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TechTäglich – die Technik-Kolumne von LEAD erscheint montags bis freitags immer um 11 Uhr
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TechTäglich: Digitale Videospiele - bald auch gebraucht zu haben

Vor dem Mittagessen die wichtigsten, interessantesten und amüsantesten Technik-Meldungen des Tages: Das ist die Technik-Kolumne von LEAD, die von Montag bis Freitag erscheint – immer um 11 Uhr. Das Neueste von Apple, Amazon, Facebook oder Google. Kurz, knackig, unterhaltsam. Sozusagen "Technik al dente".

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Digitale Videospiele - bald auch gebraucht zu haben

Warum sind Spielehersteller so begeistert von digitalen Downloads? Weil sie Herstellungs- und Vertriebskosten sparen – und weil sie den Gebrauchtmarkt austrocknen. Wer sich heute im Elektromarkt oder per Amazon für 55 Euro Nintendos neues "The Legend of Zelda: Link's Awakening" (Kauftipp!) für die Switch zulegt, kann das Spiel später für 30, 40 Euro weiterverkaufen. Der digitale Download kostet in Nintendos eShop sogar fünf Euro mehr, und ist ab dem Kauf nichts mehr wert. Denn gebraucht weiterverkaufen lassen sich digitale Downloads nicht ohne Weiteres. Das könnte sich nach einem Gerichtsurteil aus Frankreich aber bald ändern.

Das Pariser Gericht TGI (Tribunal de Grande Instance) hat jetzt in erster Instanz entschieden, dass es die PC-Spieleplattform Steam ihren Nutzern ermöglichen muss, auf ihrem Marktplatz digitale Spiele weiterzuverkaufen. Laut EU-Gesetzen, so die Richter, müssen Käufer von Downloads hier die gleichen Rechte erhalten wie Besitzer physischer Spiele. Die Weigerung von Steam, den Weiterverkauf digitaler Spiele zu gestatten, widerspricht demnach den EU-Vorgaben zum freien Handel mit digitalen Gütern. Der Betreiber von Steam, der US-Softwarehersteller Valve, hat laut der französischen Website NextInpact Berufung angekündigt. Wenn das Urteil Bestand hat, könnte es weit über Steam hinaus Auswirkungen haben, und den Umgang mit digitalen Downloads komplett verändern. Vielleicht lässt sich dann auch ein heruntergeladenes "The Legend of Zelda: Link's Awakening" nach dem Durchspielen gebraucht und unkompliziert weiterverkaufen. Zustand: neuwertig!

Huawei Mate 30: Ohne Google chancenlos?

Huawei hat gestern in München seine neuen Smartphones der Mate-30-Reihe vorgestellt. Die Hardware beeindruckt, mit Vierfach-Kamera am Topmodell Mate 30 Pro, mit 5G, und mit einem Bildschirm, der über die Kanten des Handys hinausreicht. Die Chinesen sprechen hier vom "Horizon"-Display. Doch im Mittelpunkt des Interesses stand die Frage, wie Huawei mit dem "Google-Bann" umgeht, der es dem Hersteller verbietet, Google-Dienste auf dem Mate 30 und auf künftigen Smartphones zu installieren. Als Ersatz setzt Huawei auf eine frei verfügbare Open-Source-Version von Android 10, über die es seine eigene Oberfläche EMUI10 legt. Google-Software wie Play Store, Chrome Browser, Gmail, Maps oder YouTube sind dagegen nicht installiert.

Kunden sollen mit dem eigenen Huawei Browser surfen. Und als Ersatz für den fundamental wichtigen Play Store bietet das chinesische Unternehmen seine eigene AppGallery an – die aber nur 45.000 Apps bietet, statt der 2,7 Millionen des Play Store. Facebook, Instagram und WhatsApp sollen aber zumindest vertreten sein. Das Mate 30 startet in Europa ab 799 Euro, das Mate 30 Pro ab 1.099 Euro, und die 5G-Version ab 1.199 Euro. Einen Veröffentlichungstermin hat Huawei ungewöhnlicherweise aber noch nicht genannt. "Ich glaube nicht, dass viele Nutzer so viele Kompromisse bei einem Smartphone eingehen", unkt Gartner-Analystin Annette Zimmermann gegenüber CNBC, "da ist viel Unsicherheit im Spiel".

Twitter: Jetzt mit Replies zum Verstecken

Twitter Hidden Replies
Klick und weg: Twitter-Antworten lassen sich künftig verstecken (Foto: Twitter)

Twitter kämpft weiter gegen die Verbreitung von Gift und Hass auf seiner Plattform – und führt dazu mit dem Verbergen von Replies eine neue Funktion ein. Wer einen Twitter-Beitrag online gestellt hat, kann ab sofort Antworten darauf verstecken. Das gilt dann für alle Twitter-Nutzer, die die Replies lesen. Die unerwünschten Antworten werden aber nicht gelöscht, sondern nur ausgeblendet. Wer sie lesen will, kann sie selbst mit einem Klick wieder sichtbar machen. Durch die Möglichkeit, Pöbel-Replies zu verstecken, erhofft sich Twitter eine freundlichere und sachlichere Gesprächskultur auf seiner Plattform.

