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TechTäglich – die Technik-Kolumne von LEAD erscheint montags bis freitags immer um 11 Uhr
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TechTäglich: iPhone und iPad – der erste App Store, der nicht von Apple ist

Vor dem Mittagessen die wichtigsten, interessantesten und amüsantesten Technik-Meldungen des Tages: Das ist die Technik-Kolumne von LEAD, die von Montag bis Freitag erscheint – immer um 11 Uhr. Das Neueste von Apple, Amazon, Facebook oder Google. Kurz, knackig, unterhaltsam. Sozusagen "Technik al dente".

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iPhone und iPad: Der erste App Store, der nicht von Apple ist

Alt Store
Nach alternativen Fakten gibt es nun auch einen alternativen App Store (Foto: AltStore)

Seit Apple 2008 seinen App Store eröffnet hat, ist er – von fragwürdigen Jailbreaks abgesehen – der einzige Weg, um Apps auf iPhone und iPad zu bekommen. Das erhöht gerade im Vergleich zu Android die Sicherheit enorm, schränkt aber auch die Auswahl ein. Wobei: Bei rund zwei Millionen iOS-Apps kann von einem knappen Angebot kaum die Rede sein. Trotzdem hat der kalifornische App-Entwickler Riley Testut jahrelang gebastelt – und nun den ersten inoffiziellen App Store gestartet, der ohne Jailbreak funktioniert, und der nicht von Apple stammt. Der Programmierer will damit "die Grenzen von iOS verschieben".

Im neuen "AltStore", also im alternativen App Store, sollen Apps verfügbar sein, deren Installation Apple offiziell nicht erlaubt – zum Start beispielsweise der Nintendo-Emulator Delta, der Mario-Spiele auch ohne Zustimmung des japanischen Herstellers auf iOS bringt. In Sachen Copyright ist das fragwürdig, das Interesse dürfte trotzdem groß sein. Testuts Idee täuscht einem iOS-Gerät vor, dass es sich bei einer App aus dem AltStore um ein selbst entwickeltes Programm handelt – für das Apples Restriktionen dann nicht gelten. Um den inoffiziellen Store verwenden zu können, müssen Nutzer einen so genannten "AltServer" auf einen Mac oder einen Windows-PC laden. Von diesem Rechner aus lassen sich die Apps dann per iTunes auf iPhone oder iPad installieren. Nach Ansicht von Experten hat das Projekt das Potenzial, das gesamte iOS-Ecosystem zu verändern – zum Guten wie zum Schlechten.

Echo Frames: Der erste Blick auf die Alexa-Brille

Letzte Woche hat Amazon die "Echo Frames" vorgestellt, die erste Brille mit Alexa-Sprachsteuerung. Nun hatte The Verge in einem Hands-on die Möglichkeit, einen ersten Blick auf die Smart-Brille zu werfen, mit der Amazon einen völlig anderen Weg geht als Google mit seinem gescheiterten "Glass"-Projekt. Die Echo Frames verzichtet komplett auf Kamera oder futuristische Augmented-Reality-Funktionen, und konzentriert sich ganz auf klassische Alexa-Sprachbefehle. Deshalb ist sie mit 31 Gramm angenehm leicht, und sieht für die Umwelt sehr dezent aus. Von den arg dicken Bügeln weiß nur der Nutzer.

Mit Mikrofonen und jeweils zwei Lautsprechern in beiden Bügeln ermöglicht die Frames die gewohnten Alexa-Dienste, vom Telefonieren über das Abspielen von Musik bis zum Vorlesen des Kalenders – nur eben per Brille, und ohne Smartphone in der Hand. Ein Android-Handy muss dabei per Bluetooth verbunden sein, iPhones bleiben vorerst außen vor. Der Akku reicht für rund drei Stunden Musik oder 14 Stunden Standby. Getönte oder Stärke-Gläser kann der Nutzer selbst vom Optiker einsetzen lassen. Wer sich nicht ganztägig von Alexa belauschen lassen will, kann die Mikrofone per Hardware-Knopf ausschalten. Die Echo-Brille ist vorerst nur in den USA und nur per Einladung für 180 Dollar zu haben.

Heute Update: Schreibprogramm Ulysses wird 18

Ulysses 18
Schreib weise: Das clevere Autorenprogramm Ulysses erscheint heute in Version 18 (Foto: Ulysses)

Erwachsen ist das Schreibprogramm Ulysses aus Leipzig, mit dem jede Ausgabe von TechTäglich entsteht, natürlich schon längst. Schließlich hat Entwickler BlueTec (heute Ulysses GmbH) die erste Version bereits 2003 veröffentlicht. Nun feiern die Sachsen aber quasi die Volljährigkeit. Denn heute erscheint zunächst für iPhone und iPad Version 18 des Programms. Ulysses ermöglicht für Autoren ablenkungsfreies Schreiben, verwaltet selbst umfangreichste Textsammlungen übersichtlich, und sychronisiert alle Dokumente praktisch in Echtheit zwischen Mac, iPhone und iPad.

