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TechTäglich – die Technik-Kolumne von LEAD erscheint montags bis freitags immer um 11 Uhr
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TechTäglich: Android-Erfinder – Ist das das Smartphone der Zukunft?

Vor dem Mittagessen die wichtigsten, interessantesten und amüsantesten Meldungen des Tages. Das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von LEAD, die von Montag bis Freitag erscheint – immer um 11 Uhr. Heute mit neuen Apple-Tastaturen und mit der vierjährigen Alexa.

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Android-Erfinder: Ist das das Smartphone der Zukunft?

2008 hat Andy Rubin Googles Smartphone-Betriebssystem Android miterfunden. Oder er hat zumindest gut vom gerade erschienenen iPhone abgekupfert. 2014 verließ Rubin Google wegen des Vorwurf der sexuellen Belästigung – mit 90 Millionen Dollar Abfindung. Seither versucht der heute 56-Jährige, den einstigen Android-Coup mit seiner neuen Firma "Essentials" zu wiederholen. Neueste Erfindung, die Essentials jetzt vorstellte, ist "Project Gem", ein Smartphone im Format einer TV-Fernbedienung. Das neue Rubin-Handy sieht aus wie ein aktuelles Smartphone, das feinsäuberlich in der Mitte auseinandergeschnitten wurde.

Daraus ergibt sich ein extrem längliches Format, das das Tippen auf einer virtuellen Tastatur praktisch unmöglich macht. Und genau das ist die Absicht. Denn Rubin und sein Team halten Tastatureingaben beim Smartphone der Zukunft für überflüssig. Alles soll nur noch per Spracheingabe und mit Hilfe künstlicher Intelligenz funktionieren. "Project Gem" versteht sich als Assistent fürs tägliche Leben – und nicht als Unterhaltungsgerät, auf dem auch Filme oder Spiele laufen. So will Andy Rubin die Smartphone-Sucht bekämpfen. Ob und wann das Halb-Handy auf den Markt kommt, ist noch unklar. Gizmodo hat wegen des Spracheingabe-Konzepts Bedenken in Sachen Datenschutz, hält die Bedienung für fragwürdig und rät potenziellen Käufern auch wegen Rubins jüngster Flops, "erst einmal abzuwarten".

Ohne Jonathan Ive: Apple macht Schluss mit der Verdruss-Tastatur

Apple Tastatur
Apple tastet sich voran: Das Schreiben auf dem MacBook soll 2020 wieder angenehmer werden (Foto: Apple)

Der Abgang des in leptosome Size-Zero-Geräte vernarrten Design-Gurus Jonathan Ive wirkt sich für Apple-Kunden immer positiver aus. Zuletzt wurden die Pro-Modelle des neuen iPhone 11 minimal dicker – was die Akku-Laufzeit um bis zu fünf Stunden erhöht hat. Nun verabschiedet sich Apple 2020 offenbar komplett von den unglücklichen Butterfly-Tastaturen seiner MacBooks, die beim Schreiben nur minimalen Hub bieten, die unangenehm laut klappern und fehleranfällig sind. Stattdessen sollen laut Top-Analyst Ming-Chi Kuo nächstes Jahr alle MacBooks zu einem nutzerfreundlicheren Scheren-Mechanismus zurückkehren.

Apple hatte die 40 Prozent dünneren Butterfly-Tastaturen 2016 eingeführt – offenbar auf Betreiben von Ive, um die Geräte weiter abmagern zu können. Seitdem ließen sich die grundsätzlichen Probleme dieser Bauweise auch mit mehreren Revisionen nicht lösen. Das Magazin BGR spricht von "Alpträumen aller Art" und von "eines der schlechtesten Designs in der Geschichte von Apple". Mittlerweile hat Apple selbst die Probleme eingeräumt. Nun erwartet Kuo in seiner neuesten Investoren-Mitteilung, dass Mitte 2020 zunächst ein 16 Zoll großes MacBook Pro eine neu entwickelte Scheren-Tastatur erhält, die das Schreibgefühl wieder verbessern soll. Später stattet Apple demnach alle MacBook Air und MacBook Pro mit dem neuen Keyboard aus.

Amazons Hardware-Chef: Alexa ist wie eine Vierjährige

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Alexa kommt bald in die Schule – in zwei Jahren soll es soweit sein (Foto: 123rf.de)

David Limp, Hardware-Chef von Amazon, hat in einem bemerkenswerten Interview mit dem Handelsblatt Versäumnisse in Zusammenhang mit den umstrittenen Sprachaufzeichnungen von Assistentin Alexa eingeräumt. "Wir haben Fehler gemacht", gesteht Limp ein. Er ist aber überzeugt, dass Amazon die Probleme überwunden hat: "Wir haben in den vergangenen Monaten einiges unternommen, um Vertrauen zu schaffen." Limp kritisiert, dass es die Branche bisher nicht geschafft hat, den Kunden die Funktionsweise künstlicher Intelligenz zu vermitteln. Denn: "Wir sind noch Jahre davon entfernt, dass solche Systeme völlig ohne menschliche Überprüfung auskommen."

