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TechTäglich – die Technik-Kolumne von LEAD erscheint montags bis freitags immer um 11 Uhr
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TechTäglich: Neu in Deutschland – das smarte Schlagloch

Vor dem Mittagessen die wichtigsten, interessantesten und amüsantesten Technik-Meldungen des Tages: Das ist die Technik-Kolumne von LEAD, die von Montag bis Freitag erscheint – immer um 11 Uhr. Das Neueste von Apple, Amazon, Facebook oder Google. Kurz, knackig, unterhaltsam.

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Neu in Deutschland: Das smarte Schlagloch

Actibump
Actibump – das schlaueste Schlagloch aller Zeiten (Foto: Edeva)

Brems! Quietsch! Holper! So klingt eine Neuerung im deutschen Straßenverkehr in der Sprache von Donald Duck, der am Sonntag seinen 85. Geburtstag feiert. Das schwedische Unternehmen Edeva hat das erste smarte Schlagloch erfunden, das dafür sorgen soll, dass sich Autofahrer ans Tempolimit halten. Der Name Actibump ("Active Bodenwelle") beschreibt bereits, um was es geht. Im Normalzustand ist die Straßenoberfläche beim Actibump glatt und eben. Wenn ein Radargerät oder Induktionsschleifen davor aber messen, dass ein Auto zu schnell unterwegs ist, senkt sich eine Klappe ab. So entsteht ein sechs Zentimeter tiefes smartes Schlagloch, das den Fahrer einbremsen soll.

Schäden am Auto entstehen laut Edeva dadurch nicht – zumindest nicht, wenn sich das Fahrzeug in ordnungsgemäßem Zustand befindet. Rettungsfahrzeuge im Einsatz können das Hindernis per Transponder deaktivieren, so die Auto, Motor und Sport. Auf größere Fahrzeuge wie Busse spricht der Actibump gar nicht erst an. Und im Gegensatz zu stationären Bodenwellen behindert die Neuheit Reinigungs- und Räumdienste nicht. Kommunen können die Erfindung aber auch zur Verkehrssteuerung nutzen, und die dolle Delle nur zu bestimmten Zeiten als Tempobremse aktivieren. Die Kosten für zwei Fahrspuren liegen bei 45.000 Euro. Hanau hat den Actibump als erste deutsche Stadt bestellt und bremst damit ab Spätsommer Temposünder ein. Per Radarfalle könnte sich die Investition praktisch von selbst finanzieren.

Stadia: So funktioniert Googles Spiele-Offensive

Google hat gestern im Vorfeld der Messe E3, die am Dienstag in Los Angeles startet, alle wichtigen Details zu seinem Spiele-Streaming Stadia präsentiert. Das Angebot startet im November in Deutschland und in 13 weiteren Ländern. Wer noch dieses Jahr loslegen will, muss sich die "Founder's Edition" für knapp 130 Euro zulegen. Sie bietet ein dreimonatiges Spiele-Abo, den Controller und den TV-Dongle Chromecast zur Verbindung mit dem Fernseher. Ab Anfang 2020 sollen dann auch Abos um die zehn Euro pro Monat ohne Hardware verfügbar sein.

Stadia streamt Spiele aus der Cloud auf praktisch jeden beliebigen Bildschirm. Die Hardware des Endgeräts vom Smartphone bis zum Fernseher spielt dabei keine Rolle mehr, weil die aufwändige Berechnung der Spiele bereits auf dem Server stattfindet. Leistungsstarke Spielkonsolen à la PlayStation 4 und Xbox One könnten damit langfristig überflüssig werden. Dazu muss Google aber das Problem mit dem Zeitversatz zwischen der Eingabe des Spielers und dem Streamen von Bild und Ton auf den Bildschirm lösen. Diese Latenz soll der Stadia-Controller minimieren, der sich per WLAN direkt mit Googles Servern verbindet. Ein überschaubar schneller Internetanschluss mit 10 Mbit pro Sekunde reicht laut Google bereits für HD-Bilder aus. 4K, HDR und Surrond-Sound sollen 35 Mbit/s erfordern. Stadia, so das Magazin Kotaku, startet mit Top-Titeln wie "Baldur’s Gate 3", "Ghost Recon: Breakout", "Destiny 2" oder "Doom Eternal".

Wird die PlayStation 5 die letzte PlayStation?

Jim Ryan
Ist die PS5 die letzte PlayStation ihrer Art? Selbst "Mr. PlayStation" Jim Ryan rätselt (Foto: Sony)

Verdrängt Spiele-Streaming à la Google Stadia die klassische Hochleistungs-Konsole à la PlayStation oder Xbox? Langfristig dürfte es kaum mehr Sinn machen, Spiele aufwändig auf einem eigenen Gerät zu berechnen, wenn sich Bild und Ton in Top-Qualität auch direkt aus dem Netz auf jedes beliebige Display streamen lassen. Microsoft arbeitet mit "Project Scarlett" bereits an einem Stadia-Konkurrenten. Und auch Sony hat sich jetzt erstmals zur Zukunft der PlayStation geäußert. 2020 erscheint mit der PlayStation 5 noch einmal eine klassische (und vielleicht dann bereits veraltete) Super-Konsole. Ob das dann der letzte Spiele-Dino vor dem Aussterben ist, halten sich die Japaner offen.

