Anzeige
Anzeige
Techtaeglich
TechTäglich – die Technik-Kolumne von LEAD erscheint montags bis freitags immer um 11 Uhr
TechTäglich Amazon Google

TechTäglich: Amazon – Videospiele sollen Arbeiter auf Trab halten

Vor dem Mittagessen die wichtigsten, interessantesten und amüsantesten Technik-Meldungen des Tages: Das ist die Technik-Kolumne von LEAD, die von Montag bis Freitag erscheint – immer um 11 Uhr. Das Neueste von Apple, Amazon, Facebook oder Google. Kurz, knackig, unterhaltsam.

Anzeige
Anzeige

Amazon: Videospiele sollen Arbeiter auf Trab halten

Amazon Warenlager Spiel
Wie Tetris, nur mit echten Schachteln – das sind die Motivations-Spiele für Amazon-Arbeiter (Foto: Washington Post)

Mit seinen nicht restlos erfreulichen Arbeitsbedingungen sorgt Amazon regelmäßig für Negativ-Schlagzeilen. Nun will der Handelsriese neue Wege gehen – mit einem Mix aus Spaß, Motivation und weiterem Einpeitschen. In bisher fünf Vertriebszentren in den USA und Großbritannien hat Amazon Videospiele an den Arbeitsplätzen eingerichtet. Selbstproduzierte Spiele wie "MissionRacer", "PicksInSpace", "DragonDuel" und "CastleCrafter" begleiten dabei die Lagerarbeiter bei ihrem Job. Während sie beispielsweise Pakete in Körbe packen, zeigt das Videospiel ihren Fortschritt und ihre Geschwindigkeit an.

Nur wer flott genug arbeitet, schafft die Level. Laut Washington Post ist das Mitspielen "beim Tetris mit echten Schachteln" freiwillig. Wer keine Lust hat, wird nicht bestraft – hat aber auch nicht die Chance, sich interne Bonuspunkte namens "Swag Bucks" für Belohnungen zu verdienen. Amazon soll dabei einzelne Mitarbeiter, Teams und Abteilungen gegeneinander spielen/arbeiten lassen, um sie zu weiteren Höchstleistungen anzustacheln. Bemerkenswert: Besitzer der Washington Post, die die Geschichte jetzt ans Licht brachte, ist Amazon-Chef Jeff Bezos.

Google Duplex: Künstliche Unintelligenz

Google weitet den öffentlichen Test seines neuen Sprachdienstes Duplex mehr und mehr aus. Die künstliche Intelligenz soll ihre Nutzer im Alltag entlasten und beispielsweise telefonisch einen Friseurtermin vereinbaren oder einen Tisch im Restaurant bestellen. Bisher fällt Duplex aber offenbar nur durch künstliche Unintelligenz auf. Denn gegenüber der New York Times musste Google zugeben, dass bisher 15 bis 25 Prozent der Anrufaufträge von echten Menschen durchgeführt werden, oder dass während der Gespräche menschliches Eingreifen notwendig ist.

Im Test der Zeitung lag diese Quote mit 75 Prozent sogar noch drastisch höher. Nachteile des Systems für die Nutzer: Wer Duplex mit einem Anruf beauftragt, muss gegenüber Google einmal mehr diverse persönliche Daten offenbaren. Und was dagegen spricht, in der gleichen Zeit selbst beim Friseur anzurufen und alle Fragen eindeutig von Mensch zu Mensch zu klären, ist bisher unklar.

Mario Kart Tour: Tolle App, nervige Zusatzkäufe

"Mario Kart Tour", die meisterwartete Spiele-App des Jahres, ist jetzt als Beta-Test in den USA angekommen. Das Magazin Kotaku lobt den Spielspaß, der trotz automatischer Beschleunigung wie eine vereinfachte Version des echten "Mario Kart" daherkommt – beklagt aber wie viele andere Betatester die nervigen In-App-Käufe, mit denen auch Nintendo die Spieler drangsaliert. "Mario Kart Tour ist ausgestattet mit all den Mikrotransaktionen und Lotteriemechaniken, für die Handyspiele berüchtigt sind", ärgern sich die Spieleexperten. Die grünen Diamanten, die Hauptwährung der App für neue Karts oder Bonusgegenstände, lassen sich offenbar auch erspielen, was aber sehr zäh vorangeht.