Den aktuellen Entwicklungsstand der Sprachassistentin sieht der Amazon-Manager so: "Heute ist Alexa so weit wie ein vierjähriges Kind, bald vielleicht wie ein Grundschüler, dann wie ein Teenager und irgendwann erwachsen." Seine Zukunftsvision: "Alexa soll alle Antworten geben können, man soll sich mit ihr normal unterhalten. Bis wir so weit sind, wird es allerdings noch sehr lang dauern." Ob die Kunden darauf warten sollten, und sich besser nicht schon jetzt ein neugieriges und plapperfreudiges Kindergartenkind ins Haus holen, bleibt allerdings offen.

Klappt: Das WhatsApp-Handy von Nokia für 99 Euro ist da

Ein bisschen schwanger – das geht nicht. Ein bisschen Internet aber schon. Der chinesische Technikkonzern HMD Global hat jetzt für 99 Euro das Nokia 2720 Flip in Deutschland, Österreich und der Schweiz veröffentlicht. Die Neuauflage des Klassikers aus dem Jahr 2009 sieht aus wie ein gutes altes Klapp-Handy zum Telefonieren und Simsen mit echten großen Tasten, und eignet sich damit gut fürs Smartphone-Detox. Wer nicht ganz offline gehen will, findet auf dem neuen Nokia dennoch 4G-Internet und Apps wie WhatsApp, Facebook und den Google Assistant. Selbst YouTube und Twitter lassen sich installieren. Möglich macht das das Betriebssystem KaiOS, eine Variante von Firefox OS.

Die Internetverbindung lässt sich mit anderen Geräten teilen. Damit dient das 2720 Flip auch als Modem zum Beispiel für Tablets. Der Farb-Bildschirm ist jetzt brauchbare 2,8 Zoll groß – und damit gar nicht mal so weit entfernt von den 3,5 Zoll des ersten iPhones aus dem Jahr 2007. Die Vorteile des Klapp-Formats bleiben erhalten: Ein 1,3 Zoll kleiner Mini-Bildschirm zeigt bereits außen Anrufer und Nachrichten an. Telefonate lassen sich mit Auf- und Zuklappen annehmen und beenden. Eine SOS-Taste sendet im Notfall eine Nachricht inklusive GPS-Standort an bis zu fünf zuvor festgelegte Kontakte. Und von der Standby-Zeit von bis zu 28 Tagen können Smartphone-Besitzer bis heute nur feucht träumen.

Google: Android 10 ab Ende Januar Pflicht

Google verlangt für die offizielle Zulassung neuer Android-Smartphones ab Ende Januar 2020 verbindlich die Installation des neuen Android 10. Handys mit den Android-Versionen 9 oder älter dürfen nicht mehr neu in den Handel gebracht werden. Diese Vorgabe haben die Tech-Experten von XDA Developers in einer eigentlich geheimen Vereinbarung zwischen Google und seinen Hardware-Partnern entdeckt. Mit der Regelung will Google die gerade im Vergleich zu Apples iOS schleppende Verbreitung neuer Android-Versionen beschleunigen.

Zuletzt war iOS 13 nach nur einer Woche auf 20 Prozent aller iPhones installiert – während Android 9 selbst nach acht Monaten nur auf 10,4 Prozent kam. Besonders die Hersteller günstiger Android-Geräte installieren bisher noch monate- oder sogar jahrelang veraltete Android-Versionen, um sich den Aufwand für die Anpassung zu sparen. Gute Nachricht für Käufer: Sie können damit ab Anfang nächsten Jahres mit einer größeren Auswahl von Geräten mit dem neuen und damit auch potenziell sicheren Android 10 rechnen.

Das Ende vom LEAD: Mobiles "Call of Duty" bricht Download-Weltrekord

Dagegen sieht selbst "Fortnite Battle Royale" blass aus. Der Shooter "Call of Duty Mobile" hat in der ersten Woche nach seinem Start mit weltweit über 100 Millionen Downloads einen neuen App-Weltrekord aufgestellt – vor "Mario Kart Tour", das zuletzt mehr als 90 Millionen Downloads schaffte. 56,9 Millionen "Call of Duty"-Abrufe entfielen laut der Analysten von Sensor Tower auf iOS, 45,3 Millionen auf Android. Zum Vergleich: "Fortnite" kam im selben Zeitraum "nur" auf 22,5 Millionen Downloads.

Das mobile "Call of Duty" funktioniert nach dem umstrittenen und zuletzt auch von Warentest scharf kritisierten "Free to Play"-Prinzip. Das Basis-Spiel ist kostenlos. Der Druck auf die Gamer ist aber hoch, in bis zu 110 Euro teure In-App-Käufe zu investieren. Zudem kommen erneut die als Glücksspiel verrufenen "Lootboxen" zum Einsatz, die bestimmte Extras nur zufallsgesteuert ausgeben. Hersteller Activision kam damit bereits in der ersten Woche auf einen Umsatz von 17,7 Millionen Dollar.

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Übrigens: TechTäglich gibt es auch als Newsletter und als Skill ("Alexa, öffne LEAD digital Tech").

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