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Startup Smart Home Digitalisierung

Tink different

Mit einem überraschenden Konzept will das Berliner Start-up tink vom boomenden Smart-Home-Markt profitieren. LEAD traf einen der Gründer im neuen Berliner Showroom.

Die tink-Gründer Julian Hueck und Marius Lissautzki wollen mit einem neuen Konzept vom boomenden Smart-Home-Markt profitieren (Bild: tink)
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Als sich die schwere Glastür zum edlen "Quartier Zukunft" öffnet, zeigt das iPhone für wenige Sekunden "E" an. Nur Edge-Netz - ausgerechnet hier? Sollte 5G nicht "the future of mobile" oder zumindest LTE in der heutigen "Zukunft" verfügbar sein?

Julian Hueck, einer der Gründer von tink.de, muss darüber schmunzeln. Er kennt das Problem mit "E". Vor wenigen Tagen, als der tink-Smart-Home-Store hier eröffnete, gab es bisweilen auch nur "E", ausgerechnet inmitten all der intelligenten Systeme zur Steuerung des Heimnetzwerks. Doch wer an die Zukunft denkt, handelt auch schnell: Kurzerhand wurde ein neuer LAN-Hub von der Deutschen Bank aufgestellt.

Drei potente Geldgeber

Tink ist ganz schön flink – auch was die Marktstrategie angeht: Ausgestattet mit Millionen-Risikokapital der Rocket Internetstars, von Vattenfall und ProSieben, hat sich das 2016 gegründete Berliner Start-up längst als wichtiger und großer Player im Smart-Home- bzw. Connected-Home-Markt einen Namen gemacht.

Der neue "Smart Home Store" in der Hauptstadt ist daher der nächste folgerichtige Schritt: Die moderne Location mit Meeting Rooms und angeschlossener Café-Bar (die Milchkanne hat auch hier noch kein 5G, liebe Bundesforschungsministerin Karliczek) liegt in der Friedrichstraße. Hausnummer 181, quasi direkt in der Stadtmitte.

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Apple und tink: Es gibt Ähnlichkeiten

Passt, denn auch tink sieht sich künftig im Zentrum des deutschen und internationalen Smart-Home-Markts. Nicht nur in Deutschland agiert tink: Die Expansion in den USA läuft gerade richtig an. Dass die Deutsche Bank dem Unternehmen, bei dem aktuell 84 Mitarbeiter arbeiten, eine solche Paradefläche für sechs Monate zur Verfügung stellt, freut die beiden tink-Gründer Julian Hueck und Marius Lissautzki. "Eines Tages müsste so ein Store direkt neben einem Apple Store liegen", sagt Hueck im Gespräch mit LEAD. Denn auch er weiß, dass Besucher der Apple Stores dank des HomeKit-Systems von Apple auch zur Connected-Home-Zielgruppe von tink gehören.

Apple und tink, da gibt es schon Ähnlichkeiten. Apple warb lange mit dem legendären Slogan "Think different", erdacht von Steve Jobs und seiner Marketing-Abteilung. Für tink gilt wiederum: tink different.

Hier im Berliner "Smart Home Store" an der Friedrichstraße gibt es, im Gegensatz zu den Smart-Home-Regalen der großen Ketten wie MediaMarkt oder Saturn, nichts zu kaufen. Ansehen ja, anfassen und ausprobieren sowieso. Aber bestellt werden soll dann bitte von zu Hause auf der Plattform tink.de, that’s the difference.

Ein paar Eindrücke von tinks Showroom:

  • Tink Store 1
    (Bilder: LEAD/Michael Gronau)
  • Tink Store 2
  • Tink Store 3
  • Tink Store 4
  • Tink Store 5

Die tink-Taktik

Auf den ersten Blick ein riskantes Unterfangen, bieten doch Marktgrößen wie Amazon, Apple selbst und eben Ketten wie MediaMarkt & Co. in ihren Shops die gleichen Connected-Home-Produkte zum Kauf an. Doch die tink-Taktik ist eine andere: Smart-Home-Interessenten werden persönlich beraten, online auf der Website im Chat, vor Ort daheim, wenn eventuelle Installationsprobleme mit Produkten sich nicht am Telefon lösen lassen, und eben im Showroom an der Friedrichstraße, der mittlerweile der zweite in der Hauptstadt ist. Der erste Store liegt in der Gipsstraße, ebenfalls im Stadtbezirk Mitte. Dort befindet sich auch die tink-Firmenzentrale.