The Verge erklärt, warum sich Nintendo für diesen – unter vielen Spielefans sehr unpopulären – Weg entschieden hat. Ihre erste App "Super Mario Run", die die Japaner zur Pauschale von 9,99 Euro verkauft haben, hat offenbar nicht genug Geld eingespielt. "Fire Emblem Heroes" sorgte später dagegen mit In-App-Käufen innerhalb von zwei Jahren für 500 Millionen Dollar Umsatz. Der alte Trick, die Spieler erst mit einer Gratis-App anzulocken, und ihnen dann umso mehr Geld aus der Tasche zu ziehen, soll bei "Mario Kart Tour" für iOS und Android ab kommendem Sommer funktionieren.

WhatsApp: So sieht ab 2020 die Werbung aus

WhatsApp zeigt ab 2020 Werbung in seinem Status-Bereich an. Das gab die Facebook-Tochter jetzt auf dem "Facebook Marketing Summit" in Rotterdam bekannt. Ursprünglich hatten Beobachter bereits dieses Jahr mit dem Start der WhatsApp-Anzeigen gerechnet. Die Teilnehmer, so BGR, konnten bei einer Präsentation einen ersten Blick auf die Gestaltung der Werbung in den Status-Meldungen der Nutzer werfen. Die Reklame wird dabei bildschirmfüllend eingeblendet. In den Chats selbst soll es laut WhatsApp dagegen weiterhin keine Werbung geben. Die WhatsApp-Gründer Brian Acton und Jan Koum hatten sich stets gegen Werbung in dem Messenger und gegen das damit verbundene Sammeln von Nutzerdaten ausgesprochen. Nicht zuletzt deswegen hatte das Duo 2017 und 2018 Facebook milliardenschwer verlassen.

Playdate: Hier kommt der Mini-Mini-Gameboy

Playdate
Playdate – der Spielspaß mit der Kurbel erscheint 2020 (Foto: Panic)

Nintendos Switch-Konsole hat gezeigt, dass es trotz Smartphone-Dominanz immer noch einen Markt für andere mobile Spiele-Plattformen gibt. Die Spielefirma Panic aus Oregon in den USA sieht hier ihre Chance, und will 2020 den Playdate veröffentlichen – eine Art Mini-Mini-Gameboy mit Spielen, die sich aus dem Netz laden lassen. Mit klassischen Knöpfen und Steuerkreuz soll der Playdate eine viel bessere Steuerung von Spielen ermöglichen als der Touchscreen von Smartphones. Dazu trägt auch die einklappbare Kurbel an der rechten Seite bei, die für neue Spielmöglichkeiten sorgt.

The Verge fühlt sich beim Anblick der charmanten gelben Klein-Konsole mit 2,7-Zoll-Bildschirm an einen vergrößerten iPod nano erinnert. Die Spiele, die auf dem hochauflösenden Schwarzweiß-Display laufen, will Panic als "Seasons" oder "Staffeln" anbieten. Beim Kauf ist eine Staffel inbegriffen, in der ein Jahr lang jeden Monat ein speziell für den Playdate produziertes Spiel erscheint. Mit solchen Mini-Games kennt sich die US-Firma aus, die unter anderem den Indie-Hit "Firewatch" veröffentlichte. Der Playdate soll Anfang 2020 für 149 Dollar erscheinen.

Das Ende vom LEAD: Böhmermann foppt Fans

Hübsche neue Finte von Jan Böhmermann. Gestern ließ der Ösi-Schreck auf der Website dotheyknowitseurope.eu stundenlang einen Countdown bis 20.15 Uhr herunterlaufen. Nach den nebulösen Andeutungen von Böhmermann in Sachen Strache-Video, und nachdem das Wörtchen "Ibiza" im Quelltext versteckt worden war, war die Neugierde so groß, dass die Seite am Abend prompt abstürzte. Offenbar hatte Böhmermann beim Serverhosting gegeizt. Als das Video dann zu sehen war, war die Enttäuschung groß: Keine Enthüllungen in Sachen HC Strache, sondern "nur" ein – allemal ehrenwertes und amüsantes – Video von Böhmermann und europäischen Satire-Kollegen zur EU-Wahl, die heute in Großbritannien begonnen hat. Motto: "Comedians for Worldpeace".

Übrigens: TechTäglich gibt es auch als Newsletter und als Skill ("Alexa, öffne LEAD digital Tech").

Anzeige
Themen
Amazon-Arbeiter Google Duplex Mario Kart Tour WhatsApp-Werbung Mini-Gameboy Jan Böhmermann
Anzeige
Verlagsangebot
Anzeige
Aktuelle Stellenangebote
Alle Stellenangebote
Anzeige