„Wir haben beobachtet, dass Nutzer mehr über ihre Beiträge nachdenken, wenn ihre Antworten versteckt werden“, glaubt Twitter. Nachdem das Netzwerk die "Hide reply"-Funktion zunächst in Kanada getestet hatte, ist sie laut The Verge nun auch in den USA und Japan verfügbar. Die Neuerung ist allerdings umstritten – nicht nur, weil das Verstecken eines Tweets neuen Zoff auslösen könnte. Kritiker befürchten, dass damit nicht nur bösartige Antworten versteckt werden, sondern dass Nutzer generell Replies unterdrücken könnten, die ihnen nicht genehm sind. Darunter würde die Meinungsfreiheit und -vielfalt bei Twitter leiden. Wichtige Debatten um Themen wie #MeToo könnten davon beeinträchtigt werden.

Zwei Jahre alt: Kein Android 10 fürs Samsung Galaxy S8

Samsung Android10
Da fehlt doch was: Das Galaxy S8 aus dem Jahr 2017 bekommt kein neues Android mehr (Foto: AndroidPure)

Gestern Abend hat Apple iOS 13 freigegeben – das auch auf dem vier Jahre alten iPhone 6S noch läuft. Von neuen und damit sicheren Betriebssystemen, die auch auf älteren Geräten noch funktionieren, können Android-Nutzer meist nur träumen. Neuester Fall: Das erst 2017 erschienene damalige Samsung-Flaggschiff Galaxy S8 bekommt offenbar keine Aktualisierung auf Android 10 mehr. Auch Besitzer des Note 8 aus dem gleichen Jahr müssen weiterhin mit Android 9 vorlieb nehmen.

Das geht aus Samsungs offizieller Update-Planung hervor, die AndroidPure jetzt geleaked hat. Demnach erhalten aus der Galaxy-S-Reihe nur Galaxy S9, S9 Plus, S10, S10 Plus und S10e das neue Android. Auch beim Note sind es nur die 9er- und 10er-Modelle aus den Jahren 2018 und 2019. Nicht ganz klar ist bisher, warum Samsungs Mittelklasse-Modell A7 im Gegensatz zum S8 Android 10 erhalten soll – obwohl es aus dem gleichen Jahr stammt, und deutlich leistungsschwächer ist. Die Geräte, die kein Android 10 mehr bekommen, werden allenfalls ein weiteres Jahr mit Sicherheitsupdates versorgt. Termine für die Aktualisierungen hat Samsung noch keine genannt.

Klappt: Das Retro-Handy mit Google Assistant

Alcatel Smartflip
Neue Technik in alter Hülle – das Alcatel SmartFlip (Foto: TCL)

Das Beste von gestern und von heute – so werben normalerweise Formatradios für ihre fragwürdige Musikauswahl. Solch einen Retro-Gegenwarts-Mix bietet nun aber auch Alcatel an. Die französische Smartphone-Marke, hinter der der chinesische TCL-Konzern steckt, hat mit dem Go Flip 3 und dem SmartFlip zwei nostalgische Klapp-Handys mit klassischer Tastatur angekündigt – die mit YouTube, Google Maps, Google-Suche und sogar mit dem Google Assistant aber durchaus modern ausgestattet sind.

Das Betriebssystem KaiOS, das auch Nokia bei seinem jüngsten Retro-Handy 2720 Flip einsetzt, ermöglicht auch auf solchen Geräten die Installation von Apps wie WhatsApp oder Facebook. Der Bildschirm ist kompakte 2,8 Zoll groß – gar nicht mal so weit entfernt von den 3,5 Zoll des ersten iPhones aus dem Jahr 2007. Die kargen 4 GB lassen sich per microSD-Karte auf 32 GB erweitern. Und der Kontakt zur Außenwelt erfolgt per LTE. Wie bei solchen Classic-Telefonen üblich, lässt die Standby-Zeit von 27 Tagen jedes neue Smartphone alt aussehen. Die beiden Geräte, die technisch offenbar identisch sind, sind ab 27. September zu haben. Preise nennt TCL noch keine. Zur Orientierung: Das vergleichbare Nokia 2720 Flip kostet 89 Euro.

Das Ende vom LEAD: Ein bisschen Amthor

Das Philipp-Amthor-Video, die nie veröffentlichte Antwort auf "CDU-Zerstörer" Rezo, entwickelt sich zum Bernsteinzimmer der deutschen Politik. Es soll existieren, aber niemand weiß, wo genau. Gestern Abend hat der Jungkonservative zumindest 22 Sekunden des Videos in der ZDF-Plauderbude von Markus Lanz vorgespielt, als Werbung für seinen noch nicht allzu ergiebigen neuen Instagram-Account. Aber auch dort fehlt das Amthor-Video. Die 22 ZDF-Sekunden gibt es hier ab Minute 6:16 zu sehen, ansonsten bleibt der Philipp-Clip verschollen. So wie das eben ist bei Bernsteinzimmern.

Übrigens: TechTäglich gibt es auch als Newsletter und als Skill ("Alexa, öffne LEAD digital Tech").

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