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TechTäglich – die Technik-Kolumne von LEAD erscheint montags bis freitags immer um 11 Uhr
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TechTäglich: Der Millionen-Betrug mit dem Futurefön

Vor dem Mittagessen die wichtigsten, interessantesten und amüsantesten Technik-Meldungen des Tages: Das ist die Technik-Kolumne von LEAD, die von Montag bis Freitag erscheint – immer um 11 Uhr. Das Neueste von Apple, Amazon, Facebook oder Google. Kurz, knackig, unterhaltsam.

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Der Millionen-Betrug mit dem Futurefön

Futurefoen
Zu fön, um wahr zu sein: Das Futurefön blieb eine Luftnummer (Foto: Indiegogo)

Futurefön – das klingt nach einem gescheiterten sächsischen Smartphone-Projekt aus dem VEB Kombinat Robotron. In Wahrheit handelt es sich aber um den größten Skandal der Crowdfunding-Szene, dessen filmreife Geschichte The Verge jetzt in aller Ausführlichkeit erzählt. 2014 tauchte das "Dragonfly Futurefön" bei Indiegogo auf, ein sagenhafter Hybrid aus Smartphone, Tablet und Notebook. "Ein Gerät, das alles vereint", lautete der Slogan von Hersteller IdealFuture – wobei von Herstellung gar keine Rede sein konnte. Denn das ausklappbare Gerät mit dem "ö", das nur 799 Dollar kosten sollte, war von Anfang an ein Fake, von dem nur 3D-Renderings existierten. Motto: Hybris statt Hybrid.

IdealFuture-Gründer Jeffrey Batio ergaunerte sich in mehreren Finanzierungsrunden 5,7 Millionen Dollar – unter anderem dank Indiegogo, das mit dem Betrug völlig überfordert war. Die Crowdfunding-Plattform ignorierte alle Warnhinweise, die von Beginn an im Netz zu finden waren. So schrieb das Magazin BGR bereits 2014: "Das könnte das beste smarte Gerät aller Zeiten sein… und es klingt zu schön, um wahr zu sein." Indiegogo listet das Gerät bis heute. Mittlerweile dient die Seite aber vor allem als Forum für geprellte Futurefön-Unterstützer, die schwere Vorwürfe gegen Indiegogo erheben, und die über den Prozess gegen Jeffrey Batio diskutieren. Der 50-Jährige wurde Ende Mai in Chicago bereits schuldig gesprochen, das Strafmaß wird am 3. September verkündet. Ihm drohen bis zu 240 Jahre Haft.

Huawei-Krise: Samsung ist der große Gewinner

Samsung A
Alle reden von den teuren Galaxys – aber Samsungs günstigere A-Baureihe dominiert den Smartphone-Markt (Foto: Samsung)

Samsung hat seinen Smartphone-Markanteil in Europa im zweiten Quartal 2019 im Vorjahresvergleich von 33,9 Prozent auf 40,6 Prozent ausgebaut – der höchste Wert seit fünf Jahren. Damit sind die Koreaner der größte Profiteur der Huawei-Krise. Nach dem zwischenzeitlichen Android-Boykott sackten die Chinesen von 22,4 Prozent auf 18,8 Prozent ab. Zwei Drittel der Samsung-Verkäufe entfielen laut der neuesten Zahlen der Analysten von Canalys auf die günstigeren A-Modelle, von denen Samsung mehr Geräte absetzte als jeder andere Hersteller von seiner gesamten Modellpalette.

Das zeigt, wie preissensibel der Smartphone-Markt derzeit ist. Daran leidet auch Apple, das 17 Prozent weniger iPhones als im zweiten Quartal 2018 verkaufte und jetzt mit 14,1 Prozent Marktanteil hinter Samsung und Huawei in Europa mit deutlichem Abstand auf Platz drei liegt. Zweiter großer Gewinner neben Samsung war China-Newcomer Xiaomi, der mit einem Absatzplus von 48 Prozent jetzt auf 9,6 Prozent Marktanteil kommt. Alle anderen Hersteller, darunter Nokia/HMD mit 2,7 Prozent, rangieren unter "ferner liefen".

YouTube: Proteste gegen neues „hässliches“ Design

New Tube
Kacheln, Mann! YouTubes neues Design mit riesigen Thumbnails kommt nicht gut an (Foto: YouTube)

NewTube bei YouTube: Googles Videotochter testet für einige Nutzer ein neues Design mit drastisch größeren Vorschaubildern auf der Startseite. Es gibt dabei weniger Vorschläge als bisher zu sehen, die auch nicht mehr in Gruppen sortiert sind. Als Reaktion hat das große Meckern der User bereits eingesetzt. Ob und wann YouTube das XXL-Design, das eher an eine schlecht optimierte Mobilversion erinnert, tatsächlich einführen will, ist bisher noch unklar.

