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Apple Watch 5 Titangehaeuse
Die neue Apple Watch 5 ist auch mit Titangehäuse erhältlichh (Foto: Apple)
Apple Test Tipps

Test: Eine Woche mit der neuen Apple Watch 5

Watch out! Seit letzter Woche ist die Series 5 der beliebtesten Smartwatch der Welt, der Apple Watch, erhältlich. LEAD-Autor Michael Gronau zieht nach seinen sieben Tagen mit der Uhr ein erstes Fazit.

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Über Wochen hatten Spekulationen zu den drei neuen iPhones die Apple-Gerüchteküche beherrscht. Hinweise zu einer neuen Apple-Watch-Generation blieben nahezu aus. Dass die Series 5 dann doch gemeinsam mit den iPhones vorgestellt wurde, überraschte aber nicht: Traditionell hatte Apple die Watch häufig im Herbst modernisiert.

Ich habe die neue Apple Watch 5 in der Alu-Version, 44 mm mit arktisblauem Armband, jetzt eine Woche ausprobiert. 70 Prozent aller Apple-Watch-Nutzer sind übrigens Erstkäufer, ermittelte CNBC.

Ich selbst besitze alle Generationen seit dem ersten Verkaufsstart und konnte die Uhrenmodelle so bereits über die Jahre immer gut vergleichen. Die generellen Specs der neuen Series 5 sollten potenzielle Käufer inzwischen bekannt sein. Watch out: Ich halte mich daher an darüberhinausgehende interessante Entdeckungen in meinen ersten sieben Tagen mit der Series 5.

Apple Watch 5 Armbaender
Zum Release der Watch 5 verkauft Apple auch Armbänder in neuen Herbstfarben (Foto: Apple)

Beginnen wir mit meinen Beobachtungen zu dem neuen Feature, das Apple bei der Series 5 ganz prominent in den Vordergrund rückt: das neue "Always on Display"-Feature ("Immer eingeschaltet").

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Kein sogenannter Brancheninsider hatte diese neue Funktion vorab auf dem Zettel. Eigentlich seltsam, denn das Feature ist überfällig. Während viele andere Smartwatches es dem Nutzer schon seit Jahren ermöglichen, dass der Bildschirm dauerhaft zu sehen ist, hat das bei Apple deutlich länger gedauert. Zuvor – bis einschließlich Series 4 – dunkelte sich der Bildschirm beim Senken des Arms immer wieder komplett ab. User konnten bis dahin nur entscheiden, ob sie das Display für 15 oder für 70 Sekunden beim Anheben des Arms aktivieren wollten.

In der neuen Spiegel-Ausgabe spottet Kolumnist Stefan Kuzmany angesichts des neuen Always-on-Displays: "Und kommt (2020) womöglich sogar eine Apple Watch, deren Ziffernblatt ständig zu sehen ist und die ganz ohne Batterie auskommt, weil sie mit einem komplexem Zahnradsystem angetrieben wird?" Trotz aller Häme im Netz: Die "Immer eingeschaltet"-Funktion ist ein großer Sprung für Watch-User.

Apples Werbe-Motto heißt "Diese Uhr hat ein Display, das niemals schläft." Meine erste Testwoche mit der Uhr zeigt aber: Auch hier gibt es gewisse Einschränkungen, die du vor dem Kauf der Series 5 im Hinterkopf haben solltest. "Always on" heißt nämlich nicht "immer an".

Apple Watch 5 Ansicht Zifferblatt
Auch ein minimalistisches neues Zifferblatt wurde mit watchOS 6 ausgeliefert (Foto: Apple)

Apple hat an dieser Stelle Reglementierungen vorgenommen. Möglich macht es das neue LTPO-Display mit einer variablen Bildwiederholfrequenz, die je nach Aktivität des Wearables zwischen 60 und 1 Hz umschalten kann.

Die Zeitanzeige wird nur einmal in der Minute aufgefrischt, wenn das Handgelenk nach unten gerichtet ist, gleiches gilt für die sogenannten Komplikationen auf dem Zifferblatt. Auch blendet die Uhr teilweise den Sekundenzeiger aus, um Akku zu sparen. Überhaupt nicht aktiv sind dann Komplikationen mit Live-Daten (zum Beispiel vom Kompass). Komplikationen zu Kalender, Wetter oder Drittanbieter-Anwendungen werden teils nur unregelmäßig beziehungsweise nach Bedarf aktualisiert, mindestens aber einmal pro Minute.

Generell lässt sich „Immer eingeschaltet“ auch deaktivieren. Zu finden ist diese Option unter Einstellungen -> Anzeige & Helligkeit -> Immer eingeschaltet auf der Uhr selbst. Pro-Tipp: Dort können sich auch stromfressende Komplikationen wie Nachrichten oder Kalender-Termine ausblenden lassen. Gut für Sportler aber: Die Trainings-App bleibt während Eures Sports sichtbar, Workout-Infos sind also immer zu sehen.

