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TechTäglich – die Technik-Kolumne von LEAD erscheint montags bis freitags immer um 11 Uhr
TechTäglich Apple Jonathan Ive

TechTäglich: Das Apple-Beben – was der Abschied von Jonathan Ive bedeutet

Vor dem Mittagessen die wichtigsten, interessantesten und amüsantesten Technik-Meldungen des Tages: Das ist die Technik-Kolumne von LEAD, die von Montag bis Freitag erscheint – immer um 11 Uhr. Das Neueste von Apple, Amazon, Facebook oder Google. Kurz, knackig, unterhaltsam.

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Das Apple-Beben: Was der Abschied von Jonathan Ive bedeutet

Ive Jobs
Die frühen Jahre: Jonathan Ive (links) mit Apple-Gründer Steve Jobs (vorne) und dem spektakulären "Sonnenblumen"-iMac G4 von 2002 (Foto: Apple)

Diese Nachricht hat die Tech-Welt kalt erwischt: Völlig überraschend hat Apple gestern Abend bekanntgegeben, dass Chefdesigner Jonathan Ive das Unternehmen nach 27 Jahren verlässt. Der 52-Jährige Engländer, seit 2011 offiziell Sir Jonathan Ive, macht sich selbstständig und startet 2020 in Kalifornien sein eigenes Designbüro "LoveFrom" – zu dessen Kunden auch Apple zählen soll. "Jony ist eine einzigartige Figur in der Designwelt, und seine Rolle beim Neuaufstieg von Apple kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden", erklärte Vorstandschef Tim Cook in einer Pressemitteilung zum Abschied seines Chief Design Officer.

Ive hat sämtliche Apple-Produkte nach der Rückkehr von Steve Jobs 1997 federführend entworfen – vom ersten bunten iMac 1998 über iPod, iPhone, iPad und Apple Watch bis hin zu zahlreichen Mac-Computern. Seine kühle, reduzierte Ästhetik hat die weltweite Designsprache der letzten 20 Jahre weit über den Technikbereich hinaus geprägt. Nun wird, wie bei der Financial Times, weltweit analysiert, was der Abschied des Kreativ-Genies für Apple bedeutet. Die Börsen reagierten mit einem Abschlag von nur 1,34 Prozent für die Apple-Aktie an der Wall Street jedenfalls relativ entspannt.

Die vielleicht treffendste Analyse stammt vom renommierten Apple-Blogger John Gruber von Daring Fireball. Sein Fazit: Alles halb so schlimm! Er sieht die goldene Ära von Jonathan Ive ohnehin schon seit dem Tod seines Geistesbruders Steve Jobs 2011 als beendet an: "Ive ohne Jobs war wie John Lennon ohne Paul McCartney – oder andersherum, je nachdem, wie man es sehen will." Gruber lobt die enormen Verdienste von Ive für das Apple-Design, vergisst aber auch die manische Obsession des Engländers für immer flachere und minimalistischere Geräte nicht: "Deshalb sind die MacBooks heute schönere, aber auch schlechtere Computer als früher." Davon, so Gruber, könnte sich Apple jetzt befreien und – endlich – neue Wege gehen: "Deshalb könnte das eine gute Nachricht sein."

Dass es keinen neuen Chief Design Officer geben soll, und dass Ives bisherige Mitarbeiter Evans Hankey und Alan Dye künftig Chief Operating Officer Jeff Williams unterstehen, hält John Gruber dagegen für einen Fehler. Er befürchtet ein führungsloses Apple-Design. Wie auch immer: Mit dem Apple Park, der neuen Hauptverwaltung in Cupertino, hat Jonathan Ive sein letztes Meisterwerk für Apple abgeliefert, neue Ziele gab es für ihn kaum mehr. Und wie sich sein Abgang auswirken wird, ist angesichts der langen Vorläufe bei Apple wohl erst in vier, fünf Jahren zu sehen. Dass Jonathan Ive den weniger hübschen quadratischen Kamerabuckel auf der Rückseite des kommenden iPhone XI schon nicht mehr gestaltet hat, ist jedenfalls nur ein böses Gerücht.

Ive Cook
Die späten Jahre: Jonathan Ive (links) zeigt Apple-Chef Tim Cook im Herbst 2018 das neue iPhone XR (Foto: Apple)

Neu aus China: Smartphones laden in 13 Minuten

Vivo Super Flash Charge
Ein Smartphone in 13 Minuten komplett laden – das versprechen die Technik-Revoluzzer von Vivo aus China (Foto: Vivo)

Den Namen Vivo kennen die wenigsten Smartphone-Käufer. Dabei hat das chinesische Unternehmen in den letzten Jahren für einige Smartphone-Innovationen gesorgt, die später auch von anderen Firmen übernommen wurden – zum Beispiel der unter dem Bildschirm versteckte Fingerabdruck-Sensor. Nun hat Vivo auf dem MWC in Shanghai nachgelegt, mit der neuen Schnelllade-Technik Super FlashCharge. Sie soll einen relativ großen Smartphone-Akku mit 4.000 mAh innerhalb von 13 Minuten von 0 auf 100 Prozent laden.

