem sogenannten Wallet aufbewahren, die man dann auch auf den USB-Stick speichern kann. Dann gehören die Coins sozusagen dir selbst. Man kann sie zum Beispiel auf Coinbase kaufen.

Das war viel zu kompliziert für mich. Für einen Anfänger wie mich gibt es eine Plattform, die sich Etoro nennt. Das ist eine Trading-Plattform, die neben den üblichen Wertpapieren viele verschiedene Kryptowährungen anbietet. Wenn man tradet, also handelt, nutzt man die Kursschwankungen der Finanzmärkte oder Währungen (Volatilität) für die eigenen Zwecke. Das Ziel von Trading ist oft, kurzfristige Gewinne zu machen und mit wenig Aufwand innerhalb kurzer Zeit vergleichsweise viel Geld zu verdienen. Etoro bietet aber die Möglichkeit an, auch langfristig zu traden. Dafür gibt man einen sogenannten „Stop loss“ an. Investiert man zum Beispiel 250 Dollar, kann man einstellen, dass man bei einem Crash nicht die komplette Summe verliert. Gleichzeitig gibt man einen „Take profit“ an. Das bedeutet: Willst du mit dem Traden aufhören, sobald dein Gewinn 2.000 Euro beträgt, stoppt Etoro automatisch deine Investition und du kannst die Summe abheben.

Weil ich langfristig investiere, also erst in zwei oder drei Jahren den Gewinn abheben möchte, aktualisiere ich den Take profit regelmäßig, damit die Plattform nicht automatisch meine Position aufhebt. Einen Stop loss habe ich nicht. Ich bin überzeugt davon, dass sich die Kurse nach einem Crash wieder erholen werden. Und außerdem lautet mein persönlicher Tipp: Investiert nur so viel, wie ihr auch bereit wärt zu verlieren. Und dann: Be all in or get all out.

Etoro Cr Screenshot Etoro
In der "Watchlist" hat man den Überblick über alle Kurse

Die Gefühle beim Trading

Man will immer mehr. Kryptos können süchtig machen. Traden bedeutet für mich Nervenkitzel. Klar, manchmal habe ich Angst, alles zu verlieren und denke darüber nach, damit aufzuhören und den Gewinn abzuheben. Aber andererseits träume ich davon, was ich mit dem Geld machen würde, wenn die erwarteten Prognosen von Ripple tatsächlich eintreffen.

Der Ripple-Kurs war gegen Ende letzten Jahres auf einem Höhenflug. Er war über drei Dollar (2,50 Euro) wert. Mein Konto zeigte grüne Zahlen an. Grün bedeutet bei Etoro Gewinn, und rot Verlust. Ich konnte es nicht glauben. Ich konnte mir schlicht nicht erklären, wie man einfach so quasi vom Nichtstun Geld bekommen konnte. Doch dann sind zu Beginn des Jahres alle Kryptowährungen eingebrochen. Ripple war wieder nur circa 80 Cent wert und an einigen Tagen sogar weniger.

Auf Etoro hat man die Möglichkeit, verschiedene Positionen zu öffnen. Meine erste Position eröffnete ich zum Beispiel, als Ripple 50 Cent wert war. Dann habe ich, weil ich immer mehr wollte, zwei weitere Positionen eröffnet. Als der Kurs eingebrochen ist, zeigte mein Konto auch rote Zahlen an. Mittlerweile habe ich die Etoro-App gelöscht, weil ich zu viel Zeit damit verbracht habe, während einem Kurs-Crash nachzuschauen, wie viel im Minus/Plus ich mich befinde.

HODL! Das Trading macht Spaß

Auf Etoro, das man auch ohne App auf dem Laptop öffnen kann, können alle Nutzer miteinander diskutieren und vor allem spekulieren. "Soll ich jetzt einsteigen oder lieber warten?", fragen viele Kryptobegeisterte. Manche raten einem, noch länger zu warten, bis der Kurs niedrig ist, um günstig einzusteigen. Andere sagen, man solle lieber jetzt auf den Zug aufspringen, bevor der Kurs gar nicht mehr sinkt und es nur noch bergauf geht. Wie gesagt, es sind alles Spekulationen.

Einen Insider unter den Anhängern von Kryptowährungen gibt es auch. Wer sich in der Krypto-Szene bewegt, liest oft den Begriff "HODL!". Das soll "hold!" heißen, also quasi ein Ratschlag, dass man die Position bloß halten und nicht aus Angst vor dem Crash vorzeitig verkaufen soll. Den Begriff hat ein betrunkener User in einem Forum "erfunden". Als im Dezember 2013 der Bitcoin-Kurs stark eingebrochen war, schrieb er, er wolle seine Bitcoins nicht verkaufen, weil er ein schlechter Händler sei. Und auch ein schlechter Schreiber. Sein Thread lautete nämlich "I AM HODLING". Er schrieb selbst, dass er den Titel zweimal falsch getippt, aber dann aufgegeben habe. Daraufhin ging der Begriff viral. Es entstanden Memes und sogar T-Shirts und anderes Merchandising.

Der HODL-Beginn und die Memes gibt es hier:

  • Hodling Cr Screenshot Bitcoin Talkforum
    So enstand der Krypto-Community-Insider "HODL!" (Bild: Bitcoin Talk)
  • Hodl Cr Youtube Kanal Dr  Julian Hosp
    Auch wenn der Kurs bricht...keep hodling! (Bild: Youtube, Dr. Julian Hosp)
  • Hodl Cr Know Your Meme
    (Bild: Know your meme)

"To the moon!", schreiben andere. Heißt: Wir haben es geschafft, der Kurs steigt, wir gehen zum Mond, wir werden reich! "Jump on the train!", raten andere. Und über manche Kryptobegeisterten auf Etoro schmunzelt man immer wieder. Wie hier:

  • Krypto Screenshot1
  • Krypto Screenshot2
  • Krypto Screenshot9
  • Krypto Screenshot6
  • Krypto Screenshot5
  • Krypto Screenshot18
  • Krypto Screenshot3
  • Krypto Screenshot14
  • Krypto Screenshot17
  • Krypto Screenshot20

Fazit

Ja, ihr habt alle Recht, es ist riskant. Aber wie gesagt, solange man nicht seine komplette Existenz von Kryptowährungen abhängig macht, kann das Traden Spaß machen. Und wer weiß, vielleicht wird Ripple über die nächsten vier Jahre den gleichen Hype und ein Kurshoch erleben wie zuletzt Bitcoin. Und dann bin ich es, die mit dem Gewinn um die Welt reist. Oder eben auch nicht. Wir werden sehen.

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