Apple Watch 5 Neues Zifferblatt
Anprobe mit der neuen Apple Watch 5 im Store (Foto: Apple)

Zurück zu den Eindrücken des eigentlichen Bildschirm der neuen Series 5. Die Specs sind die gleichen. Die Series 5 wurde aber um Titan- und Keramik-Gehäuse ergänzt. Alu bleibt die günstigste Variante (ab 449 Euro), gefolgt von der Edelstahl (ab 749 Euro). Titan beginnt bei 849 Euro, Keramik bei 1399 Euro.

Gefühlt wirkt der neue Screen aber „more crispy“, vielleicht der typisch-psychologische Effekt nach einem Neukauf. Eine Veränderung bemerkte ich gleich nach dem Koppeln der Uhr: Das Infograph Watchface sah merkwürdig blass aus. Mein Lieblings-Watchface war plötzlich kein Hingucker mehr. Wer vor dem gleichen Problem steht: Apple hatte wohl einige kritische Kommentare erhalten, das Infograph-Watchface sei zu bunt und damit zu unübersichtlich. Für mich galt eher das Gegenteil. Das Watchface mit seinen gleich acht Anzeige-Optionen gewann meiner Ansicht nach durch die vielen Farben.

Wer doch lieber die alte Version bevorzugt: Um das Infograph Watchface wieder in den ursprünglichen Farbzustand zu versetzen, drücke auf das Infograph Watchface, wähle danach die Option "Anpassen". Wähle die Farbanpassung aus und drehe die Digitale Krone solange bis die Farb-Option "Schwarz" erscheint. Und siehe da: Alle acht Komplikationen werden wieder in ihren Original-Farben angezeigt.

Wer mag, kann sich zudem an neuen Zifferblättern erfreuen. Nette Sache, auch wenn ich aufgrund der Vielfalt beim Infograph Watchface bleibe. Schade bleibt auch mit Series 5: Watchfaces von Drittanbietern erlaubt Apple nicht, nur eigene Kreationen.

Apple Watch 5 Kompass
Die neue Kompass-App auf der Series 5 (Foto: Apple)

Auch im App-Store-Bereich hat sich bei der Series 5 einiges zum Guten bzw. noch besseren getan. Der App Store auf der Uhr sieht auch optisch moderner aus. Die Ladezeiten von Apps haben sich deutlich verringert. Auch die Auswahl ist größer geworden: Neben dem überfälligen Kompass spendiert Apple der Series 5 erstmals eine eigene Taschenrechner-App. Auf dem iPad fehlt eine hauseigene Rechner-App weiterhin, auf der Watch nun nicht mehr.

Extra-Tipp zum Ausprobieren: Drückst du auf die Prozenttaste, rechnet die neue App auch gleich das Trinkgeld im Restaurant aus bzw. teilt den gesamten Rechnungsbetrag unter der Anzahl der am Essen teilnehmenden Personen auf.

Nützlich in der ersten Woche war auch die Möglichkeit, direkt auf der Series 5 Sprachmemos aufzuzeichnen. Auch der Geräuschpegel lässt sich nun messen. Für die App zum Zyklusprotokoll bin ich nicht die Zielgruppe, die neue Anwendung wird von vielen Frauen aber bereits mit Lob überhäuft. Eine eher unbekannte Drittanbieter-Basic-App für die Series 5 ist MiniWiki, damit finden Wikipedia-Einträge jetzt auch direkt ihren Weg auf die Uhr, dank des neuen großen Updates sogar auch in deutscher Sprache.

Apple Watch 5 Hermes Edition
Die Luxusvariante der Watch 5: die Hérmes-Edition (Foto: Apple)

Fazit nach einer Woche

Nach einer Woche mit einem neuen Modell kann es nur erste Eindrücke geben, kein Gesamtbild. Aber auch wenn die Neuerungen und Verbesserungen auf den ersten Blick wie (notwendige) Ergänzungen wirken: Die Series 5 ist die logische und konsequente Weiterentwicklung der Series 4, kein Quantensprung, aber eine elementare Justierung an so vielen kleinen Stellen.

An der Series 5 zeigt sich wieder: Apple hat mit der Watch einen Masterplan, eine durchdachte Roadmap. Das smarte Gadget, von den meisten Kritikern schon nach dem Launch der ersten Generation totgesagt, ist aus meinem Alltag nicht mehr wegzudenken. Und das gilt laut den hervorragenden Verkaufszahlen auch für die Millionen anderer Watch-User.

Apple untermauert mit der Series 5 seine Vormachtstellung auf dem Smartwatch-Markt und wird sie auf lange Sicht auch behalten, wenn das Unternehmen sie weiterhin so intelligent weiterentwickelt.

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Die neuen iPhones werden in diesem Herbst von Apple ins Rampenlicht gerückt. Doch die Smartphone-Sparte schwächelt, die Verkäufe rutschten zuletzt stärker als gewohnt ins Minus. Mit einem Strategiewechselwill sich der Konzern für die Zukunft rüsten. Ob der Plan aufgeht, erfährst du jetzt im aktuellen LEAD Bookazine 3/2019.

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