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TechTäglich – die Technik-Kolumne von LEAD erscheint montags bis freitags immer um 11 Uhr
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TechTäglich: Weltpremiere – Radarfallen gegen Handy-Autofahrer

Vor dem Mittagessen die wichtigsten, interessantesten und amüsantesten Technik-Meldungen des Tages: Das ist die Technik-Kolumne von LEAD, die von Montag bis Freitag erscheint – immer um 11 Uhr. Das Neueste von Apple, Amazon, Facebook oder Google. Kurz, knackig, unterhaltsam. Sozusagen "Technik al dente".

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Weltpremiere: Radarfallen gegen Handy-Autofahrer

Handy Radarfalle
Wird teuer: Ein ertappter Sünder bei der australischen Handy-Überwachung (Foto: NSW Government)

Weltpremiere in Australien: Der Bundesstaat New South Wales nimmt im Dezember die ersten 45 Radarfallen in Betrieb, die Autofahrer überführen und fotografieren, die am Steuer ihr Smartphone verwenden. Verkehrsminister Andrew Constance erklärte bei der Vorstellung der neuen Technik, die allerdings gar nicht mit Radar arbeitet: "Ich bin davon überzeugt, dass die Handynutzung am Steuer auf einem Level mit Fahren unter Alkoholeinfluss liegt. Und deshalb soll jeder Fahrer, der das tut, wissen, dass er erwischt wird. Jederzeit und überall." Das System funktioniert laut ABC Australien mit künstlicher Intelligenz und zwei Kameras. Eine Kamera fotografiert das Nummernschild, die andere erfasst die Hände des Fahrers.

Die KI trifft eine erste Auswahl, auf welchen Fotos Smartphonemissbrauch zu erkennen sein könnte. Vorerst analysieren dann noch menschliche Mitarbeiter die Bilder, und sprechen die Strafe von rund 210 Euro aus. Einige der Kameras werden fest installiert, andere sind mobil unterwegs. Auch die ebenfalls verbotene Smartphone-Nutzung an Ampeln oder in Staus wird überwacht. In ersten Tests hat das System 8,5 Millionen Autos überprüft und dabei über 100.000 Handy-Sünder identifiziert – rund sechsmal mehr als mit konventionellen Kontrollen. Ein Fahrer verwendete dabei ein iPhone und ein iPad gleichzeitig. New South Wales investiert vorerst rund 54 Millionen Euro in die neue Technik, die die Zahl der Verkehrstoten und Schwerverletzten innerhalb von fünf Jahren um mindestens 100 reduzieren soll. Verkehrsminister Constance: "Es geht nicht um Einnahmen, es geht um Menschenleben."

All you can App: Google mit schneller Antwort auf Apple Arcade

Das ging flott: Erst letzte Woche hat Apple seine Spiele-Flatrate Arcade gestartet, deren Nutzer für 4,99 Euro im Monat Zugriff auf rund 100 exklusive Spiele erhalten. Nun hat Google bereits reagiert, und seinen Konkurrenten "Play Pass" vorgestellt, der in den USA ebenso wie Arcade 4,99 Dollar kostet. Im Vergleich zu Apple ist die Auswahl bei Google mit über 350 Apps größer, und nur zwei Drittel des Angebots bestehen aus Spielen. Dafür gibt es aber keine exklusiven Apps.

Stattdessen bedient sich Google aus dem normalen Play-Store-Fundus, vom Spiele-Hit "Stardew Valley" bis zur populären Wetter-App "AccuWeather". "Genieße Apps und Spiele ohne Werbung und ohne In-App-Käufe", wirbt Google für sein neues Angebot, das laut Blogeintrag noch diese Woche in den USA starten soll. Weitere Länder folgen demnach "bald". Die Apps, die in der Google-Flat enthalten sind, bleiben aber auch nach wie vor zu normalen Konditionen im Play Store verfügbar. Ähnlich wie bei Apple Arcade können sich auch beim "Play Pass" bis zu fünf Familienmitglieder die Apps teilen.

Microsoft warnt: Nicht mit dem Internet Explorer surfen!

Internet Explorer
"E" wie "Ersetzen": Wer jetzt noch mit dem Internet Explorer surft, surft brandgefährlich (Foto: Microsoft)

Der Browser des Bösen sorgt wieder für Negativ-Schlagzeilen. Microsoft hat erneut eindringlich vor der Nutzung seiner antiken Surf-Software Internet Explorer gewarnt. Denn Google und Microsoft haben eine weitere schwere Sicherheitslücke gefunden, die laut PC World praktisch jede Version des Explorers für Windows 7, 8.1 und 10 betrifft. Sie kann dazu führen, dass nach dem Besuch einer einzigen verseuchten Website Angreifer die Kontrolle über den kompletten PC des Nutzers übernehmen können.