Der Vorteil für Kunden: Anhand der eigenen smarten Bedürfnisse stellen die tink-Experten Kaufinteressenten ganze Systeme zusammen, von der smarten Türklingel über Rauchmelder und intelligente Steckdosen bis zu Licht-Installationen oder Outdoor-Security-Cams. Klappt etwas daheim beim DIY-Einbau nicht, wird der Kunde nicht alleingelassen. Kann die Angelegenheit im Chat nicht geklärt werden, fährt notfalls fährt ein Partner aus dem tink-Servicenetz raus und hilft beim Kunden vor Ort.

24 Produkte, drei System-Walls

Im Store selbst werden im Rahmen des neuen Retail-Konzepts von tink 24 Produkte zum Ausprobieren angeboten, dazu gibt es drei System-Walls mit Produkten von Apple, Amazon und Google. Dazu stehen bisher in Deutschland nicht erhältliche Devices wie der Google Hub oder Facebook Portal bereits schon im tink-Store-Regal.

Ein umfassender Überblick, den Big Player wie Amazon (mit gelegentlichen Pop-up-Stores für zwei Wochen) oder MediaMarkt im Bereich Smart Home nicht leisten können. Und nicht leisten wollen. Beratung und Service – tink different: Genau das macht den Unterschied. Daher kann tink an der Friedrichstraße auch alle wichtigen Smart-Home-Systeme zeigen, von Google, von Amazon, von Apple, aber auch von Bosch, Eve, tado und anderen wichtigen Smart-Home-Anbietern.

Tink Gruender Links Hueck Rechts Lissautzki
Die tink-Gründer Julian Hueck und Marius Lissautzki (Bild: tink)

Vierstellige Warenkörbe

Keine Preisschilder, keine Sonderaktionsflächen, keine Kasse. Stattdessen gibt es Berater, die gern die smarten Features einzelner Produkte demonstrieren und auch miteinander vergleichen. Wer sich damit gut beraten fühlt, wird online später auch nicht die eine smarte Türklingel in den Warenkorb legen, sondern häufig gleich das ganze Haus oder die komplette Wohnung smarter machen. So füllt sich der Warenkorb dann auch schon mal vierstellig – gut fürs Geschäft, das zwischen 35 und 50 Prozent pro Jahr wächst.

Mit Interesse beobachtet das Berliner Unternehmen aber auch den Automotive-Markt. Selbstfahrende Autos und Elektrofahrzeuge – in diesem Bereich sind der smarten Ausstattung in den nächsten Jahren kaum Grenzen gesetzt. Zunächst erzählt Mitgründer Dr. Julian Hueck, werde tink aber in der Hauptstadt seine Retail-Idee noch einmal ausweiten. Gemeinsam mit Kapitalgeber Vattenfall soll ein Energie-Store, basierend auf den Erfahrungen des Showrooms im "Quartier Zukunft", eröffnet werden. Schließlich gehören smarte Heizkörperthermostate bzw. Tür- und Fenstersensoren schon heute zu den beliebtesten Connected-Home-Produkten.

Zukunftsfelder: Energie und Automotive

Der Energiestore wird ebenfalls in Berlin entstehen. Der Stadt, die tink "zur smarten Hauptstadt Europas" machen möchte. So dürfte sich "tink different" vor allem langfristig für tink auszahlen: Zwar nutzt derzeit schon jeder sechste Deutsche Smart-Home-Produkte. Doch bereits bis 2021, so die Prognosen, sollen sich in jedem zweiten deutschen Haushalt Connected-Home-Produkte befinden. Dann wäre jeder davon ein "Quartier der Zukunft", hoffentlich komplett ohne "E" und überall mit 5G. Auch an der smarten Milchkanne in der Küche…

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