Fünf Minuten reichen dabei laut Business Insider bereits aus, um ein Handy zur Hälfte aufzuladen. Vivo arbeitet dabei mit 120-Watt-Technik – ein gewaltiger Unterschied beispielsweise zum 5-Watt-Netzteil eines aktuellen iPhones. Inwieweit das extrem schnelle Laden dem Akku schadet, ist bisher noch unklar.

Philips Hue: Smarte Lampen endlich ohne Bridge

Philips Hue Bluetooth
Endlich einfacher: Die neuen Hue-Lampen von Philips lassen sich auch per Bluetooth steuern (Foto: Philips)

Die smarten Glühbirnen Philips Hue sind recht populär – könnten aber noch viel erfolgreicher sein, wenn zur Steuerung nicht eine recht umständliche Bridge nach dem Zigbee-Standard erforderlich wäre. Ein eigenes Steuergerät, um ein paar Lampen zu betreiben – so kompliziert sollte das moderne Smarthome nicht sein. Auf diesen Mangel reagiert Philips nun, mit den ersten Hue-Lampen, die sich auch per Bluetooth steuern lassen, direkt vom Smartphone aus, und ohne Bridge.

Die Preise beginnen laut Philips bei 30 Euro, der Verkauf startet im Herbst. Die Nachteile einer Bluetooth-Lösung: Die Reichweite für die Steuerung ist deutlich geringer als bei WiFI, und die Lampen lassen sich nicht von unterwegs ein- und ausschalten. Hier haben die Holländer laut Pressemitteilung aber vorgebaut: Wer will, kann auch die neuen Lampen via Zigbee-Bridge und WiFi steuern, Bluetooth kommt nur als zusätzliche Option dazu.

Twitter führt den Trump-Filter ein

Wenn US-Präsident Donald Trump das nächste Mal auf Twitter wütet, oder wenn auch sein britischer Geistesbruder Boris Johnson die Plattform für sich entdeckt – dann könnten solche Wut-Politiker künftig deutlich weniger Leser als bisher erreichen. Denn Twitter führt ab heute eine Art "Trump-Filter" ein. Wenn Politiker, verfizierte Nutzer oder Twitterer mit mehr als 100.000 Followern Tweets absetzen, die den "Community Standards" widersprechen, erscheint künftig ein Warnhinweis. Und die Tweets werden nicht mehr über die eigentlichen Follower hinaus promotet und weiterverbreitet.

Eine Einblendung erklärt dann, dass der Tweet die Regeln verletzt – dass er "aus öffentlichem Interesse" aber dennoch zu lesen bleibt. Dafür müssen Nutzer dann aber ausdrücklich einen Warnhinweis akzeptieren, um den Tweet zu öffnen. Gleichzeitig, so The Verge, erscheint solch ein "Problem-Tweet" nicht mehr in Twitters sicherer Suche, in den Top Tweets sowie an weiteren Orten, an denen die Plattform ihren Nutzern eigentlich die wichtigsten neuen Beiträge präsentiert.

Mozilla: So sicher ist der neue Firefox für Android

Firefox Preview
Vorab zum Testen: Der neue mobile Firefox erscheint zunächst für Android (Foto: Mozilla)

Auf Mac und PC ist der Firefox-Browser überaus beliebt. Auf mobilen Plattform tut sich Hersteller Mozilla dagegen nach wie vor schwer. Das soll sich künftig ändern, mit einem völlig neu entwickelten Browser für Smartphones und Tablets, den Mozilla jetzt zunächst unter dem Namen "Firefox Preview" als Beta-Version für Android anbietet. Ähnlich wie beim zuletzt eingeführten „Firefox Klar“ liegt der Schwerpunkt auf Privatsphäre und Datenschutz.

Zusätzlich soll der neue Firefox aber viel Komfort und neue Funktionen bei der Verwaltung der Lieblings-Websites bieten, und bis zu zweimal schneller laufen als der bisherige Mobil-Firefox. Laut Mozillas Blogeintrag wird die Entwicklung des "Firefox Klar" gleichzeitig eingestellt. Wann der neue Browser auch für iOS kommt, ist noch nicht bekannt.

Das Ende vom LEAD: Die einschmeichelndsten Videos von Jonathan Ive

Apples scheidender Design-Guru Jonathan Ive ist nicht nur für seine minimalistischen Geräte bekannt – sondern auch für seine minimalistischen Produktvideos, in denen er mit einschmeichelnder Britenstimme von seinen neuesten Schöpfungen schwärmt und ganz offensichtlich schwer verknallt in iPhone, iPad oder Mac ist. The Verge hat die schönsten Videos von Sir Jony zusammengestellt.

Übrigens: TechTäglich gibt es auch als Newsletter und als Skill ("Alexa, öffne LEAD digital Tech").

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Wer analysiert, führt!

Wann steigt der Kunde aus? Eine Website ohne Tracking kann funktionieren, muss aber nicht. Wie Analytics dabei hilft, den Kunden besser zu verstehen und die Basics des Trackings: Jetzt im aktuellen LEAD Bookazine 2/2019.

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