"Ich weiß es wirklich nicht", erklärte PlayStation-Chef Jim Ryan in einem Interview mit CNET. "Ich bin ja schon eine Weile in diesem Geschäft. Und bereits 2012 haben mir schlaue Leute von mobilen Geräten vorgeschwärmt, und vor einem Riesenflop mit der PlayStation 4 gewarnt" – von der Sony mittlerweile aber stolze 97 Millionen Stück verkauft hat. Ryans Zukunftsvision für die PlayStation 6: "Vielleicht bekommen wir ein Hybrid-Modell zwischen Konsole und Cloud. Ich habe keine Ahnung. Und wenn ich es wüsste, würde ich es nicht sagen." Auf der E3 wird es dazu keine Neuigkeiten geben. Denn Sony schwänzt die Messe und setzt stattdessen auf eigene Events.

Walmart liefert Lebensmittel bis in den Kühlschrank

Walmart In Home
Dahoam is dahoam – wo Walmart den Kühlschrank auffüllt (Foto: Walmart)

Lebensmittel, die der Bote von Amazon Fresh an der Haustür abliefert – das geht noch besser, findet Walmart. Der US-Supermarktriese will die Ware künftig direkt in den Kühlschrank legen. Für den neuen Service "Walmart InHome" erhalten die Kuriere mit smarten Schlössern einmaligen Zutritt in die Wohnung. Sie tragen kleine Kameras an der Kleidung, mit denen die Kunden beispielsweise von der Arbeit aus verfolgen können, was in ihren vier Wänden geschieht. Laut Walmart erhalten die Mitarbeiter Schulungen, wie sie Kühlschränke optimal organisieren und füllen, und wie sie "eine fremde Wohnung mit der gleichen Sorgfalt und Respekt behandeln wie ihre eigene".

Zudem können Kunden Rücksendungen an Walmart in ihrer Wohnung bereitlegen, die die Boten dann mitnehmen. "Walmart InHome" startet im Herbst für mehr als eine Million Kunden in Kansas City, Missouri und Pittsburgh. Alle Details stellt das Unternehmen auf einer eigenen Seite vor. O-Ton: "Jetzt können wir Kunden nicht nur auf der letzten Meile bedienen, sondern auch auf den letzten Metern." Wie erfolgversprechend das neue Angebot ist, bleibt abzuwarten. Amazon hat 2017 einen ähnlichen Service gestartet und nach einem Jahr wieder eingestellt.

Apple-Designer schlägt Glasdach für Notre Dame vor

Apple Notre Dame
Glasnost auf der Notre Dame – dem Apple-Store-Designer schwebt ein transparentes Dach vor (Foto: Eight Inc.)

Bekommt Notre Dame ein Glasdach und einen Glasturm im Stil eines Apple Stores? So stellt sich jedenfalls das Designunternehmen Eight Inc. die Neugestaltung der Kathedrale in Paris vor, die am 15. April bei einem Großbrand schwer beschädigt wurde. Die Firma hat zahlreiche und oft Aufsehen erregende Läden für Apple gestaltet, darunter den gläsernen Würfel auf der 5th Avenue in New York. Nun hat Eight Inc. seine Ideen für die künftige Gestaltung von Notre Dame präsentiert, die tatsächlich an einen riesigen Apple Store auf dem Kirchendach erinnern. Die Glaskonstruktion soll dabei so stabil konstruiert sein, dass sie ohne Träger im Inneren auskommt.

Agentur-Gründer Tim Kobe über den Entwurf: "Er ist spirituell und leuchtend. Und er erinnert uns an die Unbeständigkeit der Architektur und an die Unbeständigkeit des Lebens". Deshalb sei selbst auf einem historischen Gebäude wie Notre Dame solch eine völlig neue und hochmoderne Gestaltung kein Sakrileg. Devin Coldewey, Autor des US-Magazins TechCrunch, zeigt sich weniger begeistert: "Mir erscheint das so unpassend, dass es an eine Parodie grenzt. Eine gotische Kathedrale mit einem gigantischen Sonnendach dürfte genau das Gegenteil von dem sein, was sich die Schöpfer der Kirche wünschen würden." Coldewey weiß aber auch, dass er sich keine großen Sorge machen muss: "Ich glaube nicht, dass die Franzosen das so bauen werden."

Das Ende vom LEAD: Antikes Buch als iPad-Hülle

Hier kommt die ungewöhnlichste iPad-Hülle, die es je gab. Das BookBook Vol. 2 des US-Zubehörspezialisten TwelveSouth packt Apples iPad Pro in eine Art antikes Buch aus Leder, das aussieht wie eine mittelalterliche Bibel, und mit dem der Besitzer mächtig Eindruck schinden kann. An der Rückseite findet sich ein Loch für die Kamera. Und Apples Malstift sowie eine kleine Tastatur haben ebenfalls Platz in der Bücherhülle. Das BookBook Vol. 2 kostet 89,99 Dollar. Mit diesem Verbraucherhinweis verabschiedet sich TechTäglich ins lange Wochenende. Wir wünschen erholsame Pfingsten und melden uns am Dienstag zurück.

Übrigens: TechTäglich gibt es auch als Newsletter und als Skill ("Alexa, öffne LEAD digital Tech").

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