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LEAD-Kolumnist Matthias Mehner (Grafik: Uli Kurz/Foto: Martin Kroll)
Messenger E-Commerce leadfaces

Threads: Ein britischer Fashion-Shop wird zum Pionier des Chat-Commerce

E-Commerce ohne Onlineshop? Beim Luxusfashion Marktplatz Threads kann man nur über Messenger einkaufen.

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Lösen Messenger bald Webseiten ab? Das haben wir letzens hier schon mal diskutiert. Bei einer normalen Unternehmens-Webseite konnte ich mir das vorstellen. Ein E-Commerce-Unternehmen braucht aber einen Onlineshop, Bilder, Produktbeschreibungen, Bewertungen und Google Optimierung. Oder?

Threads, ein Fashion-Marktplatz aus dem Vereinigten Königreich, verkauft Luxusmarken wie Dior, Fendi, Chopard und rund 250 andere Marken ausschließlich über Messenger wie WhatsApp oder WeChat.

Gerade bei Fashion-Shopping denken wir ja gern an digitale Schaufenster wie Apps oder Onlineshops. Threads hatte beides noch nie, sondern setzte von Anfang an auf Beratung und Verkauf via Messenger-Apps.

Das in London ansässige Unternehmen bietet Kunden, die meisten von ihnen zwischen 20 und 30 Jahre alt, weiblich und natürlich gut bei Kasse, eine maßgeschneiderte Auswahl an Luxusmode. Über Dienste wie WeChat, WhatsApp, Snapchat, Instagram und Apples iMessage bietet ein Team von echten Menschen (keine Chatbots!) Style-Beratung an und vermittelt die passenden Designerstücke.

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100% kundenorientiert!

"Wir haben ganz bewusst keine Website für Konsumenten erstellt, so wie wir auch keine App gebaut haben", erklärte Gründerin und Geschäftsführerin Sophie Hill in einem Interview. "Die Idee hinter Threads ist Kuratierung und Bequemlichkeit. Es ist ein kundenorientiertes Geschäft und unsere Kunden kommunizieren am liebsten über Messenger.“

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(Screenshot: threadsstyling.com)

Auf einen Onlineshop zu verzichten hat aber noch weitere Vorteile. Ohne Website und App konzentriert sich das Entwicklerteam stattdessen auf Möglichkeiten, das Shopping-Erlebnis zu verbessern: personalisierte Beratung. Dafür benötigt es natürlich eine besondere IT-Infrastruktur im Hintergrund. Irgendwoher müssen die Assistenten ja die Informationen bekommen, was jetzt zu welchem Kunden und zu welchem Geschmack passen könnte, welcher Designer und welche Marke denn die Richtige ist.

Angefangen haben sie damit bereits 2010. Damals waren Messenger wie WhatsApp oder Facebook Messenger zwar schon beliebt, boten aber noch keinerlei Funktionen für Unternehmen. WeChat war schon damals Vorreiter im Bereich Social/Messenger Commerce und diente wohl zu der Zeit als Inspiration für Threads.

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Onlineshopping, als wäre man in einer Boutique

Auf der Webseite beschreibt Threads seinen Service so: „Durch die Nutzung von Chat-Plattformen haben wir die Möglichkeit, eine neue Art des Einkaufens anzubieten, eine, die hochgradig persönlich und interaktiv ist, ähnlich dem, was man erleben würde, wenn man in ein Kaufhaus gehen würde.“

Und das Model zahlt sich aus. Da die Verbindung per Chat zwischen Designern und Stylisten zu den Kunden so persönlich und die Kommunikation über Messenger so einfach und natürlich ist, geben Kunden (besonders in Asien) weit mehr pro Einkauf aus als in herkömmlichen Apps, Online-Stores oder auf Marktplätzen.

Fünf-Sterne-Service braucht kein Marketing

Ein weiterer Bereich, in dem sich die Kosten von Threads deutlich vom typischen E-Commerce-Geschäft unterscheiden, ist die Kundengewinnung. Hill sagt, dass das Start-up nie wirklich ein eigenes Marketingbudget hatte. Stattdessen ist Threads vor allem durch Mundpropaganda unter den Nutzern gewachsen, später über organische Posts und Storys besonders bei Instagram.

Threads Styling Luxury Fashion Inspire Shop Looks
(Screenshot: threadsstyling.com)

Ich glaube fest an diese Art von Conversational Commerce, auch wenn ich mir heute selbst ein Onlineshop-Business ohne Bilder, Videos und Google-Optimierung nur schwer vorstellen kann. WhatsApp und Co. haben diese Entwicklung aber sicherlich auf dem Schirm und werden in naher Zukunft hier noch mehr Möglichkeiten für genau diesen Zweck anbieten.

Für Threads läuft es scheinbar wie geschmiert, laut Techcrunch hat das Londoner Start-up gerade 20 Millionen US-Dollar Investment bekommen.

Zum Autor: Matthias Mehner ist Vice President Strategy & Innovation bei WhatsBroadcast. Für LEAD schreibt er über das Thema Messenger.

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