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TechTäglich – die Technik-Kolumne von LEAD erscheint montags bis freitags immer um 11 Uhr
TechTäglich Huawei iPad

TechTäglich: Frisch kopiert aus China – das HuaweiPad Pro

Vor dem Mittagessen die wichtigsten Meldungen des Tages. Das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von LEAD, die von Montag bis Freitag erscheint – immer um 11 Uhr. Heute mit Apples rührendem Weihnachtsfilm und mit dem 4K-Schwindel von Google Stadia.

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Frisch kopiert aus China – das HuaweiPad Pro

Huawei Mate Pad Pro
Nen Klon gefrühstückt? Huawei kopiert das iPad Pro (Foto: Huawei)

China will seinen Ruf als weltgrößter Copyshop loswerden. Doch bisweilen werfen die dortigen Firmen immer noch die Kopiermaschinen an. Und so ist das neue Huawei MatePad Pro ein detailgetreues Abbild des iPad Pro – bis hin zur täuschend ähnlichen Tastatur und dem (natürlich weißen) Zeichenstift als Zubehör. "Nein, wir haben das Foto von Huaweis neuem Tablet nicht mit dem iPad Pro verwechselt", stellt Cult of Mac klar. "Die beiden sehen sich so ähnlich, dass man sie kaum auseinanderhalten kann."

Das abgerundete Gehäuse könnte von Apple stammen. Allerdings ist beim "HuaweiPad Pro" der Rahmen um den Bildschirm noch dünner als beim Original-iPad – eine Loch-Kamera im Display macht’s möglich. Und auch bei der Bildschirmgröße wollte sich Huawei zumindest minimal unterscheiden: 10,8 statt 11 Zoll wie bei Apple. Das MatePad Pro läuft, wie zuletzt von Huawei gewohnt, mit einer Open-Source-Version von Android 10. Der Google Play Store und damit auch jegliche Google-Apps sind wegen des USA-China-Konflikts erneut nicht an Bord. Damit ist auch ein Verkauf im Westen vorerst eher unwahrscheinlich. Zuhause in China ist der iPad-Zwilling ab umgerechnet 425 Euro zu haben – drastisch günstiger als Apples Pro-Tablet.

Wette gilt: Netflix holt Frank Elstner

Von wegen "Ende Legende". Der große Frank Elstner startet mit 77 Jahren noch einmal durch. Der "Wetten, dass..?"-Erfinder wechselt mit seiner kleinen, feinen Interview-Sendung "Wetten, das war’s..?" ab 2020 von YouTube zu Netflix. Das verriet Klaas Heuer-Umlauf gestern bei "Late Night Berlin" im Gespräch mit Überraschungsgast Elstner. O-Ton Klaas: "Der einzige von uns, der einen Netflix-Vertrag hat, ist Frank Elstner." Später bestätigten auch Elstner selbst und Netflix den Wechsel auf Twitter.

O-Ton des Moderators: "Wetten, dass wir viel Spaß haben werden. Danke für Euer Vertrauen, Netflix." Das Format läuft seit Frühjahr 2019 bei YouTube und begeistert mit seinen ruhigen, intimen Gesprächen ohne Zeitlimit Zuschauer und Kritiker gleichermaßen. Als "bester Newcomer" erhielt der talentierte junge Fernsehmacher :-) dafür sogar die Goldene Digital-Kamera. Zu Gast in der Sendung, die Frank Elstners Sohn Thomas produziert, waren bereits Helene Fischer, Jan Böhmermann und Herbert Grönemeyer. Als einer der ersten Gäste bei Netflix dürfte Klaas Heuer-Umlauf zum Gegenbesuch vorbeischauen.

Apple: So rührend ist der Weihnachtsfilm 2019

Dieser Film wird Millionen von Zuschauern rühren. Apple hat seinen traditionellen Weihnachtstrailer veröffentlicht, bei dem diesmal das iPad mit seinen kreativen Möglichkeiten im Mittelpunkt steht. In einer herzzerreißenden Geschichte, bei der nicht nur die Musik an Pixars Kinohit "Up" erinnert, erzählt Apple von einem Großvater, der seine kürzlich verstorbene Ehefrau vermisst – und dem seine beiden Enkeltöchter mit Hilfe des iPads eine wunderbare Weihnachtsüberraschung bereiten. Wie gewitzt und quasi nebenbei die Macher von "Holiday – The Suprise" die Möglichkeiten des iPad in die Handlung einbauen, ist kleines, großes Kino in drei Minuten.