Ulysses 18 ist mit vielen Funktionen für iOS 13 und iPadOS 13 optimiert. So greift der Dunkel-Modus jetzt auf die systemweite Einstellung zurück. Am iPad lassen sich zwei Instanzen von Ulysses nebeneinander nutzen. Und die Synchronisation von Texten funktioniert erstmals nicht nur via iCloud, sondern beispielsweise auch per Dropbox. Auch für den Mac steht Ulysses 18 kurz vor dem Start. Hier müssen die Entwickler aber noch auf die voraussichtliche Premiere von macOS Catalina am kommenden Freitag (4. Oktober) warten. Das Ulysses-Abo, mit dem sich Schreiber nie mehr über Word ärgern müssen, kostet 4,99 Euro im Monat oder 39,99 Euro im Jahr. Studenten testen ein halbes Jahr lang für insgesamt 11,99 Euro.

Gruselig: Fotos von Menschen, die es nicht gibt

Kinder, junge Frauen, ältere Männer – die 100.000 neuen Portraitfotos, die das US-Unternehmen Generated Media jetzt kostenlos zum Download bereitstellt, zeigen den gesamten Garten Gottes. So kennt man das aus Stock-Katalogen. Doch diese Bilder sind besonders. Denn die Menschen, die sie zeigen, existieren nicht. Sämtliche Fotos wurden von künstlicher Intelligenz errechnet. Deshalb sehen sie zwar meist glaubwürdig aus – aber auch glatt und seltsam profillos. Einige Bilder sind zudem noch nicht ganz perfekt. Wo die KI schlampt, weisen sie Einschusslöcher in der Stirn oder seltsam verkrumpelte Nasen auf.

Die Menschen, die es nicht gibt, könnten beispielsweise für die Werbung politischer Parteien interessant sein, für die sich echte Models meist nicht hergeben. Langfristig will Generated Media komplett von künstlicher Intelligenz erzeugte Stock-Fotos mit entsprechender Umgebung anbieten, die sich beispielsweise Werber nach eigenen Vorstellungen errechnen lassen können. Das Unternehmen verspricht "Unendliche Diversität". Allerdings basieren alle 100.000 Portraits auf Bildern von 69 echten Menschen, die Generated Media fotografiert hat. Aus ihren Gesichtsbestandteilen lässt sich dann eine fast unendliche Anzahl von Fotos zusammenpuzzeln.

Glänzend: Elon Musk zeigte seine Mars-Rakete

Diesmal also kein Elektroantrieb. Elon Musks wiederverwendbare Mars-Rakete "Starship", deren erste Generation der Tesla-Guru am Samstag auf dem Raumfahrtgelände seiner Firma SpaceX in Boca Chica/Texas vorstellte, fliegt mit einem Mix aus Sauerstoff und Methan. "Das ist das inspirierendste Ding, das ich je gesehen habe", schwärmte Musk beim Anblick des rund 120 Meter hohen Starship Mk1 mit seiner silbrig glänzenden Edelstahlhülle. "Ich denke, wir sollten zu einer Spezies werden, die auf mehreren Planeten lebt. Und wir sollten jetzt damit anfangen", hat sich Musk vorgenommen.

Sein Zeitplan, siehe Tesla, klingt gewohnt kühn. Zunächst soll die Musk-Rakete mit drei Raptor-Motoren bei bemannten Testflügen eine Höhe von 20 Kilometern erreichen. Die Nachfolge-Modelle bis hin zu Mk5 sind bereits in Planung und sollen dann innerhalb des nächsten halben Jahres in den Weltraum vordringen. Auch wenn Musk weiß: "Das klingt verrückt." Nächste Ziele sind die internationale Raumstation ISS, der Mond – und schließlich der Mars. In seiner finalen Version erreicht Musks Starship laut CBS mit 37 Raptor-Motoren die doppelte Schubkraft der Saturn-5-Mondrakete der NASA. Prognose von Elon Musk: "Dieses Ding starten und dann wieder zurückkommen zu sehen, wird episch. Es ist wild!"

Das Ende vom LEAD: Anime-Mädchen, sehr animiert

Über diesen spritzigen Clip lacht Twitter. Über 13 Millionen Aufrufe hat der britische Comedyautor Jim Felton seit gestern mit dem Video eines blauhaarigen Anime-Mädchens geschafft, das die Sprengkraft von Coke und Mentos stark unterschätzt hat. "Sieht aus wie Brexiters, die versehentlich das Referendum gewonnen haben" (und den Geist nicht mehr zurück in die Flasche bekommen), ulkt Felton über den spektakulärsten Social-Media-Clip einer blauhaarigen Person seit, sagen wir, Rezo.

Übrigens: TechTäglich gibt es auch als Newsletter und als Skill ("Alexa, öffne LEAD digital Tech").

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