Einer der typischen Reaktionen auf Twitter von @Kozibackich: "Das ist nicht lustig, YouTube! Es tut mir leid, aber das ist das schlimmste Update, das ich je gesehen habe. Jetzt ist die Homepage einfach unbrauchbar. Ich kann mir keine Miniaturansichten ansehen, die so groß sind, dass meine Augen weh tun. Ihr könnt nicht alles gigantisch groß machen. Denn jetzt können alle hinter meinem Rücken sehen, was auf meiner Homepage steht."

Snapchat-Brille, der dritte (Fehl)versuch

Snapchat Brille 3
Spectacles 3: Jetzt mit zwei Kameras zum Preis von zwei (Foto: Snap)

Snap gibt nicht klein bei. Nach zwei gefloppten Versuchen ist nun die dritte Version der Snapchat-Brille Spectacles erschienen. Sie liefert mit zwei HD-Kameras erstmals eine Art 3D-Effekt, der auf einem Twitter-Video an die Wackelbilder alter Postkarten erinnert, die je nach Blickwinkel ein anderes Motiv zeigen. Snapchat-Filter funktionieren damit künftig auch in 3D. Im Gegensatz zu den beiden Vorgängern, von denen Snap Millionen fertig produzierter Exemplare nicht verkaufen konnte, sollen die Spectacles 3 als "limitierte Edition" in deutlich geringeren Stückzahlen hergestellt werden.

Wirklich überzeugt sind viele Beobachter von Snaps Brillen-Plänen aber nach wie vor nicht. "Die Spectacles 3 sind eine hässliche Erinnerung daran, dass smarte Brillen einfach noch nicht gut genug sind", mäkelt CultofMac, und fragt: "Wer will so etwas tragen?" Analystin Debra Aho Williamson von eMarketer lobt zwar Snap für seine Experimentierfreude, zweifelt aber daran, dass die neue Brille den "Massengeschmack" trifft: "Der hohe Preis und die unpraktische Bedienung werden dazu führen, dass die meisten Snapchat-Nutzer kein Interesse haben." Ach ja, der Preis: Mit 370 Euro sind die Spectacles 3 mehr als doppelt so teuer wie der Vorgänger, der schon ab 175 Euro zu haben ist.

Trump: Die AirPods-Steuer kommt

Air Pods Steuer
AirPods: Der beliebteste Ohrstöpsel der Welt könnte bald teurer werden (Foto: 123rf.de)

Die US-Regierung hat ihre Pläne verschoben, Elektronikprodukte wie Smartphones und Notebooks aus chinesischer Produktion mit weiteren 10 Prozent Einfuhrsteuer zu belasten. Die Maßnahme ist zunächst bis 15. Dezember ausgesetzt. Für andere Produktkategorien wie Smartuhren, vernetzte Lautsprecher, Fitnesstracker oder Bluetooth-Kopfhörer, die aus der Volksrepublik China importiert werden, tritt die 10-Prozent-Steuer dagegen am 1. September in Kraft.

Einer der Hauptbetroffenen ist damit Apple, dessen boomende Sparte "Wearables und Sonstiges" mit Apple Watch, AirPods und HomePod praktisch komplett von Donald Trumps neuer 10-Prozent-Steuer betroffen ist. "Die Steuer wird erhebliche Auswirkungen auf Apples Ergebnisse haben", orakelt The Verge – und erinnert daran, dass die betroffene Sparte für sich genommen mittlerweile eines der 50 größten US-Unternehmen wäre. Apple bleiben nun zwei Optionen: Preiserhöhungen – oder niedrigere Gewinne, falls das Unternehmen die "AirPods-Steuer" selbst auffangen will. Mit 10 Prozent Trump-Aufschlag könnten die AirPods mit Drahtlos-Ladebox in den USA künftig 219 Dollar statt wie bisher 199 Dollar kosten.

Das Ende vom LEAD: Tumblr – demnächst bei Ebay-Kleinanzeigen

So geht Social Media. Nachdem Yahoo die kriselnde Blogging-Plattform Tumblr für unter 20 Millionen Dollar an Wordpress verschleuderte, prognostizierte Ebay-Kleinanzeigen auf Twitter, wie es demnächst mit Tumblr weitergeht: "Nächste Woche also bei uns. 150 Euro VB." Zur Belohnung für den ebenso amüsanten wie schlauen Tweet gab’s bisher an die 5.000 Likes.

Übrigens: TechTäglich gibt es auch als Newsletter und als Skill ("Alexa, öffne LEAD digital Tech").

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