Google Stadia: 2K statt 4K

Von wegen 4K: Googles neues Spielestreaming Stadia enttäuscht Nutzer der ersten Stunde zum Start nicht nur mit vielen fehlenden Funktionen – sondern auch mit nicht mehr zeitgemäßer Bildqualität. Statt in 4K, wie von Google angekündigt, läuft beispielsweise "Destiny 2" nur im Full-HD-Format 1080p, also quasi in 2K. Und das Stadia-Zugpferd "Red Dead Redemption 2" kommt lediglich auf 1440p. Das sind nur zwei Beispiele für Titel, die auch bei schnellen Internetleitungen mit Stadia deutlich schlechter aussehen als auf der PlayStation 4 Pro oder der Xbox One X.

Und das, obwohl die Rechenleistung der Stadia-Hardware laut Google um 75 Prozent höher liegt als bei der momentan stärksten Konsole Xbox One X. Woran das liegt, ist bisher unklar. Viele Nutzer sind verärgert, und Google konnte auch in einer Stellungnahme gegenüber 9to5Google keine Ursachen nennen. Darin heißt es lediglich: "Stadia streamt in 4K, mit 60 Bildern pro Sekunde. Und das beinhaltet alle Aspekte, von der Berechnung der Spiele bis zum Bildschirm." Wenn Google allerdings HD-Material nur auf 4K hochskaliert, kommt deswegen noch längst keine 4K-Qualität heraus. Ein Traumstart für ein neues Angebot sieht anders aus.

Shenmue III – das Spiel aus der Zeitmaschine

Diese Kickstarter-Kampagne hat sich gelohnt. Denn mit Shenmue III ist rechtzeitig vor Weihnachten ein großartiges Videospiel erschienen. Beim Namen "Shenmue" bekommen Fans japanischer Videospiele große Augen und Ohren. Die ersten beiden Teile stammen aus den Jahren 1999 und 2001, und wurden zur Legende. Spieledesigner Yu Suzuki verwirklichte sich auf Segas Dreamcast-Konsole den Traum von einer frei begehbaren Spielewelt, in der der Held praktisch alles tun kann, worauf er Lust hat. Mit einem Budget von 70 Millionen Dollar war Shenmue I das damals teuerste Spiel der Welt.

Es fand zwar zahllose begeisterte Fans, floppte aber insgesamt – und trug mit zum Niedergang von Sega bei. Die geplanten Teile drei und vier wurden nicht mehr realisiert. Seit Jahren hatte Yu Suzuki, heute 61, versucht, eine Fortsetzung zu produzieren. Fans forderten in Petitionen, die Saga um den jungen Martial-Arts-Kämpfer Ryo Hazuki weiterzuerzählen, der den Mörder seines Vaters sucht. Eine Kickstarter-Kampagne brachte schließlich über sieben Millionen Dollar ein, Sony beteiligte sich. Und nun ist Ryo erneut in malerischen Dörfern und umtriebigen Städten unterwegs, um die Einheimischen nach Hinweisen zu fragen. Zwischendurch muss er Geld verdienen, beim Glücksspiel und beim Angeln. Und er prügelt sich, oder kauft in akribisch nachgebauten Supermärkten ein. Shenmue III ist eine wunderbar meditative, nostalgische Zeitreise. Das Spiel ist für PlayStation 4 und PC erschienen, kostet rund 60 Euro und ist jeden Cent wert.

Das Ende vom LEAD: Kein Sanduhr-Parken in Erding

Sanduhr Parken
Low Tech statt App – das Sanduhr-Parken in Volkach (Foto: Stadt Volkach)

Wir schreiben das Jahr 2019, und in deutschen Städten setzt sich langsam das Handy-Parken durch – also das Bezahlen des Parkscheins per App. Doch noch trifft die moderne Technik auf harte Konkurrenz, zum Beispiel in Bayern. Dort wollten die Freien Wähler in Erding bei München jetzt das Sanduhr-Parken einführen. Eine Sanduhr innen am Autofenster sollte 15 Minuten Kurzzeit-Parken ermöglichen – und anzeigen, dass der Autofahrer wirklich nur ganz kurz entschwunden ist. Das berichtet der Münchner Merkur.

Die Low-Tech-Lösung ist unter anderem in Volkach in Unterfranken schon in Gebrauch. In Erding hat sie dagegen keine Chance, unter anderem wegen des Widerstands der CSU. Begründung: "Damit würden wir Auswärtige diskriminieren, denn die müssten erst eine Sanduhr kaufen." LEAD schlägt eine Sanduhr-App als Kompromiss vor, und meldet sich morgen wieder mit zukunftsträchtigen High-Tech-Neuigkeiten, dann mit dem Kollegen Michael Gronau.

Übrigens: TechTäglich gibt es auch als Newsletter und als Skill ("Alexa, öffne LEAD digital Tech").

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