"Ein Angreifer könnte die gleichen Benutzerrechte wie der aktuelle Benutzer erhalten", beschreibt Microsoft die drastischen Konsequenzen. "Wenn der aktuelle Benutzer des PCs mit administrativen Rechten angemeldet ist, könnte ein Angreifer die Kontrolle über ein betroffenes System übernehmen. Er kann dann Programme installieren, Daten anzeigen, ändern oder löschen, oder neue Konten mit vollen Benutzerrechten erstellen." Sensible Daten wie Passwörter stehen einem Angreifer dann quasi zur freien Verfügung. Wer diesen Nervenkitzel nicht braucht, surft besser mit den aktuellen Versionen von Firefox, Safari, Opera, Microsoft Edge oder dem allerdings in Sachen Datenschutz bedenklichen Chrome.

Wolfsburg mit dem ersten 5G-Bundesligastadion

Wolfsburg 5 G
Fußballfans in Wolfsburg müssen künftig nicht mehr 90 Minuten auf den Rasen schauen (Foto: DFL)

Montagsspiele in der Fußball-Bundesliga sind so beliebt wie, nun ja, Fußpilz. Das triste 1:1 zwischen Wolfsburg und Hoffenheim gestern Abend machte dabei keine Ausnahme. Um wenigstens ein paar positive Schlagzeilen einzusammeln, stellte der VfL Wolfsburg bei dem Spiel seine neue Digitalstrategie vor. Im Mittelpunkt steht dabei die heimische Volkswagen Arena als erstes 5G-Bundesligastadion. Für dieses Projekt aktivierten der Klub, die Deutsche Fußball Liga DFL und Vodafone gestern die erste 5G-Funkzelle im Stadion und starteten damit den Testbetrieb.

Wenn ab 2020 in größerem Umfang 5G-Smartphones verfügbar sind, können VfL-Fans auf ihrem Handy beispielsweise sehen, mit welchem Tempo ein Stürmer gerade Richtung gegnerisches Tor läuft. Weil 5G die Daten praktisch in Echtzeit überträgt, sind mit einer App Informationen zum Spiel, Einblendungen und auch Augmented-Reality-Animationen live verfügbar. Ein Fan, der sein Smartphone Richtung Spielfeld hält, sieht dann beispielsweise die Laufwege eines Spielers auf einer Heatmap über den Rasen gelegt. Dafür erfasst die DFL bei jeder Partie rund 3,6 Millionen Positionspunkte der Spieler. Ob das spannender ist, als ein Fußballspiel einfach live im Stadion zu genießen, muss die Zukunft zeigen.

Born in the USA: Der neue Mac Pro kommt aus Texas

Mac Pro Usa
Born in the USA: Apples Beitrag zum 70. von Bruce Springsteen (Foto: Apple)

Apple hat bestätigt, dass der neue Hochleistungs-Rechner Mac Pro nicht in China produziert wird, sondern wie schon der Vorgänger in einer Fabrik in Austin/Texas. Damit will das Unternehmen sowohl drohenden Strafsteuern aufgrund des US-Handelsstreits mit China entgehen, als auch die heimische Wirtschaft stärken. "Wir glauben zutiefst an die Kraft der amerikanischen Innovation. Aus diesem Grund wird jedes Apple-Produkt in den USA entwickelt", lässt sich CEO Tim Cook in einer patriotischen Stellungnahme zitieren.

Damit der Mac Pro, der noch in diesem Herbst starten soll, nicht nur "Designed by Apple in California" ist, sondern auch "Made in USA", sind zwölf Zulieferer aus diversen Bundesstaaten an der Produktion beteiligt. Insgesamt liegt der US-Anteil an der Wertschöpfung laut Apple zweieinhalb mal höher als beim Vorgänger. Für zehn der 15 Komponenten, die weiterhin aus China kommen, hat sich Apple von der US-Regierung offenbar eine Befreiung von Strafsteuern zusichern lassen. Erst das soll die heimische Produktion in der Fabrik in Austin ermöglichen, in der bereits seit 2013 der bisherige Mac Pro hergestellt wurde.

Das Ende vom LEAD: Wenn die Greta (nicht) mit dem Donald

Klima-Queen Greta Thunberg wollte die Zeit auf ihrer Nordamerika-Reise ausdrücklich nicht für ein Treffen mit Klimaleugner Donald Trump verschwenden. Nun trafen die beiden doch aufeinander – ungeplant und nur für einen kurzen, zufälligen Moment am Rande des UN-Klimagipfels in New York. Twitter feiert den Greta-Todesblick auf den Präsidenten. Und das Online-Magazin The Cut titelt: "Greta Thunberg erwärmt versehentlich den Globus mit ihrem sengenden Blick." Vielleicht das Social-Media-Gif des Jahres. Motto: "The Gif to end all Gifs."

Übrigens: TechTäglich gibt es auch als Newsletter und als Skill ("Alexa, öffne LEAD digital Tech").

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